Zwei Tage, die klar von Apple dominiert wurden: Zwischen dem 25. und 27. Oktober 2026 hat der Konzern nicht nur überraschend ein neues iPad mini angekündigt, sondern parallel auch gleich die nächste Welle an Systemupdates für fast alle Geräte verteilt. Dass das ausgerechnet kurz vor dem angekündigten Event am 28. Oktober passierte, ist kein Zufall – und wirft ein Schlaglicht auf den Druck, unter dem die Produktkommunikation gerade steht.

Daneben liefen mehrere Stränge weiter, die nichts mit glänzenden Tablets zu tun haben: Microsoft macht Zehntausenden Beschäftigten ein Abfindungsangebot, der KI-Anbieter Anthropic legt vor dem Börsengang seine Zahlen offen, und bei Android gab es gleich zwei Sicherheitsthemen. Der Reihe nach.

Das neue iPad mini: dünner, OLED, deutlich teurer

Apple ist dem eigenen Event zuvorgekommen und hat das überarbeitete iPad mini schlicht per Pressemeldung vorgestellt. Spekuliert wurde, dass das Unternehmen damit auch von der Kritik rund um brechende Innendisplays beim iPhone Duo ablenken wollte. Unabhängig vom Timing sind die technischen Sprünge beim kleinen Tablet real.

Der wichtigste Wechsel steckt im Bildschirm: Statt des bisherigen LC-Panels kommt jetzt ein OLED-Display zum Einsatz, das auf 8,5 Zoll wächst – vorher waren es 8,3 Zoll. Trotzdem schrumpft das Gehäuse. Es misst nur noch 5,4 Millimeter in der Dicke, verglichen mit 6,3 Millimetern beim Vorgänger, und ist auch in Höhe und Breite kompakter. Apple gibt die Spitzenhelligkeit mit bis zu 1.200 Nits an, nennt ein Kontrastverhältnis von 2.000.000:1 und erstmals für das mini optional ein mattes Nanotexturglas gegen Reflexionen. Dazu kommt eine IP67-Zertifizierung, die vor Staub und zeitweiligem Eintauchen schützt.

Im Inneren arbeitet der A20-Pro-Chip, der in einem 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird und auch in den aktuellen iPhone-18-Pro-Modellen sowie im Duo steckt. Apple verspricht gegenüber dem Vorgänger eine bis zu 4,5-fache KI-Leistung und eine bis zu 2,7-fache Grafikleistung – Werte aus internen Tests des Herstellers, nicht aus unabhängigen Messungen. Eine Besonderheit ist die Variante mit 512 Gigabyte: Sie erhält eine Dual-16-Core-Neural-Engine und eignet sich laut Apple besser für lokale KI-Modelle. Die Frontkamera mit Center Stage wandert an die Längsseite, was Videoanrufe im Querformat erleichtern soll, und ein neues „Acoustic Display“ koppelt Tief- und Hochtöner an den Bildschirm.

Beim Preis zieht Apple spürbar an. Das WLAN-Basismodell mit 128 Gigabyte startet bei 749 Euro, die 256-GB-Version kostet 879 Euro, mit 512 Gigabyte sind es 1.129 Euro. Mit 5G-Modem – hier kommt das hauseigene C2-Modem zum Einsatz – steigt der Einstieg auf 919 Euro. Vorbestellungen sollen ab dem 28. Oktober möglich sein, der Verkauf startet am 6. November 2026. Ein Tastaturfolio bietet Apple weiterhin nicht an, bewirbt das mini aber als Arbeitsgerät in Kombination mit Apple Pencil Pro (149 Euro) oder Apple Pencil mit USB-C (89 Euro). Mit iPadOS 27.2 unterstützt das Tablet zudem den Modus „erweitertes Display“ an einem externen Monitor.

iOS 27.2 und macOS 27.2: Updates für alle Geräte

Zeitgleich hat Apple die nächste Punktversion seiner Betriebssysteme freigegeben. Neben iOS 27.2 und iPadOS 27.2 sind auch macOS 27.2, watchOS 27.2 und tvOS 27.2 erschienen. Die Freigabe erfolgte eine Woche nach dem ersten Release Candidate vom 19. Oktober. Auch der HomePod bekommt die Version 27.2; auf älteren Modellen schaltet das Update neue Lichteffekte und eine abschaltbare Touch-Bedienung frei.

Auf dem Mac fällt vor allem eine Detailänderung auf: Lautstärke und Bildschirmhelligkeit werden wieder in einzelnen Segmenten statt als durchgehender Balken dargestellt, kombiniert mit der aktuellen Liquid-Glass-Oberfläche. Interessanter als die Optik sind die Hinweise unter der Haube. In mehreren vorinstallierten Anwendungen finden sich neue Werkzeuge zur Erkennung von Bediengesten, die als Vorbereitung auf eine künftige Touchscreen-Bedienung des Mac gedeutet werden. Eine entsprechende Funktion kündigt Apple mit dem Update allerdings nicht an – offiziell nennt der Konzern allgemeine Fehlerkorrekturen und Sicherheitsverbesserungen.

Am Rande zeigt die Diskussion in den ifun-Kommentaren, worauf du beim Download achten solltest: Mehrere Nutzer berichten von Paketgrößen zwischen rund 15 und 20 Gigabyte und von der Meldung „Download nicht möglich“ bei zu wenig freiem Speicher. Wer das große Update plant, sollte vorher aufräumen. Ältere iPhones wurden parallel auf iOS 18.7.11 gehoben.

Siri AI in fünf neuen Sprachen – Deutsch fehlt weiter

Mit den 27.2-Updates weitet Apple auch Siri AI aus. Die komplett überarbeitete Siri-Version ist nun zusätzlich auf Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch verfügbar. Deutsch ist weiterhin nicht dabei. Für das restliche Jahr kündigt Apple Unterstützung für traditionelles Chinesisch, Norwegisch, Türkisch und Vietnamesisch an.

Siri AI basiert auf Apple Intelligence und zieht laut Apple persönlichen Kontext aus Nachrichten, E-Mails und Fotos heran, um Aufgaben direkt im System zu erledigen – etwa eine E-Mail zu entwerfen oder einen Satz Fotos zu bearbeiten und zu teilen. Über „onscreen awareness“ kann der Assistent auf Inhalte des aktuellen Bildschirms reagieren. Die Funktion läuft in iOS 27.2, iPadOS 27.2, macOS 27.2, watchOS 27.2 und visionOS 27.2 im Beta-Stadium und braucht ein Apple-Intelligence-fähiges Gerät mit unterstützter Sprache.

Zwei Einschränkungen sind wichtig: In der EU ist Siri AI auf iPhone, iPad und Apple Watch derzeit nicht verfügbar – Apple verweist auf laufende Gespräche mit der EU. Und bestimmte serverseitige Apple-Intelligence-Funktionen, darunter Siri AI selbst, unterliegen täglichen Nutzungslimits. Erweiterten Zugriff darauf will Apple künftig kostenpflichtig anbieten.

Microsoft: KI-Kosten treiben Jobabbau

Außerhalb der Apple-Welt war die auffälligste Meldung ein Personalthema. Microsoft hat am 26. Oktober ein Abfindungsprogramm angekündigt, an dem laut einer mit der Sache vertrauten Person bis zu 60.000 Beschäftigte teilnehmen könnten. Das entspricht rund 27 Prozent der weltweit 223.000 Mitarbeiter. Das Angebot richtet sich an Standorte in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien und reicht bis in höhere Hierarchieebenen – bis einschließlich Vice President.

Den Hintergrund liefert die Kostenseite: Für das Kalenderjahr 2026 plant Microsoft Ausgaben von rund 175 Milliarden US-Dollar, der Großteil davon für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Weil der Konzern unter anderem OpenAI und Anthropic Cloud-Dienste bereitstellt, muss er massiv in Rechenzentren investieren – und senkt deshalb anderswo die Kosten. Es ist nicht das erste Programm dieser Art: Im April 2026 lief ein freiwilliges Ruhestandsprogramm, im Juli kündigte Microsoft die Streichung von rund 4.800 Stellen an. Beschäftigte, die das neue Angebot erhalten, müssen sich Anfang Dezember entscheiden und würden das Unternehmen zum 31. Dezember 2026 verlassen.

Die Zahlen rund um KI bleiben schwindelerregend: Im selben Zeitraum rückte der Börsengang von Anthropic näher. Der Claude-Entwickler weist in seinem Prospekt für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden Dollar aus – bei einem Verlust von knapp 81 Milliarden Dollar im selben Zeitraum. Zugleich hat sich das Unternehmen über langlaufende Infrastruktur-Verträge mit Google und Amazon in hohe finanzielle Abhängigkeiten begeben.

Android: Zwei Sicherheitsbaustellen

Für Android-Nutzer gab es gleich zwei relevante Meldungen. Zum einen warnt das BSI vor einer Schwachstelle in VLC für Android: Die App vertraut Dateien aus anderen Apps allein aufgrund ihres Quellnamens, wodurch ein Angreifer Dateien anderer Apps überschreiben kann.

Zum anderen haben Sicherheitsforscher von Eye Security eine kritische Lücke in einem veralteten Popcorn-Time-Fork namens Time4Popcorn entschärft. Die als CVE-2026-30612 registrierte Schwachstelle (CVSS 9,8) steckt im mitgelieferten Updater und betrifft Windows, macOS und Android. Die Forscher nutzten die Lücke selbst, um den anfälligen Updater auf Windows- und macOS-Geräten stillzulegen – mehr als zwei Millionen Downloads der schützenden Pakete kamen zusammen. Auf Android ließ sich der Updater nicht unabhängig vom Rest der App deaktivieren. Die klare Empfehlung lautet: Time4Popcorn deinstallieren, da die App seit Jahren nicht mehr gepflegt wird und noch auf einer Chrome-Engine von 2014 basiert.

Was das für dich bedeutet

  • iPad mini kaufen oder warten? Wenn du das kompakte Format schätzt, ist der Sprung auf OLED, A20 Pro und IP67 substanziell. Aber: Der Einstieg liegt jetzt bei 749 Euro, 5G und Nanotexturglas kosten extra. Unabhängige Tests zu Klang (Acoustic Display) und Display stehen noch aus – Apples Leistungsangaben stammen aus internen Messungen.
  • Vor dem Update Speicher prüfen. iOS 27.2 und iPadOS 27.2 sind große Pakete (teils 15 bis 20 GB laut Nutzerberichten). Räume vorher Speicher frei, sonst scheitert der Download.
  • Siri AI nützt dir in Deutschland vorerst wenig. Deutsch fehlt weiterhin, und in der EU ist die Funktion auf iPhone, iPad und Watch ohnehin nicht freigeschaltet. Dazu kommen tägliche Nutzungslimits, die Apple später kostenpflichtig lockern will.
  • Android-Geräte checken. Halte VLC aktuell und deinstalliere Time4Popcorn, falls installiert. Ein stillgelegter Updater schützt nicht vor weiteren bekannten Lücken der veralteten App.
  • Smart-TV entrümpeln geht – mit Einschränkungen. Das Open-Source-Projekt CleanYourTV ersetzt den Startbildschirm von Android-TV- und Google-TV-Geräten durch eine aufgeräumte, am Apple TV orientierte Oberfläche. Samsungs Tizen, LGs webOS und Amazons Vega OS bleiben außen vor, und die Einrichtung über ADB ist nichts für Gelegenheitsnutzer.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wann kann ich das neue iPad mini bestellen und was kostet es?

Vorbestellungen sollen ab dem 28. Oktober 2026 möglich sein, der reguläre Verkauf startet am 6. November. Das WLAN-Modell mit 128 Gigabyte beginnt bei 749 Euro, mit 256 GB sind es 879 Euro und mit 512 GB 1.129 Euro. Die Mobilfunkvariante mit 128 GB und C2-Modem kostet 919 Euro. Nanotexturglas gibt es gegen Aufpreis. Erhältlich ist das Tablet in Weiß und Schwarz.

Unterstützt Siri AI jetzt auch Deutsch?

Nein. Mit den 27.2-Updates kamen Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch hinzu, dazu bereits Englisch. Deutsch ist weiterhin nicht dabei. Apple hat für das restliche Jahr traditionelles Chinesisch, Norwegisch, Türkisch und Vietnamesisch angekündigt. Außerdem ist Siri AI in der EU auf iPhone, iPad und Apple Watch derzeit gar nicht verfügbar.

Ist mein iPhone oder Mac nach dem Update auf 27.2 sicherer?

Apple nennt für macOS 27.2 allgemeine Fehlerkorrekturen und Sicherheitsverbesserungen. Sichtbar ist auf dem Mac vor allem die neue, segmentierte Darstellung von Lautstärke und Helligkeit. Außerdem stecken im Systemcode neue Werkzeuge zur Gestenerkennung, die auf eine mögliche spätere Touchscreen-Bedienung hindeuten – eine solche Funktion kündigt Apple aber nicht an.

Warum baut Microsoft trotz hoher KI-Ausgaben Personal ab?

Genau deshalb. Microsoft plant für 2026 Ausgaben von rund 175 Milliarden US-Dollar, überwiegend für KI-Rechenzentren. Um die eigene Finanzlage nicht zusätzlich zu belasten, senkt der Konzern an anderer Stelle die Kosten. Das Abfindungsangebot richtet sich an bis zu 60.000 Beschäftigte in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien; wer annimmt, soll das Unternehmen zum 31. Dezember 2026 verlassen.