Apple hat seinen Herbst-Fahrplan in diesem Jahr sichtbar umgestellt. Statt des gewohnten Trios aus Basis-, Pro- und Pro-Max-Modell stellte der Konzern im September ausschließlich das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max vor. Wer bislang zum günstigeren Standardgerät gegriffen hat, steht damit vorerst ohne frische Alternative da. Die Pro-Geräte sind seit dem Launch im Handel und bei Mobilfunkanbietern verfügbar.
Rund um den Verkaufsstart hat sich eine ganze Reihe an Meldungen angesammelt: ein technischer Teardown mit teils erfreulichen, teils ernüchternden Erkenntnissen, eine versprochene Sicherheitsfunktion, die weiter auf sich warten lässt, sowie das übliche Ökosystem aus Zubehör und Apps, das jeden iPhone-Start begleitet. Gleichzeitig legt die Konkurrenz nach – Xiaomi hat mit dem 18 Pro und 18 Pro Max eigene Spitzenmodelle vorgestellt, die sich offen als Gegenentwurf verstehen. Dieser Überblick sortiert die aktuellen Entwicklungen ein.
Nur noch Pro: Apples ungewöhnliche Modellpolitik
Der auffälligste Unterschied zu den Vorjahren betrifft nicht ein einzelnes Feature, sondern die Struktur des gesamten Angebots. Wie Golem im Zuge eines gesponserten Beitrags festhält, gab es diesmal zum Marktstart kein Basis-Modell, sondern nur die Pro- und Pro-Max-Variante. Das verschiebt die Einstiegshürde nach oben und stellt viele Interessenten vor die Frage, ob ein Umstieg sich überhaupt lohnt oder das bestehende Gerät noch ausreicht.
Diese Abwägung ist keine reine Preisfrage. Wie lange jemand ein iPhone nutzt, schwankt enorm – manche wechseln jährlich, andere bleiben sieben Jahre oder länger beim selben Modell. Als praktische Orientierung nennen die einschlägigen Ratgeber immer wieder dieselben Kriterien: Wie flüssig läuft das aktuelle Gerät noch, reicht der Speicher, hält der Akku über den Tag, und genügt die Kamera den eigenen Ansprüchen. Wer bei mehreren dieser Punkte deutlich ins Zögern gerät, findet im neuen Pro-Modell eher einen Grund zum Wechsel als jemand, dessen zwei bis drei Jahre altes Telefon noch problemlos mitkommt.
Für Mobilfunkkunden lohnt zudem ein Blick auf die Tarifbindung. Angebote mit langer Laufzeit senken zwar die monatliche Rate, binden aber über Jahre. Beim iPhone 18 Pro etwa rufen einzelne Anbieter im Bundle mit unbegrenztem Datentarif rund 68 Euro pro Monat über 36 Monate auf, beim Pro Max entsprechend mehr. Über die volle Laufzeit summiert sich das schnell – ein Rechenexempel, das man vor der Unterschrift durchspielen sollte.
Was der Teardown über das iPhone 18 Pro verrät
Kaum ist ein neues iPhone im Handel, landet es auf dem Zerlegetisch. heise online hat einen Teardown des iPhone 18 Pro und Pro Max ausgewertet und dabei mehrere bauliche Änderungen dokumentiert. Im Zentrum stehen laut Bericht eine neue Blende im Kamerabereich sowie ein überarbeitetes Face-ID-Modul. Beides deutet darauf hin, dass Apple an den vorderen und rückwärtigen Sensoreinheiten Hand angelegt hat – Änderungen, die im Alltag kaum auffallen, für Reparatur und Ersatzteilkompatibilität aber durchaus eine Rolle spielen.
Der eigentliche Aufreger im Teardown-Titel ist jedoch der Zusatz "alter USB-C-Nerv". Gemeint ist damit, dass die USB-C-Buchse bei den Pro-Modellen offenbar weiterhin nicht die Datenraten liefert, die sich viele Nutzer wünschen würden. Wer große Videodateien vom iPhone auf den Rechner überträgt, kennt das Ärgernis: Der Anschluss sieht modern aus, arbeitet in der Praxis aber langsamer, als es die Buchse vermuten lässt. Dass sich daran auch beim 18 Pro nichts Grundlegendes ändert, dürfte vor allem Profis enttäuschen, die auf schnelle Workflows angewiesen sind.
Solche Teardowns sind mehr als Bastelei. Sie zeigen, wie leicht oder schwer sich ein Gerät reparieren lässt, welche Komponenten austauschbar sind und wo Apple gegenüber dem Vorgänger nachgebessert hat. Gerade bei einem Gerät, das mehrere Jahre halten soll, sind das relevante Informationen – auch mit Blick auf die Frage, wie teuer und aufwendig eine spätere Reparatur ausfällt.
Anti-Diebstahl-Funktion: Versprochen, aber nicht fertig
Nicht alles, was Apple ankündigt, ist zum Verkaufsstart auch nutzbar. heise online berichtet, dass eine iPhone-Anti-Diebstahl-Funktion immer noch nicht fertig ist. Für ein Feature, das den Schutz vor Diebstahl und unbefugtem Zugriff verbessern soll, ist das eine unerfreuliche Nachricht – schließlich zählt gerade bei Sicherheitsfunktionen jede Woche, in der sie fehlt.
Verspätete Softwarefunktionen sind bei Apple kein Einzelfall. Immer wieder werden Neuerungen zunächst präsentiert und dann über nachgereichte iOS-Updates verteilt, teils erst Monate nach dem eigentlichen Systemstart. Für Käufer bedeutet das: Der volle Funktionsumfang, mit dem ein neues iPhone beworben wird, steht nicht zwingend ab dem ersten Tag bereit. Wer gezielt wegen einer bestimmten Schutzfunktion zum neuen Modell greift, sollte vor dem Kauf prüfen, ob diese bereits aktiv ist oder noch aussteht.
Praktisch heißt das auch, Systemupdates ernst zu nehmen. Sicherheitsrelevante Ergänzungen kommen fast ausschließlich über Aktualisierungen, weshalb ein zeitnahes Einspielen neuer iOS-Versionen sinnvoll bleibt – idealerweise nach einem kurzen Blick darauf, welche Änderungen ein Update konkret mitbringt.
Wallflower 3: Das HomeKit-Dashboard, das aufräumt
Abseits der Hardware zeigt sich, wie lebendig das App-Umfeld rund um iPhone und iPad bleibt. Ein gutes Beispiel liefert Wallflower 3, ein HomeKit-Dashboard der Berliner Entwickler von nxtbgthng. Laut iFun.de haben die Macher die App komplett neu geschrieben und dabei ein klares Prinzip verfolgt: Auf dem Bildschirm soll nur erscheinen, was gerade Aufmerksamkeit verdient.
Konkret heißt das, eine ausgeschaltete Lampe verschwindet aus der Übersicht, während aktive Szenen automatisch auftauchen. Kameras blenden sich ein, sobald sie Bewegung erkennen, Sensorwerte rücken vor allem dann in den Vordergrund, wenn sie den normalen Bereich verlassen. Termine bleiben bis kurz nach ihrem Ende sichtbar. Wer bestimmte Informationen dauerhaft im Blick behalten will, kann sie anheften; alles andere ist weiter mit einer Displayberührung erreichbar.

Version 3 baut den Ansatz der Vorgängerversion deutlich aus. Das Interface passt sich unterschiedlichen Displaygrößen und Ausrichtungen an, neben automatisch erzeugten Ansichten für Räume und Zonen lassen sich vollständig eigene Dashboards zusammenstellen. Neu gestaltet wurden auch die Detailansichten für Lampen, Thermostate, Ventilatoren, Kameras und Fernseher. Dazu kommen eine Wanduhr, Wetterwarnungen, ein Familienkalender und ein QR-Code für das Gäste-WLAN. Auch Probleme wie nicht erreichbare Geräte, niedrige Batteriestände oder Netzwerkstörungen kann die App anzeigen.
Interessant ist eine optionale Näherungserkennung: Wallflower blendet versteckte Bedienelemente ein, sobald sich jemand dem Display nähert. Laut Entwickler verarbeitet die Funktion dafür lediglich Kamerametadaten – Bilder sollen weder gespeichert noch übertragen werden. Die Grundsteuerung des Apple Home bleibt kostenlos und ist nicht auf eine bestimmte Gerätezahl begrenzt. Für erweiterte Anpassungen, Wetter und Kalender verlangt der Anbieter ein Premium-Abo, das sich monatlich oder jährlich buchen lässt; alternativ gibt es einen Einmalkauf für zusätzliche Home-Funktionen und eigene Dashboards. Die Haussteuerung läuft nach Angaben der Entwickler lokal und damit auch ohne Internetverbindung, unterstützt werden neben HomeKit auch Matter-Geräte sowie über KNX-Bridges, Home Assistant oder Homebridge eingebundene Komponenten.
Xiaomi 18 Pro: Der Herausforderer aus China
Dass Apple mit dem iPhone 18 Pro nicht allein am oberen Ende des Marktes steht, macht Xiaomi deutlich. Der chinesische Hersteller hat laut t3n mit dem 18 Pro und 18 Pro Max zwei Spitzenmodelle vorgestellt, die sich schon im Namen als Gegenentwurf positionieren. Beide gehören zu den ersten Geräten mit Qualcomms neuen High-End-Prozessoren: Im 18 Pro steckt der Snapdragon 8 Elite Gen 6, im größeren 18 Pro Max der Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6.

Bei der Kamera setzt Xiaomi auf ein Leica-Summilux-System mit drei rückwärtigen Objektiven. Die Hauptkamera löst mit 200 Megapixeln auf, nutzt eine Blende von f/1,67 und einen optischen Bildstabilisator bei einer äquivalenten Brennweite von 23 Millimetern. Bemerkenswert ist das ebenfalls 200 Megapixel auflösende Teleobjektiv mit f/2,4 und 75 Millimetern Brennweite. Dazu kommen eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit 102 Grad Sichtfeld und eine 50-Megapixel-Frontkamera. Beim 18 Pro Max unterstützt die Hauptkamera zusätzlich die LOFIC-HDR-Technik für Motive mit sehr hellen und sehr dunklen Bereichen.
Beim Display fällt ein Detail auf, das man von High-End-Android-Geräten zunehmend kennt: ein sogenanntes Privacy Display. Ist die Funktion aktiv, lässt sich der Bildschirm von der Seite kaum noch einsehen – Xiaomi erreicht das über eine veränderte Pixelmatrix und erlaubt die Aktivierung wahlweise für den ganzen Bildschirm, einzelne Apps oder nur Benachrichtigungen. Das 18 Pro nutzt ein 6,4 Zoll großes LTPO-Panel, das Pro Max misst 6,9 Zoll; beide passen ihre Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 120 Hertz an und erreichen eine Spitzenhelligkeit von 4000 cd/m².
Auffällig sind die Akkus in Silizium-Kohlenstoff-Bauweise: Das 18 Pro bringt typisch 7000 mAh mit, das Pro Max sogar 8500 mAh, bei bis zu 100 Watt kabelgebundenem und 50 Watt drahtlosem Laden. In China sind die Geräte seit dem 23. September erhältlich, das 18 Pro ab umgerechnet rund 780 Euro, das Pro Max ab etwa 910 Euro. Ein globaler Start soll noch in diesem Jahr folgen – konkrete Termine und Preise für Deutschland nennt Xiaomi bislang nicht.
Zubehör: Ein Ladegerät für die ganze Geräteflotte
Jeder iPhone-Start zieht eine Welle an Zubehör nach sich, von Hüllen bis Netzteilen. Ein Beispiel aus dem aktuellen Angebot ist das Anker Nano 70W, das Golem als reduziertes Deal-Produkt vorstellt. Das kompakte Netzteil liefert laut Hersteller über jeden seiner drei USB-C-Ports bis zu 70 Watt und deckt damit iPhones ab dem 15er-Modell ebenso ab wie aktuelle Pixel- und Galaxy-Smartphones, iPads sowie MacBooks.
Interessant ist das Gerät weniger wegen des Preises – laut Golem zuletzt knapp unter 30 Euro – als wegen des Prinzips: Ein einziges kompaktes Netzteil mit mehreren Ports ersetzt im Idealfall den Kabelsalat aus mehreren Einzel-Ladern. Das Gehäuse misst rund 5,3 × 4,3 × 3,1 Zentimeter und fällt damit spürbar kleiner aus als frühere Netzteile vergleichbarer Leistung. Wer ohnehin mehrere Apple-Geräte parallel lädt, für den ist ein solches Mehrport-Netzteil oft die sinnvollere Anschaffung als ein reiner Einzellader.
Was bedeutet das für dich?
Die aktuelle Nachrichtenlage lässt sich in ein paar handfeste Empfehlungen übersetzen:
- Kaufentscheidung nüchtern angehen: Prüfe Speicher, Akkulaufzeit, Tempo und Kamera deines aktuellen iPhones. Nur wenn mehrere Punkte deutlich schwächeln, rechtfertigt der Wechsel auf ein Pro-Modell den Aufpreis.
- Auf fehlende Funktionen achten: Die Anti-Diebstahl-Funktion ist laut Bericht noch nicht fertig. Kaufe kein Gerät ausschließlich wegen einer Funktion, die erst per späterem Update kommen soll.
- USB-C-Erwartungen dämpfen: Wer regelmäßig große Dateien überträgt, sollte wissen, dass die Datenrate über USB-C beim 18 Pro laut Teardown weiterhin kein Highlight ist.
- Tarifbindung durchrechnen: Bundle-Angebote mit 36 Monaten Laufzeit wirken günstig pro Monat, summieren sich aber. Vergleiche die Gesamtkosten mit dem Direktkauf.
- Zubehör konsolidieren: Ein Mehrport-Netzteil kann mehrere Einzellader ersetzen und passt zu iPhone, iPad und MacBook gleichzeitig.
- Smart-Home-Setup optimieren: Wer HomeKit nutzt, findet in Apps wie Wallflower 3 eine Möglichkeit, ein altes iPad als übersichtliches, sich selbst sortierendes Dashboard weiterzuverwenden.
Häufige Fragen
Gibt es zum Start ein normales iPhone 18 ohne Pro?
Nein. Apple hat im September laut Golem ausschließlich das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max vorgestellt. Ein günstigeres Basismodell war zum Marktstart nicht Teil der Ankündigung. Wer bewusst zur Standardvariante greifen möchte, muss sich daher gedulden oder auf ein Vorgängermodell ausweichen.
Was hat der Teardown des iPhone 18 Pro ergeben?
Laut heise online zeigt der Teardown eine neue Blende im Kamerabereich und ein überarbeitetes Face-ID-Modul. Kritisch bleibt der USB-C-Anschluss: Die Datenübertragung ist offenbar weiterhin nicht so schnell, wie es die moderne Buchse vermuten lässt – ein Punkt, der besonders bei großen Dateien ins Gewicht fällt.
Ist die iPhone-Anti-Diebstahl-Funktion nutzbar?
Nach dem Bericht von heise online ist die angekündigte Anti-Diebstahl-Funktion immer noch nicht fertig. Sie soll offenbar später über ein Update nachgereicht werden. Wer gezielt wegen dieses Schutzes kauft, sollte vor der Entscheidung prüfen, ob die Funktion bereits verfügbar ist.
Lohnt sich das Xiaomi 18 Pro als Alternative?
Das kommt auf die Prioritäten an. Xiaomi bietet laut t3n zwei 200-Megapixel-Kameras, ein Privacy Display, sehr große Akkus mit bis zu 8500 mAh und schnelles Laden mit bis zu 100 Watt. Allerdings sind Termin und Preis für Deutschland noch offen; der globale Start soll erst im Verlauf des Jahres folgen.
Brauche ich für neue iPhones ein spezielles Ladegerät?
Zwingend nicht, aber ein leistungsstarkes USB-C-Netzteil ist sinnvoll. Ein Mehrport-Modell wie das von Golem vorgestellte Anker Nano 70W liefert genug Leistung für iPhones ab dem 15er-Modell sowie für iPads und MacBooks und ersetzt so mehrere Einzellader. Achte darauf, dass auch das Kabel die gewünschte Ladeleistung überträgt.






