Rund um Android bewegt sich gerade einiges gleichzeitig: WhatsApp zieht bei alten Betriebssystemversionen einen Schlussstrich, Google verteilt mit Android 17 eine überraschend praktische Funktion gegen Reiseübelkeit, und mit dem Magic Pro 13 kommt ein Grafiktablet auf Android-Basis, das auch am Mac punkten will. Drei Themen, die für sehr unterschiedliche Nutzergruppen relevant sind – vom Besitzer eines betagten Einsteiger-Handys über Vielfahrer bis zum digitalen Zeichner.

Wir haben die Meldungen der vergangenen Tage zusammengetragen und ordnen ein, wen die Änderungen betreffen, was du konkret tun solltest und welche Details in den Berichten oft untergehen. Alle Angaben stammen aus den verlinkten Quellen, ein eigenes Gerät lag der Redaktion nicht vor.

WhatsApp beendet den Support für alte Android-Versionen

Der wohl folgenreichste Punkt zuerst: WhatsApp hat die Mindestanforderung an das Betriebssystem angehoben. Bislang genügte Android 5.0 als Untergrenze. Seit dem 8. September 2026 läuft der Messenger nur noch auf Geräten mit Android 6.0 oder neuer. Das berichtet t3n unter Berufung auf WABetainfo.

Der Hintergrund ist bekannt und wiederholt sich in ähnlicher Form regelmäßig: Neue Funktionen setzen modernere Systemgrundlagen voraus. WhatsApp begründet den Schritt damit, künftige Features stabil ausliefern zu wollen. Als jüngstes größeres Beispiel nennt der Bericht den im Sommer eingeführten Plus-Tarif, der eine persönlichere Gestaltung erlaubt. Abonnenten können demnach aus 18 Farboptionen wählen, das App-Symbol anpassen und bis zu 20 Chats anheften. In Europa startet das Angebot laut t3n bei 2,49 Euro pro Monat.

Whatsapp-Update mit Folgen: Alte Android-Smartphones verlieren den Support
Foto: t3n

Wichtig zu wissen: Die Umstellung betrifft nicht nur den klassischen WhatsApp Messenger, sondern auch WhatsApp Business. Beide Apps teilen sich denselben Code und dieselben Systemanforderungen. Wer also geschäftlich über die Business-Variante kommuniziert und dabei ein sehr altes Gerät nutzt, ist genauso betroffen.

Wer ist konkret betroffen?

In Deutschland dürfte die Zahl der Geräte mit Android 5.0 oder 5.1 überschaubar sein – diese Versionen sind schlicht sehr alt. WhatsApp bleibt hierzulande aber der mit Abstand meistgenutzte Messenger; laut einem im t3n-Bericht zitierten WDR-Bericht nutzen ihn rund 60 Millionen Menschen in Deutschland täglich. Deutlich stärker wirkt sich die Änderung in Regionen aus, in denen ältere Smartphones weit verbreitet sind und Hersteller schon lange keine Updates mehr liefern. Genannt werden unter anderem Indien, Brasilien, Pakistan sowie Teile Südostasiens und Afrikas.

Wer betroffen war, wurde in der Regel bereits vorab gewarnt: WhatsApp blendete beim Öffnen der App eine entsprechende Hinweismeldung ein. Ignorieren ließ sich das eine Weile, seit dem Stichtag greift die Beschränkung jedoch.

Backup nicht vergessen

Vor einem Gerätewechsel empfiehlt der Anbieter, den Chatverlauf zu sichern. Das funktioniert direkt in den App-Einstellungen über Google Drive. Zusätzlich legt WhatsApp automatisch lokale Backups im internen Speicher an, die sich bei Bedarf manuell auf ein anderes Gerät übertragen lassen. Wer den Umstieg plant, sollte diesen Schritt zuerst erledigen – sonst droht der Verlust von Nachrichten und Medien.

Android 17: Bewegte Punkte gegen Reiseübelkeit

Deutlich positiver ist die zweite Nachricht. Mit Android 17 verteilt Google ein Feature, das vielen Menschen bei einem lästigen Alltagsproblem helfen soll: Reiseübelkeit, in der Fachsprache Kinetose. Das Phänomen entsteht, wenn Auge und Gleichgewichtssinn widersprüchliche Signale liefern – etwa beim Lesen auf dem Smartphone in einem fahrenden Auto, Bus oder Zug. Das Gehirn registriert Bewegung, die Augen sehen aber einen stillstehenden Bildschirm.

Die neue Funktion trägt den Namen visueller Bewegungsausgleich (Motion Assist) und wird zunächst für Pixel-Smartphones ausgerollt. Sie blendet dezent farbige Punkte an den Bildschirmrändern ein – Google spricht von sich bewegenden Formen, sogenannten Bubbles. Das berichtet t3n unter Berufung auf dpa.

Android 17: So sollen Punkte auf dem Display jetzt gegen Reisekrankheit helfen helfen
Foto: t3n

So funktioniert der Trick

Die Punkte wandern jeweils leicht in die Richtung, die das Fahrzeug gerade einschlägt. Bremst das Auto, verschiebt sich die Bewegung entsprechend, geht es in die Kurve, ebenso. Dadurch bekommt das Gehirn subtil die Information, in welche Richtung es sich tatsächlich bewegt. Die Lücke zwischen dem, was die Augen auf dem Display sehen, und der realen Fahrtbewegung schließt sich – und im besten Fall bleibt die Übelkeit aus.

Praktisch: Der Bewegungsausgleich kann sich automatisch einschalten, sobald das Gerät eine Fahrt erkennt. Alternativ lässt er sich zu den Schnelleinstellungen hinzufügen, um ihn schnell manuell zu aktivieren. Wer die Einblendung als störend empfindet, kann Form, Farbe und Deckkraft der Punkte anpassen. Zu finden ist die Funktion laut Bericht in den Einstellungen unter Google-Dienste beziehungsweise Google.

Apple bietet das schon länger

Neu ist die Idee nicht. Apple hat ein vergleichbares Feature bereits seit iOS 18, das 2024 erschien. Bei iPhone und iPad heißt es Fahrzeug-Bewegungshinweise und liegt in den Einstellungen unter Bedienungshilfen im Menü Bewegung. Auch dort gibt es eine automatische Aktivierung sowie einen Schnellzugriff über das Kontrollzentrum. Apple weist darauf hin, dass der Effekt am besten wirkt, wenn man in Fahrtrichtung sitzt.

Für Android-Nutzer ist die Neuerung dennoch ein Fortschritt: Bislang musste man zu Drittanbieter-Apps greifen, um überhaupt eine solche Hilfe zu bekommen. Jetzt gibt es eine hauseigene, systemweit integrierte Lösung – ganz ohne zusätzliche Installation.

XPPen Magic Pro 13: Grafiktablet auf Android-Basis

Etwas abseits des Massenmarkts, aber für Kreative interessant: Auf der IFA hat der auf Zeichentablets spezialisierte Hersteller XPPen das Magic Pro 13 vorgestellt. Es handelt sich um ein Android-basiertes Standalone-Display-Tablet, das ab Oktober erhältlich sein soll. Das berichtet iFun.de.

XPPen ist kein Neuling im Bereich mobiler Zeichentablets. Mit dem Magic Drawing Pad und dem als digitales Notizbuch gedachten Magic Notepad hat der Hersteller bereits zwei Android-Tablets mit Fokus auf Stifteingabe im Programm. Das Magic Pro 13 soll aber einen Schritt weitergehen und auch stationär keine Performancenachteile gegenüber dedizierten Zeichendisplays aufweisen.

Der dedizierte Grafiktablet-Modus

Der spannendste technische Kniff steckt in der Verbindung zum Rechner. Die meisten All-in-One-Zeichentablets lassen sich zwar als Eingabegerät am PC nutzen, verlassen sich dabei aber auf die softwareseitige Datenaufbereitung des jeweiligen Betriebssystems. Das Magic Pro 13 umgeht laut iFun.de am Mac angeschlossen diesen Overhead der Android-Installation und schaltet automatisch in einen dedizierten Drawing Display Mode. In diesem Modus verarbeitet die Hardware die Bildübertragung und die Stifteingaben direkt.

Der Vorteil: Die Latenz sinkt auf ein Minimum, und Kompromisse bei der Farbdarstellung sollen entfallen. Für flüssiges, verzögerungsarmes Zeichnen ist genau das entscheidend.

Konkurrenz zum iPad

iFun.de ordnet ein, dass es das Magic Pro 13 bei Mac-Nutzern, die bereits ein iPad besitzen, dennoch schwer haben dürfte. Dank Apples Sidecar-Funktion lässt sich ein iPad kabelgebunden oder per WLAN ebenfalls als Zeichentablet am Mac verwenden. Zwei Einschränkungen bringt Apple laut dem Bericht aber mit: Erstens sind die Geräte nicht günstig – ein iPad Pro in der maximalen Größe von 13 Zoll startet bei einer UVP von 1699 Euro. Zweitens endet die verfügbare Größenskala bei ebendiesen 13 Zoll.

Genau hier sieht iFun.de die Stärke von XPPen. Das Magic Pro 13 soll nur einen Bruchteil des iPad-Preises kosten, und das übrige Portfolio des Herstellers reicht deutlich über 13 Zoll hinaus.

Das restliche XPPen-Portfolio

Zur Einordnung skizziert der Bericht die Bandbreite: XPPen bietet Display-Tablets von 10 bis 24 Zoll und seit März dieses Jahres zusätzlich ein 27-Zoll-Modell, das Artist Pro 27. Damit zieht der Hersteller mit dem Platzhirsch Wacom gleich. Das Artist Pro 27 bringt einen voll laminierten 10-Bit-HDR-Touchscreen mit 4K-Auflösung und 120 Hz mit; einzig bei der Helligkeit liegt es mit 350 statt 400 Nits leicht unter dem Wacom Cintiq Pro 27. Beim Preis dreht sich das Verhältnis: XPPen ruft eine UVP von 1999 Euro auf, Wacom verlangt für das Spitzenmodell 3850 Euro. Über Rabatte war das Artist Pro 27 laut Bericht bereits ab rund 1700 Euro zu haben.

Auch günstiger geht es: Das Artist Pro 24 sinkt im Angebot auf knapp 750 Euro, das Artist Pro 14 (Gen 2) liegt bei 352 Euro – beide allerdings ohne Touch-Eingabe. Beim Lieferumfang gibt sich XPPen großzügig und legt je nach Modell einen X3 Pro Stylus mit 16.000 Druckstufen, einen dünneren Schlankstift sowie eine Shortcut-Fernbedienung bei.

Einen kritischen Punkt spart iFun.de nicht aus: Im hauseigenen Shop setzt XPPen auf Dark-Pattern-Mechaniken – etwa Glücksräder mit Zusatzrabatten und einen herunterlaufenden Timer, der zum schnellen Kauf drängen soll. Der Rat lautet, sich davon nicht unter Druck setzen zu lassen. Ein erdrehter Rabattcode lässt sich notieren und auch später noch an der Kasse eintragen, selbst wenn der Timer längst abgelaufen ist.

Was bedeutet das für dich?

Je nachdem, zu welcher Gruppe du gehörst, ergeben sich aus den drei Meldungen unterschiedliche Konsequenzen. Die wichtigsten Handlungsschritte im Überblick:

  • WhatsApp auf altem Handy: Prüfe unter Einstellungen > System > Über das Telefon, welche Android-Version installiert ist. Steht dort 5.0 oder 5.1, funktioniert WhatsApp seit dem 8. September 2026 nicht mehr zuverlässig.
  • Vor dem Wechsel sichern: Lege zuerst ein Backup deiner Chats an – über die App-Einstellungen auf Google Drive oder über das automatische lokale Backup im Gerätespeicher. Erst danach solltest du auf ein neueres Gerät umziehen.
  • Business-Nutzer aufgepasst: WhatsApp Business ist genauso betroffen wie der normale Messenger. Wer geschäftlich kommuniziert, sollte die Systemvoraussetzung besonders ernst nehmen.
  • Reiseübelkeit: Nutzt du ein Pixel-Smartphone mit Android 17, aktiviere den visuellen Bewegungsausgleich in den Einstellungen unter Google-Dienste oder lege ihn als Schnelleinstellung ab. Für iPhone-Nutzer gibt es die Fahrzeug-Bewegungshinweise seit iOS 18.
  • Zeichentablet-Kauf: Wenn du bereits ein iPad und einen Mac besitzt, deckt Sidecar viele Anwendungsfälle ab. Suchst du eine günstigere Alternative oder ein größeres Format als 13 Zoll, lohnt ein Blick auf XPPens Angebot – aber ohne dich vom Timer im Shop hetzen zu lassen.

Einordnung: Ein typischer Android-Alltag

Die drei Themen zeigen recht gut, wie unterschiedlich sich das Android-Ökosystem gerade entwickelt. Am unteren Ende sortiert die Software-Realität aus: Apps wie WhatsApp erhöhen früher oder später ihre Mindestanforderungen, und Geräte, die vom Hersteller keine Updates mehr bekommen, fallen aus dem Raster. Das ist ärgerlich für alle, die ein funktionierendes altes Handy weiternutzen wollen – und ein wiederkehrendes Muster.

Am oberen Ende zeigt Android 17, dass sich Google zunehmend an sinnvollen Alltagsfunktionen orientiert, die zuvor Apple vorlegte. Der Bewegungsausgleich ist ein gutes Beispiel: kein Spektakel, aber eine Hilfe, die im konkreten Moment einen Unterschied macht. Und mit dem Magic Pro 13 wandert Android sogar in Nischen, in denen bislang eher iPad und Wacom dominierten. Dass ausgerechnet ein Android-Tablet am Mac in einen hardwarenahen Grafikmodus schaltet, ist ein bemerkenswerter Ansatz.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Welche Android-Version brauche ich mindestens für WhatsApp?

Seit dem 8. September 2026 unterstützt WhatsApp nur noch Geräte mit Android 6.0 oder neuer. Zuvor genügte Android 5.0. Wer noch Android 5.0 oder 5.1 nutzt, muss auf ein neueres Betriebssystem oder ein kompatibles Gerät wechseln, um den Messenger weiter zu verwenden. Das gilt für den WhatsApp Messenger und für WhatsApp Business gleichermaßen.

Wie sichere ich meine WhatsApp-Chats vor dem Gerätewechsel?

Am einfachsten geht das über die App-Einstellungen, wo sich ein Backup auf Google Drive anlegen lässt. Zusätzlich erstellt WhatsApp automatisch lokale Backups im internen Speicher des Geräts, die du bei Bedarf manuell auf ein neues Smartphone übertragen kannst. Lege das Backup an, bevor du dein altes Gerät aus der Hand gibst.

Auf welchen Geräten gibt es die neue Funktion gegen Reiseübelkeit?

Der visuelle Bewegungsausgleich (Motion Assist) wird mit Android 17 ausgerollt, aktuell beginnend mit Pixel-Smartphones. Du findest ihn in den Einstellungen unter Google-Dienste beziehungsweise Google und kannst ihn optional automatisch aktivieren lassen oder zu den Schnelleinstellungen hinzufügen. Auf iPhone und iPad existiert eine vergleichbare Funktion namens Fahrzeug-Bewegungshinweise bereits seit iOS 18.

Lohnt sich das Magic Pro 13 gegenüber einem iPad?

Das hängt von deiner Ausstattung ab. Besitzt du bereits ein iPad und einen Mac, deckt Apples Sidecar-Funktion viele Zeichenaufgaben ab. Das Magic Pro 13 soll laut iFun.de aber deutlich günstiger sein als ein großes iPad Pro und schaltet am Mac in einen dedizierten Grafikmodus, der Latenz und Farbnachteile reduziert. Für größere Formate als 13 Zoll bietet XPPen zudem Modelle bis 27 Zoll an.

Wann ist das Magic Pro 13 erhältlich?

Nach Angaben von iFun.de soll das auf der IFA vorgestellte Magic Pro 13 ab Oktober verfügbar sein. Einen konkreten Preis nennt der Bericht nicht, geht aber davon aus, dass das Tablet nur einen Bruchteil eines vergleichbar großen iPad Pro kosten wird.