Seit dem 1. September 2026 hat Apple einen neuen Vorstandschef. John Ternus, bisher als Leiter der Hardwareentwicklung für iPhone, iPad und Mac verantwortlich, übernimmt den Posten von Tim Cook, der das Unternehmen seit 2011 geführt hat. Der Wechsel an der Spitze war seit Wochen erwartet worden, doch erst jetzt liegen die konkreten Zahlen zur Vergütung des neuen CEO vor. Sie stammen aus einem Formular, das Apple bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.
Der Führungswechsel fällt in eine bemerkenswerte Phase: Apple steht bei Hardware und im mobilen Geschäft weiterhin stark da, kämpft aber sichtbar mit Software und KI-Diensten. Genau dieser Bereich dürfte für Ternus zur zentralen Herausforderung werden. Parallel laufen Umbauten in der Führungsriege, es gab Entlassungen rund um die Vision Pro, und am 9. September steht das nächste große Apple-Event an. Der Zeitpunkt für einen CEO-Wechsel könnte kaum aufgeladener sein.
Was John Ternus im ersten Jahr verdient
Apple hat die Vergütung für seine neu aufgestellte Führungsspitze festgelegt. Ternus erhält laut den SEC-Unterlagen ein Jahresgehalt von 3 Millionen US-Dollar. Dazu kommt für das Geschäftsjahr 2027 ein Aktienpaket mit einem Zielwert von 55 Millionen Dollar. Rechnerisch ergibt das eine Gesamtvergütung von rund 58 Millionen Dollar. Für seine anteilige Tätigkeit als CEO im laufenden Geschäftsjahr kommt zusätzlich ein Aktienpaket über 2,5 Millionen Dollar hinzu.
Wichtig ist die Struktur dahinter, denn die 55 Millionen sind kein garantierter Auszahlungsbetrag. 75 Prozent der für Ternus vorgesehenen Aktienvergütung sind erfolgsabhängig. Wie viele Aktien er tatsächlich bekommt, hängt davon ab, wie sich die Apple-Aktie im Vergleich zu den größten börsennotierten US-Unternehmen entwickelt. Die verbleibenden 25 Prozent bestehen aus zeitabhängigen Aktienrechten, die über vier Jahre halbjährlich in gleich großen Tranchen übertragen werden. Der reale Wert kann also deutlich über oder unter dem Zielwert liegen.

Zur Einordnung: Vorgänger Tim Cook kam als CEO im Jahr 2025 auf eine Gesamtvergütung von 74,3 Millionen Dollar. Ternus startet damit unter dem Niveau seines Vorgängers, steigt gegenüber seiner bisherigen Rolle aber deutlich auf. Apple hatte sein Gehalt als Hardwarechef bislang nicht veröffentlicht. Führungskräfte auf dieser Ebene sollen dem Vernehmen nach inklusive Gehalt, Aktien und Boni auf eine Größenordnung von rund 25 Millionen Dollar pro Jahr kommen. Die Details finden sich in der Berichterstattung von iFun.de und heise online.
Tim Cook geht nicht ganz
Cook verlässt Apple nicht, sondern wechselt zum 1. September in die Position des Verwaltungsrats-Vorsitzenden. Sein Jahresgehalt sinkt allerdings erst mit Wirkung zum 26. September von bislang 3 auf 2 Millionen Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 hat Apple zusätzlich ein Aktienpaket mit einem Zielwert von 45 Millionen Dollar vorgesehen. Zusammen ergibt das rechnerisch eine Vergütung von rund 47 Millionen Dollar.
Bei Cook verteilt Apple die Aktienrechte zu gleichen Teilen auf erfolgsabhängige und zeitabhängige Pakete, anders als bei Ternus mit seiner stärker leistungsgekoppelten Struktur. Für einen möglichen späteren Ruhestand enthält die Vereinbarung eine Sonderregel: Verlässt Cook das Unternehmen frühestens ein Jahr nach der Zuteilung, bleiben die Aktienrechte grundsätzlich bestehen und werden zu den ursprünglich vorgesehenen Terminen übertragen.
Cooks 15 Jahre an der Spitze haben Apple zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Wie die Financial Times in einer bei Golem.de veröffentlichten Bilanz festhält, beruhte sein Erfolg vor allem darauf, aus den Milliarden aktiven Geräten mehr Umsatz herauszuholen, die Lieferkette auf hohe Margen zu trimmen und das Ökosystem im Namen des Datenschutzes eng zu kontrollieren. Kritiker halten ihm entgegen, dass es ihm nicht gelungen sei, den Innovationsgeist von Steve Jobs fortzuführen.
Der weitere Umbau der Führungsriege
Der Chefwechsel ist nur der sichtbarste Teil eines breiteren Umbaus. Ternus hat sich mit einem Memo an die Mitarbeiter vorgestellt und einen eigenen X-Account eröffnet, wie heise online berichtet. Ein solcher öffentlicher Auftritt gehört bei Apple-Chefs mittlerweile zum Amt.
Parallel verkleinert sich die Rolle von Ex-Finanzchef Luca Maestri weiter. Der frühere CFO hat nach Informationen von heise online kaum noch operative Aufgaben. Solche Personalien zeigen, dass sich die oberste Ebene bei Apple gerade grundlegend neu sortiert. Für Ternus bedeutet das Chance und Risiko zugleich: Er kann sein eigenes Team formen, muss aber gleichzeitig Kontinuität in einem Konzern sicherstellen, dessen Erfolg stark an eingespielten Prozessen hängt.
Entlassungen rund um die Vision Pro
Weniger erfreulich sind Meldungen über Stellenstreichungen. Laut heise online gibt es weitere Entlassungen im Umfeld der Vision Pro und auch innerhalb der breiteren Apple-Organisation. Das teure Mixed-Reality-Headset hat die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllt, und Apple justiert offenbar seine Ressourcen nach. Für den neuen CEO ist das eine der ersten Nagelproben: Wie viel investiert Apple weiter in räumliches Computing, und wo werden Prioritäten verschoben?
Die größte Baustelle: Software und KI
Die Golem-Redaktion hat in einer Wunschliste an den neuen Chef deutlich gemacht, wo aus ihrer Sicht der Schuh drückt. Ternus übernimmt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple bei Hardware und im mobilen Sektor führend ist, die größte Schwäche aber im Bereich Software und KI-gestützter Dienste liegt. Genau dieses Feld leitete Ternus zuvor nicht, was den Umbau interessant macht.
Die Kritikpunkte sind konkret: Apple sei zu spät auf den KI-Trend aufgesprungen, sinnvolle Anwendungszwecke für Apple Intelligence seien noch rar, und alles, was über einfaches E-Mail-Schreiben hinausgehe, werde häufig von externen Anbietern wie OpenAI berechnet. Ein Redakteur schlägt vor, den Mac mit Apple-Silicon als Plattform für lokale KI-Modelle zu etablieren, statt weiter in die Abhängigkeit von Cloud-Rechenzentren zu geraten. Weitere Wünsche reichen von mehr ernsthaftem Gaming auf dem Mac über die Rückkehr eines kleineren iPhones bis zu mehr Mut zur Innovation insgesamt.
Siri AI: der zweite Anlauf
Ein Zeichen der Besserung gibt es beim Dauerthema Siri. Apple hatte die neue, KI-gestützte Version der Assistenz bereits Mitte 2024 angekündigt, sie dann aber nicht ausgeliefert. Zu viel musste nachträglich investiert werden, zu wenig überzeugte das Produkt intern. Erst mit Hilfe von Google gelang laut Berichten eine verlässliche Version, die auf der WWDC 2026 erneut vorgestellt wurde. Im Herbst 2026 soll die Auslieferung tatsächlich starten.
Das Fachmagazin t3n hat Siri AI bereits auf dem Mac ausprobiert und beschreibt eine deutlich verbesserte Assistenz. Sie beantwortet Sachfragen zuverlässig, kann Themen kontextbezogen vertiefen, Vergleiche anstellen und Ergebnisse per Sprachbefehl als Notiz speichern. Im Zusammenspiel mit Kalender, Erinnerungen und Systemschnittstellen lassen sich sogar komplexere Aufgaben wie eine Urlaubsplanung mit Kostenaufstellung im Dialog erledigen. Zum Datenschutz verweist Apple auf sein Private Cloud Compute, bei dem laut Ankündigung keine persönlichen Daten gespeichert werden und weder Apple noch andere darauf zugreifen können.
Es gibt aber Einschränkungen. Ohne Internetverbindung liefen die Anfragen im t3n-Bericht ins Leere, und die agentischen Fähigkeiten sind auf dem Mac begrenzt: Kalendereinträge, Notizen und Erinnerungen anlegen funktioniert, das automatische Aufräumen von Ordnern dagegen nicht. Auch die volle Funktion gibt es bislang vor allem auf Englisch, wobei sich Siri auf Wunsch zuverlässig auf Deutsch antworten lässt.
Warum du Siri AI in Deutschland schon nutzen kannst
Interessant ist die EU-Perspektive. Auf dem iPhone gilt Apple mit iOS und App Store als sogenannter Gatekeeper und müsste Konkurrenten die gleichen Möglichkeiten wie den eigenen Diensten einräumen. Auf dem Mac wird dem Unternehmen keine solche Marktmacht zugeschrieben. Deshalb lässt sich die neue KI-Assistenz auf einem kompatiblen Apple-Computer schon jetzt ausprobieren, sofern man am Beta-Programm teilnimmt und System- sowie Siri-Sprache auf US-Englisch stellt. Beta-Software kann allerdings Fehler enthalten und gehört nicht auf ein Arbeitsgerät.
Produkte und Kurioses am Rande
Neben dem Führungswechsel läuft das Tagesgeschäft weiter. Zur Apple Watch sind neue Details zu Series 12 und Ultra 4 aufgetaucht, wie heise online meldet. Und die Konkurrenz drängt: Xiaomi bringt sein Foldable Xiaomi 18 Fold ausgerechnet zwei Tage vor dem Apple-Event heraus, was heise als direkten Konter gegen ein mögliches iPhone Ultra einordnet.
Für Diskussionen sorgt außerdem Apple Maps. Nach Google hat auch Apple in den USA damit begonnen, den Ontariosee in „Lake America“ umzubenennen, wie heise online berichtet. Die Änderung greift vorerst nur für Nutzer in den USA. Ein Beispiel dafür, wie schnell politische und regionale Vorgaben in scheinbar neutrale Kartendienste durchschlagen.
Was bedeutet das für dich?
Für den Alltag mit deinen Apple-Geräten ändert sich durch den CEO-Wechsel kurzfristig wenig. Mittelfristig lohnt es sich aber, ein paar Punkte im Blick zu behalten:
- Siri AI kommt im Herbst 2026. Wenn du einen kompatiblen Mac und ein Zweitgerät hast, kannst du die neue Assistenz über das Beta-Programm schon jetzt ausprobieren – auf eigenes Risiko und mit US-Englisch als Systemsprache.
- Behalte Betriebssystem-Updates im Auge. Die spannendsten Neuerungen betreffen aktuell Software und KI, nicht die Hardware. Ein Blick in die Update-Hinweise lohnt sich mehr als bisher.
- Rechne mit einem Event am 9. September. Nach übereinstimmenden Berichten stellt Apple dort neue iPhones und voraussichtlich neue Apple Watches vor. Wer einen Kauf plant, sollte den Termin abwarten.
- Prüfe Tarif-Bundles kritisch. Angebote wie das iPhone 17 Pro für einen Euro Anzahlung klingen attraktiv, verteilen den eigentlichen Preis aber auf lange Laufzeiten. Rechne die Gesamtkosten über die volle Vertragsdauer durch.
- Datenschutz bei KI-Anfragen. Apple wirbt mit Private Cloud Compute, doch viele Anfragen brauchen eine Internetverbindung. Wer sensible Inhalte verarbeitet, sollte wissen, dass Daten das Gerät verlassen können.
Häufige Fragen
Wer ist John Ternus?
John Ternus ist seit dem 1. September 2026 der neue Vorstandschef von Apple. Zuvor leitete er über Jahre die Hardwareentwicklung des Konzerns und war maßgeblich für Produkte wie iPhone, iPad und Mac zuständig. Er folgt auf Tim Cook, der Apple seit 2011 geführt hat und nun in den Verwaltungsrat wechselt.
Wie viel verdient Ternus als Apple-CEO?
Laut den bei der SEC eingereichten Unterlagen erhält Ternus ein Jahresgehalt von 3 Millionen Dollar plus ein Aktienpaket mit einem Zielwert von 55 Millionen Dollar für das Geschäftsjahr 2027, insgesamt also rund 58 Millionen Dollar. 75 Prozent der Aktien sind an die Kursentwicklung gekoppelt, die Summe ist daher kein garantierter Auszahlungsbetrag.
Bleibt Tim Cook bei Apple?
Ja. Cook verlässt das Unternehmen nicht, sondern übernimmt die Rolle des Verwaltungsrats-Vorsitzenden. Sein Gehalt sinkt zum 26. September auf 2 Millionen Dollar, zusammen mit einem Aktienpaket über 45 Millionen Dollar ergibt sich eine Zielvergütung von rund 47 Millionen Dollar.
Kann ich die neue Siri-Version schon nutzen?
Auf dem Mac ist das möglich, sofern du einen kompatiblen Rechner besitzt, am Apple-Beta-Programm teilnimmst und System- sowie Siri-Sprache auf US-Englisch stellst. Auf dem iPhone gelten in der EU strengere Gatekeeper-Regeln, weshalb der Start dort anders geregelt ist. Beta-Software solltest du nur auf einem Zweitgerät installieren.
Was sind die größten Herausforderungen für den neuen CEO?
Als zentrale Schwäche gelten Software und KI-Dienste. Apple hinkt bei Apple Intelligence hinterher und ist für viele Funktionen auf externe Partner wie OpenAI angewiesen. Dazu kommen der Umbau der Führungsriege, Entlassungen rund um die Vision Pro und wachsender Wettbewerbsdruck durch faltbare Smartphones der Konkurrenz.




