Ein Klimt über dem Sofa, ein Vermeer im Flur, dazu Bruegels „Turmbau zu Babel“ im Arbeitszimmer – zumindest digital rückt das für Besitzer moderner Samsung-Fernseher näher. Der Konzern hat seinen Art Store um 43 sorgfältig ausgewählte Meisterwerke erweitert, die allesamt aus den Beständen des Kunsthistorischen Museums Wien stammen. Ab sofort lassen sich die Werke weltweit in 4K-Auflösung auf kompatiblen Geräten abrufen.
Die Kooperation mit dem Wiener Haus reiht sich in eine ganze Reihe von Museumspartnerschaften ein, die Samsung über die Jahre aufgebaut hat – darunter der Louvre in Paris, das Prado-Museum in Madrid und das MUNCH-Museum in Oslo. Für die österreichische Kulturinstitution ist es der Schritt, eine Sammlung von Weltrang auf Bildschirme in Wohnzimmern rund um den Globus zu bringen. Das ist mehr als eine nette Deko-Funktion: Es zeigt, wie Samsung seine Fernseher zunehmend als Kulturplattform positioniert und nicht bloß als Wiedergabegeräte für Filme und Serien.
Was neu im Art Store ist
Der Zuwachs umfasst laut Samsung 43 Gemälde aus der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums. Die Auswahl deckt mehrere Jahrhunderte europäischer Kunstgeschichte ab und konzentriert sich auf Werke, die zum Kernbestand des Hauses gehören. Alle Bilder werden in museumsreifer 4K-Auflösung ausgeliefert, sodass sich auch feine Details, Pinselführung und Farbverläufe erkennen lassen.
Die Motivation hinter der Partnerschaft formuliert Dario Casari, Präsident von Samsung Österreich und Samsung Schweiz, deutlich: Das Kunsthistorische Museum sei „nicht nur eine Institution“, sondern „ein Symbol der österreichischen kulturellen Identität“. Durch die Verbindung dieser Schätze mit der Display-Technik von Samsung entstehe eine „Brücke zwischen Geschichte und Innovation“ – und das künstlerische Erbe Wiens werde einem globalen Publikum zugänglich.
Auf der Seite des Museums klingt es ähnlich pragmatisch. Dr. Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM-Museumsverbands, betont, dass die digitale Verfügbarkeit ein breiteres Publikum ansprechen soll – unabhängig vom Standort. Die Hoffnung: Wer die Werke zu Hause auf dem Fernseher sieht, lässt sich vielleicht inspirieren, die Originale in Wien persönlich zu besuchen. Das digitale Erlebnis ersetzt also nicht den Museumsgang, sondern soll ihn anstoßen.
Diese Meisterwerke sind jetzt dabei
Die Bandbreite der neuen Sammlung ist bemerkenswert. Wer sich für alte Meister interessiert, findet mehrere Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren, allen voran das berühmte „Der Turmbau zu Babel“ aus dem Jahr 1563. Gerade dieses Werk profitiert von der hohen Auflösung: Die unzähligen architektonischen und technischen Details des monumentalen Bauwerks werden sichtbar, die auf einem gewöhnlichen Bildschirm schnell verschwimmen würden.
Ebenfalls dabei ist Johannes Vermeers „Die Kunst der Malerei“ (entstanden zwischen 1665 und 1668). Vermeer gilt als Meister des Lichts, und genau dieses Spiel mit Helligkeit und Schatten lässt sich auf einem hochwertigen Display nachvollziehen. Aus Österreich selbst stammt Gustav Klimts „Nuda Veritas“, ein Schlüsselwerk des Wiener Jugendstils.
Wer Stadtansichten mag, kommt bei den Veduten von Canaletto und Bernardo Bellotto auf seine Kosten. Bellottos „Wien vom Belvedere aus gesehen“ (1758/61), oft schlicht als „Canaletto-Ansicht“ bezeichnet, zeigt die Stadt in einer Präzision, die schon zu ihrer Entstehungszeit fast fotografisch wirkte. Ein Kuriosum eigener Art liefert Giuseppe Arcimboldo mit „Sommer“ (1563) – eines seiner charakteristischen Porträts, das ein Gesicht komplett aus Früchten und Pflanzen zusammensetzt.
Abgerundet wird die Auswahl durch Werke von Rubens, Velázquez, Caravaggio, Tizian, Rembrandt und Raffael. Damit deckt die Sammlung die großen Namen der italienischen, flämischen, spanischen und niederländischen Malerei ab – ein Querschnitt, der in dieser Dichte selbst in vielen physischen Museen selten zu sehen ist.

Warum die Displaytechnik hier den Unterschied macht
Ein digitales Kunstwerk ist immer nur so gut wie der Bildschirm, auf dem es erscheint. Samsung bewirbt den Art Store deshalb konsequent zusammen mit seiner aktuellen TV-Hardware. Die Plattform ist auf der TV-Produktpalette 2026 verfügbar, konkret auf The Frame, The Frame Pro, den Micro-RGB-Modellen sowie den OLED-Fernsehern S95H und S99H.
Besonders The Frame und The Frame Pro sind auf genau diesen Anwendungsfall zugeschnitten. Diese Fernseher sind darauf ausgelegt, im ausgeschalteten Zustand wie ein gerahmtes Bild an der Wand zu wirken. Ihre matten Displays sollen Reflexionen reduzieren und dem Bild eine leinwandartige Optik geben, statt es glänzend und spiegelnd erscheinen zu lassen. Ein Ölgemälde wirkt so glaubwürdiger als auf einem Hochglanzpanel.
Die OLED-Modelle S95H und S99H sowie die Micro-RGB-Geräte setzen dagegen auf maximale Bildqualität mit tiefem Schwarz, hohem Kontrast und präziser Farbwiedergabe. Für Werke wie Vermeers Lichtstudien oder die satten Farben eines Tizian ist Farbgenauigkeit entscheidend – ein zu kühl oder zu warm abgestimmtes Display würde die Wirkung verfälschen. Samsung verweist in diesem Zusammenhang auf seine Position als weltweiter Marktführer im TV-Segment, laut eigener Angabe seit 20 Jahren in Folge, gestützt auf Marktdaten von Informa Tech beziehungsweise Omdia.
Energieeffizienz im Blick behalten
Ein praktischer Hinweis am Rande: Die genannten Modelle unterscheiden sich in ihrer Energieeffizienz. The Frame und The Frame Pro sind in Klasse F eingeordnet. Bei den OLED-Geräten variiert die Einstufung je nach Bildschirmgröße – der S95H etwa liegt bei 55 Zoll in Klasse G und bei 65 sowie 77 Zoll in Klasse F, während der S99H in 55 Zoll Klasse G und in 65, 77 und 83 Zoll Klasse E erreicht. Wer einen Fernseher dauerhaft als Kunstdisplay betreibt, sollte den Stromverbrauch also durchaus mit einkalkulieren.
Der Art Store im Überblick
Die 43 Wiener Werke sind nur ein kleiner Teil eines deutlich größeren Angebots. Der Samsung Art Store bündelt nach Angaben des Herstellers mehr als 5.000 Kunstwerke in 4K-Auflösung, stammend von über 800 Künstlern und mehr als 80 Partnern. Dazu zählen neben Museen auch Galerien und einzelne Kunstschaffende.
Organisiert ist das Ganze als Abonnementdienst. Der Zugriff auf die vollständige Auswahl erfordert ein kostenpflichtiges Art-Store-Abo – die einzelnen Werke lassen sich also nicht dauerhaft frei nutzen, ohne dass laufende Gebühren anfallen. Samsung weist zudem darauf hin, dass sich die verfügbaren Kunstwerke im Katalog ohne vorherige Ankündigung ändern können. Was heute im Angebot ist, muss also nicht dauerhaft bleiben.
Innerhalb der Plattform lässt sich das Angebot nach verschiedenen Kriterien durchstöbern. Nutzer können Werke nach Stil, Epoche oder Stimmung auswählen und so eine persönliche digitale Galerie zusammenstellen. Statt eines statischen Bildschirmschoners entsteht dadurch eine kuratierte Wand, die sich je nach Anlass oder Tageszeit anpassen lässt – etwa ruhige Landschaften für den Abend oder farbstarke Porträts als Blickfang.
Zwischen Marketing und echtem Kulturzugang
Es lohnt sich, das Angebot nüchtern einzuordnen. Der Art Store ist ohne Frage ein cleveres Instrument, um teure Premium-Fernseher attraktiver zu machen: Wer ohnehin The Frame oder ein OLED-Spitzenmodell besitzt, bekommt einen zusätzlichen Nutzen geliefert, der über den klassischen TV-Betrieb hinausgeht. Gleichzeitig bindet das Abo-Modell die Kunden an ein wiederkehrendes Entgelt.
Auf der anderen Seite steht ein tatsächlicher Zugewinn an Zugänglichkeit. Werke wie Bruegels „Turmbau zu Babel“ oder Vermeers „Die Kunst der Malerei“ hängen normalerweise in Wien, und nicht jeder kann dorthin reisen. Sie in hoher Auflösung zu Hause betrachten zu können, ist ein anderer Zugang zur Kunst – kein Ersatz für das Original, aber eine sinnvolle Ergänzung. Dass Museen wie das KHM diese Reichweite ausdrücklich als Chance sehen, spricht dafür, dass es sich nicht um reines Marketing handelt, sondern um eine beidseitig gewollte Kooperation.
Was bedeutet das für dich?
Ob sich das erweiterte Angebot für dich lohnt, hängt vor allem von deiner vorhandenen Ausstattung und deinem Interesse an Kunst ab. Ein paar konkrete Orientierungspunkte:
- Prüfe zuerst dein Gerät. Der Art Store und die neue Wiener Sammlung setzen kompatible Samsung-Modelle voraus – vor allem The Frame, The Frame Pro, Micro RGB sowie die OLED-Modelle S95H und S99H aus dem 2026er-Lineup. Auf älteren oder anderen Fernsehern kann das Angebot eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sein.
- Kalkuliere die laufenden Kosten ein. Für den vollen Zugriff auf alle über 5.000 Werke ist ein kostenpflichtiges Abonnement nötig. Überlege, ob du den Dienst regelmäßig nutzen würdest oder ob dir einzelne, ohnehin verfügbare Motive genügen.
- Nutze die Filterfunktionen. Statt dich durch tausende Werke zu klicken, kannst du gezielt nach Epoche, Stil oder Stimmung suchen und dir passende Sammlungen für unterschiedliche Räume oder Anlässe anlegen.
- Behalte den Stromverbrauch im Auge. Wenn der Fernseher dauerhaft als digitales Bild läuft, summiert sich der Energieverbrauch. Die Energieeffizienzklassen der Modelle reichen von E bis G – ein Blick auf die konkrete Einstufung deiner Bildschirmgröße hilft bei der Einschätzung.
- Sieh es als Ergänzung, nicht als Ersatz. Wenn dich ein Werk besonders anspricht, kann die digitale Version ein guter Anstoß sein, das Original später vor Ort in Wien zu erleben.
Häufige Fragen
Welche Museen sind neben Wien im Samsung Art Store vertreten?
Neben dem Kunsthistorischen Museum Wien arbeitet Samsung mit einer Reihe international renommierter Institutionen zusammen. Genannt werden unter anderem der Louvre in Paris, das Prado-Museum in Madrid und das MUNCH-Museum in Oslo. Insgesamt umfasst die Plattform mehr als 80 Partner, zu denen neben Museen auch Galerien und einzelne Künstler gehören.
Brauche ich für die neuen Werke ein Abo?
Ja. Für den Zugriff auf die vollständige Auswahl des Art Store ist ein kostenpflichtiges Abonnement erforderlich. Samsung weist außerdem darauf hin, dass sich der Katalog ohne vorherige Ankündigung ändern kann – einzelne Werke sind also nicht garantiert dauerhaft verfügbar.
Auf welchen Samsung-Fernsehern funktioniert der Art Store?
Die Plattform ist auf der TV-Produktpalette 2026 von Samsung verfügbar. Dazu zählen The Frame, The Frame Pro, die Micro-RGB-Modelle sowie die OLED-Fernseher S95H und S99H. Diese Geräte sind darauf ausgelegt, Kunstwerke mit hoher Klarheit, Farbgenauigkeit und Detailtreue darzustellen.
Wie hoch ist die Bildqualität der digitalen Kunstwerke?
Alle Werke werden in 4K-Auflösung bereitgestellt. Bei detailreichen Gemälden wie Bruegels „Turmbau zu Babel“ macht sich das bemerkbar, weil feine architektonische Strukturen erkennbar bleiben. Bei Vermeers „Die Kunst der Malerei“ kommt vor allem das für den Künstler typische Spiel mit Licht und Schatten zur Geltung.
Ersetzt der Art Store den Besuch im echten Museum?
Nein, und so ist er auch nicht gedacht. Der KHM-Generaldirektor Dr. Jonathan Fine beschreibt das digitale Angebot als Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu erreichen und Menschen dazu zu inspirieren, die Originalwerke persönlich in Wien zu besuchen. Die digitale Darstellung ist eine Ergänzung, die den Zugang erleichtert – die Aura und Materialität des Originals kann sie nicht abbilden.




