Amazon bewegt sich derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Der Konzern elektrifiziert seine Logistik in Deutschland mit schweren Lastwagen, baut die Verbindung zwischen seinem Streamingdienst Prime Video und dem eigenen Onlineshop aus und lockt nebenbei mit reduzierten Netzwerkgeräten. Auf den ersten Blick wirken diese Themen wie zusammenhanglose Meldungen. Tatsächlich zeigen sie aber, wie breit der Konzern inzwischen aufgestellt ist – vom Warentransport über die letzte Meile bis in dein Wohnzimmer.

Die folgenden Abschnitte ordnen die aktuellen Nachrichten ein: Was steckt hinter dem Einsatz der elektrischen Mercedes-Lkw, wie funktionieren die neuen Shopping-Funktionen in Prime Video, und was davon ist für dich in Deutschland überhaupt relevant? Grundlage sind Berichte von Golem.de, die sich auf Angaben von Amazon und Daimler Trucks stützen.

Über 50 elektrische Mercedes-Lkw für Amazon in Deutschland

Amazon weitet sein Elektrofahrzeug-Programm deutlich aus. Wie Golem.de unter Berufung auf Daimler Trucks berichtet, sollen bis Ende 2026 mehr als 50 batterieelektrische Sattelzugmaschinen des Typs Mercedes-Benz eActros 600 auf deutschen Straßen unterwegs sein. Diese Fahrzeuge sind Teil einer größeren Bestellung: Insgesamt geht es um mehr als 200 Einheiten des eActros 600. Amazon bezeichnet das als seine bislang größte Order elektrischer Schwerlast-Lkw. Die ersten 26 Fahrzeuge aus dieser Bestellung sind laut den Angaben bereits im Einsatz.

Andreas Marschner, Vice President of Sustainable Operations bei Amazon, nannte die Übergabe einen Meilenstein für die Elektrifizierung des Transportnetzwerks. Er verwies darauf, dass elektrische Lösungen auf der letzten Meile – also bei der Zustellung direkt zum Kunden – schon länger im Einsatz sind. Die neuen Lkw sollen diesen Ansatz nun auf längere Strecken ausdehnen, konkret auf die Verbindungen zwischen Logistikzentren und Ballungsräumen.

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Foto: Golem.de

Middle-Mile: der Transport zwischen den Zentren

Der Begriff, den Amazon dafür verwendet, ist Middle Mile. Gemeint ist der Warentransport zwischen großen Logistikstandorten und städtischen Verteilpunkten – also der Abschnitt, der zwischen der Ankunft im Verteilzentrum und der eigentlichen Auslieferung liegt. Genau hier kommen die schweren Sattelzüge ins Spiel, weil sie größere Mengen über mittlere Distanzen bewegen.

Der eActros 600 ist für solche Einsätze gebaut. Er verfügt über ein Batteriepaket mit 621 kWh Kapazität und erreicht laut Herstellerangaben eine Reichweite von rund 500 Kilometern. Diese Reichweite ist der entscheidende Punkt: Sie reicht aus, um viele Middle-Mile-Verbindungen abzudecken, ohne dass unterwegs ständig nachgeladen werden muss. Damit adressiert der Lkw genau die Lücke, die batterieelektrische Fahrzeuge lange offenließen – den schweren Fernverkehr über mehrere Hundert Kilometer.

Ladeinfrastruktur als eigentliche Herausforderung

Ein Elektro-Lkw ist nur so nützlich wie die Möglichkeit, ihn schnell wieder aufzuladen. Deshalb baut Amazon nach den vorliegenden Berichten Hunderte DC-Schnelllader auf, um die Flotte zu versorgen. Diese Ladepunkte sollen die Batterien in etwas mehr als einer Stunde von 20 auf 80 Prozent bringen. Diese Zeitspanne ist bewusst gewählt: Sie passt in bestehende Logistikabläufe, etwa in Pausen oder Umschlagzeiten, sodass die Fahrzeuge ohne größere Unterbrechungen weiterfahren können.

Der Lkw-Einsatz ist eingebettet in ein umfassenderes Investitionsprogramm. Amazon gibt an, mehr als eine Milliarde Euro in die Elektrifizierung und Dekarbonisierung seines europäischen Transportnetzwerks zu stecken. Davon fließen über 400 Millionen Euro nach Deutschland. Diese Zahlen zeigen, dass es sich nicht um ein Pilotprojekt mit ein paar Vorzeigefahrzeugen handelt, sondern um einen strukturellen Umbau der Logistik – zumindest dem Anspruch nach.

Prime Video wird zum Schaufenster: Shopping im Stream

Ein ganz anderes Feld, aber dieselbe Logik der Verzahnung: Amazon bringt Streaming und Onlineshopping enger zusammen. Wie Golem.de berichtet, hat der Konzern neue Funktionen für Prime Video vorgestellt, die in Filmen, Serien und Sportübertragungen gezeigte Produkte leichter auffindbar und direkt kaufbar machen sollen.

Im Zentrum steht der Ausbau der bereits bekannten X-Ray-Funktion. Bisher lieferte X-Ray während der Wiedergabe Zusatzinfos zu Darstellern, Rollen oder Musikstücken. Künftig bekommt die Funktion einen eigenen Bereich fürs Einkaufen. Auf Fire-TV-Geräten öffnest du den Shop-Tab direkt aus der laufenden Wiedergabe und siehst passende Artikel. Der eigentliche Kaufabschluss läuft aber nicht am Fernseher ab, sondern über das Smartphone: Über einen eingeblendeten QR-Code öffnest du die Amazon-Shopping-App, die den gerade laufenden Inhalt automatisch erkennt und einen synchronisierten Produkt-Feed anzeigt. Den Kauf schließt du dann am Handy ab.

Shop the Show und Shop the Scene

Neben X-Ray erweitert Amazon den bestehenden Dienst Shop the Show. Bislang mussten Nutzer den Begriff manuell in die Amazon-App eingeben. Künftig führt das Öffnen der App bei aktivem Streaming direkt zum passenden Shop des jeweiligen Titels. Gleichzeitig wächst die Reichweite deutlich: Amazon erweitert das Angebot von 1.300 auf über 8.000 Inhalte. Dazu zählen Eigenproduktionen, lizenzierte Titel und Live-Sport.

Ganz neu ist die Funktion Shop the Scene. Sie basiert auf der visuellen Suchtechnologie Amazon Lens. Beim Streamen synchronisiert die Shopping-App automatisch einen Produkt-Feed mit dem laufenden Inhalt. Tippst du auf ein Produktbild, sucht Amazon Lens nach optisch ähnlichen Artikeln – etwa Bekleidung oder Möbelstücken. Weil Amazon viele der im Film gezeigten Marken nicht selbst im Sortiment führt, liefert die Anwendung bei Bedarf vergleichbare Alternativen. Damit ist die Funktion vor allem als Orientierungshilfe gedacht, weniger als exakter Nachkauf des Gesehenen. Shop the Scene startet in den USA für iOS und Android und unterstützt zunächst mehr als 600 Titel.

Warum das vorerst nicht in der EU kommt

Für dich in Deutschland ist der wichtigste Punkt eine Einschränkung: Alle drei Erweiterungen stehen zum Start ausschließlich in den USA bereit. Ob und wann sie in die EU kommen, ließ Amazon offen. Golem.de nennt dafür einen plausiblen Grund. Amazon gilt seit 2023 als sogenannter Gatekeeper im Sinne des Digital Markets Act (DMA) und steht bei der EU-Kommission wegen möglicher Bevorzugung eigener Angebote unter Beobachtung. Eine Funktion, die Streaminginhalte direkt in den eigenen Shop lenkt, könnte diese Prüfung zusätzlich anheizen. Der regulatorische Rahmen in Europa bremst hier also, was in den USA bereits ausgerollt wird.

Erwähnenswert ist zudem, dass die Grundidee nicht von Amazon stammt. Plattformen wie Youtube, Peacock, Roku und Disney erproben schon länger interaktive Werbeformate und einkaufbare Videoinhalte. Amazon greift damit ein Konzept auf, das in der Branche gerade breit getestet wird – nur mit dem Vorteil, dass der Konzern den passenden Onlineshop gleich selbst besitzt.

Neben den strategischen Themen taucht Amazon regelmäßig mit Produktangeboten in den Schlagzeilen auf. Ein aktuelles Beispiel ist der WLAN-Repeater TP-Link RE655, den Golem.de in einem gekennzeichneten Anzeigenbeitrag vorstellt. Solche Repeater erweitern die Reichweite des heimischen WLANs, indem sie das Signal auch in Räume tragen, die vom Router weiter entfernt liegen.

Der RE655 arbeitet mit 4x4-MU-MIMO-Technik und kann Daten mit bis zu vier Geräten gleichzeitig austauschen. Die angegebene Gesamtgeschwindigkeit liegt bei bis zu 2.600 MBit/s – aufgeteilt in 1.733 MBit/s auf dem 5-GHz-Band und 800 MBit/s auf 2,4 GHz. Per Beamforming richtet das Gerät sein Signal gezielt auf verbundene Geräte aus. Laut Hersteller soll es bis zu 1.000 Quadratmeter abdecken, wobei solche Flächenangaben stark von der baulichen Umgebung abhängen und im Alltag deutlich niedriger ausfallen können.

Praktisch ist der integrierte Gigabit-LAN-Port. Darüber lassen sich Fernseher, PCs oder Drucker per Kabel einbinden. Verbindest du den Port direkt mit dem Router, arbeitet das Gerät als Access-Point. In Kombination mit einem Mesh-fähigen TP-Link-Router kann es außerdem in ein Mesh-Netzwerk eingebunden werden, das nahtloses Roaming zwischen den Räumen erlaubt. Die Einrichtung läuft über die WPS-Taste, alternativ über die Tether-App oder eine Weboberfläche. Eine Signalanzeige hilft, den besten Standort zu finden.

Preislich nennt Golem.de 66,40 Euro statt zuvor 89,90 Euro, was einem Rabatt von 26 Prozent entspricht. Als Alternative wird der TP-Link RE3600BE mit Wi-Fi 7 und bis zu 2.882 MBit/s auf 5 GHz für 79,90 Euro genannt. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um einen Affiliate-Deal, und Aktionspreise sind zeitlich befristet. Ein Preisvergleich lohnt sich, bevor du zugreifst.

Das größere Bild: Amazon verzahnt seine Geschäftsfelder

Die drei Meldungen wirken zunächst unverbunden, folgen aber einem erkennbaren Muster. Amazon versucht, seine Sparten stärker ineinandergreifen zu lassen. Bei der Logistik geht es darum, den gesamten Weg der Ware – von der Middle Mile bis zur letzten Meile – effizienter und emissionsärmer zu gestalten. Die Investitionen in E-Lkw und Ladeinfrastruktur sind teuer, zahlen aber langfristig auf Betriebskosten und Nachhaltigkeitsziele ein.

Bei Prime Video verfolgt der Konzern eine ähnliche Idee der Integration, nur auf der Nachfrageseite. Statt Streaming und Shop getrennt zu betreiben, verwandelt Amazon Filme, Serien und Sport in Einstiegspunkte für den Einkauf. Für Amazon ist das naheliegend, weil kaum ein anderer Anbieter Streamingdienst und Onlinehändler unter einem Dach vereint. Für die Wettbewerbshüter in Europa ist genau diese Verzahnung jedoch ein sensibler Punkt – weshalb die Funktionen vorerst nur in den USA erscheinen.

Was bedeutet das für dich?

Je nachdem, ob du Amazon als Kunde, als Prime-Video-Nutzer oder einfach als Beobachter der Tech-Branche siehst, ergeben sich unterschiedliche Konsequenzen.

  • Elektro-Lkw: Für dich als Kunde ändert sich der Bestellvorgang nicht. Der Umbau der Logistik läuft im Hintergrund. Relevant ist er, wenn dir die Umweltbilanz deiner Bestellungen wichtig ist – hier bewegt sich etwas, allerdings noch in überschaubarem Umfang gemessen an der Gesamtflotte.
  • Prime-Video-Shopping: Erwarte diese Funktionen kurzfristig nicht in Deutschland. Der DMA-Rahmen und die laufenden Prüfungen der EU-Kommission machen einen schnellen Start hierzulande unwahrscheinlich. Wer die neuen Kaufwege ausprobieren will, ist vorerst auf die USA angewiesen.
  • WLAN-Repeater: Wenn dein WLAN in einzelnen Räumen schwächelt, kann ein Repeater helfen. Prüfe vor dem Kauf aber, ob nicht ein Mesh-System oder ein besser platzierter Router die nachhaltigere Lösung ist. Aktionspreise solltest du immer mit einem Preisvergleich gegenchecken.

Konkret kannst du folgendermaßen vorgehen:

  1. Beobachte offizielle Amazon-Ankündigungen für den deutschen Markt, wenn dich die Shopping-Funktionen in Prime Video interessieren.
  2. Vergleiche bei Netzwerktechnik den Aktionspreis mit dem üblichen Marktpreis, bevor du bestellst – befristete Deals sind nicht automatisch günstig.
  3. Achte bei WLAN-Problemen zuerst auf Router-Standort und Bandbelegung, bevor du zusätzliche Hardware kaufst.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie viele Elektro-Lkw setzt Amazon in Deutschland ein?

Bis Ende 2026 sollen mehr als 50 batterieelektrische Mercedes-Benz eActros 600 auf deutschen Straßen fahren. Sie sind Teil einer Bestellung von insgesamt über 200 Fahrzeugen. Die ersten 26 Einheiten aus dieser Order sind laut den Angaben bereits im Einsatz.

Welche Reichweite hat der eActros 600?

Der Lkw verfügt über ein Batteriepaket mit 621 kWh und erreicht laut Herstellerangaben rund 500 Kilometer Reichweite. Amazon setzt ihn vorrangig auf sogenannten Middle-Mile-Strecken ein, also beim Transport zwischen Logistikzentren und städtischen Verteilpunkten. Schnelllader sollen die Batterie in etwas mehr als einer Stunde von 20 auf 80 Prozent bringen.

Kann ich die neuen Shopping-Funktionen von Prime Video in Deutschland nutzen?

Vorerst nicht. X-Ray Shop, Shop the Show und Shop the Scene stehen zum Start ausschließlich in den USA bereit. Ob und wann sie in die EU kommen, hat Amazon offengelassen. Als Grund gilt unter anderem die Stellung von Amazon als DMA-Gatekeeper und die laufende Beobachtung durch die EU-Kommission.

Was ist der Unterschied zwischen Shop the Show und Shop the Scene?

Shop the Show zeigt dir zu einem Titel passende Produkte in der Amazon-App und deckt über 8.000 Inhalte ab. Shop the Scene basiert dagegen auf der visuellen Suche Amazon Lens: Du tippst auf ein Produktbild aus einer Szene, und die App sucht optisch ähnliche Artikel. Weil Amazon nicht alle gezeigten Marken führt, dient diese Funktion vor allem als Orientierung und schlägt vergleichbare Alternativen vor.

Lohnt sich der TP-Link RE655 zum Aktionspreis?

Der Repeater bietet mit bis zu 2.600 MBit/s, Gigabit-LAN, Access-Point-Modus und Mesh-Unterstützung eine solide Ausstattung. Golem.de nennt einen reduzierten Preis von 66,40 Euro. Ob sich der Kauf lohnt, hängt von deinem WLAN-Problem ab: Bei einzelnen Funklöchern kann ein Repeater sinnvoll sein, bei grundlegenden Reichweitenproblemen ist oft ein Mesh-System die bessere Wahl. Aktionspreise solltest du zudem immer per Preisvergleich prüfen.