Donnerstag, Juli 25, 2024
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Mobilfunknetze in Deutschland: Fortschritte und Herausforderungen

Der Netzausbau in Deutschland schreitet kontinuierlich voran und spielt eine entscheidende Rolle in unserer vernetzten Welt. Doch wo genau stehen wir heute in Bezug auf Mobilfunk und Netzabdeckung? Dieser Artikel widmet sich genau dieser Frage und bietet einen aktuellen Überblick über den Stand der Mobilfunk- und Netzinfrastruktur in Deutschland. Dabei gehen wir nicht nur auf die Fortschritte ein, sondern befassen uns auch mit den bestehenden Engpässen und Herausforderungen und werfen einen Blick auf die Strategien der Mobilfunkanbieter sowie die Rolle der Bundesregierung.

Immer mehr Datenvolumen: Die Entwicklung der Mobilfunktarife in Deutschland

In Deutschland verändern sich die Angebote am Mobilfunkmarkt rasant. Ein Blick auf die aktuellen Mobilfunktarife der Telekom verdeutlicht diesen Trend besonders deutlich.

Früher standen vor allem Minuten und SMS im Mittelpunkt, während das Datenvolumen eher knapp bemessen war. Doch heute ist es anders: Die Tarife enthalten immer mehr Datenvolumen. Bereits Einsteigertarife der Anbieter enthalten in der Regel fünf oder mehr Gigabyte zur Nutzung.

Doch während die Tarife immer großzügiger werden und der Markt mit High-End-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S24 Ultra oder dem iPhone 15 Pro Max aufwartet, stellt sich die Frage, ob der Netzausbau mit dieser Entwicklung auch mithalten kann.

Denn selbst das großzügigste Datenvolumen nützt wenig, wenn die Netzabdeckung und Geschwindigkeit nicht mithalten können. Die zentrale Frage, die sich in diesem Kontext stellt, lautet: Wie steht es derzeit um den Ausbau der Netze, insbesondere im Bereich von 5G?

Der aktuelle Stand der Netzabdeckung in Deutschland

Aktuell gibt es hierzulande drei Mobilfunknetze. Sie gehören zu den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefonica. Als Mobilfunkstandards sind in Deutschland aktuell 2G, 4G/LTE sowie 5G im Einsatz.

Laut dem Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur vom Januar 2023 beläuft sich die Netzabdeckung in Deutschland auf 99,68 Prozent für 2G, 96,99 Prozent für LTE und 84,89 Prozent für 5G. Die Bundesnetzagentur berichtet darüber hinaus, dass in nur noch 0,31 Prozent der gesamten Landfläche Deutschlands keine Netzverbindung zur Verfügung steht. Somit sollte das Auftreten von Funklöchern äußerst selten geworden sein.

Es gibt jedoch einen wichtigen Punkt zu beachten: Die Daten der Bundesnetzagentur zeigen uns lediglich, wie gut die Gesamtabdeckung durch die drei bestehenden Mobilfunknetze in Deutschland ist. Das bedeutet, dass die einzelnen Netzbetreiber – Telekom, Vodafone und Telefonica – in ihren eigenen Netzen bislang noch eine geringere Abdeckung erreichen.

Widersprüchliche Angaben der einzelnen Anbieter

Die Angaben zur Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter werfen oft Fragen auf. Laut Telekom erreicht ihr 5G-Netz mehr als 95 Prozent der Bevölkerung, Vodafone sagt, dass ihr 5G-Netz rund 90 Prozent der Menschen in Deutschland abdeckt, und Telefonica behauptet ebenfalls, dass 90 Prozent der Bevölkerung ihr 5G-Netz nutzen können.

Diese Zahlen widersprechen jedoch den Angaben der Bundesnetzagentur, die als Aufsichtsbehörde für die Netzabdeckung in Deutschland fungiert. Nach ihren Daten erreicht die Telekom eine 4G-Abdeckung von 90,7 Prozent und eine 5G-Abdeckung von 68,3 Prozent. Vodafone hat eine 4G-Abdeckung von 90,1 Prozent und eine 5G-Abdeckung von 58,8 Prozent. Telefonica erreicht eine 4G-Abdeckung von 85,3 Prozent und eine 5G-Abdeckung von 46,5 Prozent.

Diese Diskrepanz hat zwei Hauptgründe: Erstens hat die Bundesnetzagentur ihre Daten Ende 2022 erhoben und im Januar 2023 veröffentlicht, während sich der Netzausbau seitdem weiterentwickelt hat. Zweitens betrachtet die Behörde nicht nur besiedelte Gebiete, sondern die Gesamtfläche Deutschlands, was zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann.

Gigabitstrategie: Die Bundesregierung treibt den Ausbau voran

Im Sommer 2022 hat die Bundesregierung die Gigabitstrategie verabschiedet, die in Zusammenarbeit mit Bund, Ländern, Kommunen und Telekommunikationsunternehmen entwickelt wurde. Die Strategie sieht vor, bis Ende 2025 die Anzahl der Glasfaseranschlüsse zu verdreifachen, sodass 50 Prozent der Haushalte und Unternehmen davon profitieren können. Außerdem soll bis 2026 sichergestellt werden, dass Mobilfunknutzer überall im Land ohne Unterbrechungen telefonieren und Daten austauschen können.

Das sind jedoch nur die ersten Schritte auf dem Weg zu einem größeren Ziel: Bis 2030 soll in ganz Deutschland eine flächendeckende Versorgung mit energieeffizienten Glasfaseranschlüssen bis ins Haus und dem neuesten Mobilfunkstandard erreicht werden, um schnelles Internet sowohl zu Hause als auch unterwegs zu gewährleisten. Ein Ziel unterstützt dabei das andere, da Mobilfunkantennenstandorte in der Regel eine Glasfaseranbindung benötigen.

Doch wie hilft die Bundesregierung konkret? Hier sind einige der Maßnahmen:

  • Die Genehmigungen für neue Glasfaser- und Mobilfunkstandorte sollen einfacher und einheitlicher werden. Dies geschieht durch Änderungen im Baurecht.
  • Es wird ein zentrales Online-Portal eingerichtet, über das Anträge für Genehmigungen eingereicht werden können.
  • Es werden Techniken gefördert, um Glasfaser schneller zu verlegen, wie flachere Verlegung im Boden oder sogar oberirdische Verbindungen.
  • Zusätzlich gibt es das Gigabit-Grundbuch, das als zentrale Informationsquelle für die digitale Infrastruktur in Deutschland dient und für die Öffentlichkeit, Branchen und Behörden entsprechende Transparenz bietet.

Die größten Hürden beim Netzausbau

Politiker werden nicht müde, davon zu reden, dass Deutschland eine führende Rolle beim 5G einnehmen sollte. Doch die Realität sah und sieht wie so oft anders aus.

Zu den größten Hürden zählt unter anderem die Versteigerung der Frequenzen. Diese spülte dem Staat zwar rund 6,6 Milliarden Euro in die Kasse. Dieses Geld fehlt den Unternehmen jedoch nun beim zügigen Ausbau.

Huawei galt lange als Top-Player im 5G-Ausbau, lieferte wichtige Technologien und Ausrüstung. Doch seit 2018 haben viele Firmen und Länder Huawei aufgrund von Spionageängsten gemieden, was den 5G-Ausbau ebenfalls bremste. Zumindest diese Hürde scheint aber nun beseitigt zu sein.

Martin
Martinhttps://techpill.de
Martin ist leidenschaftlicher Technikfreak und beschäftigt sich am liebsten mit Smartphones und Tablets. Am liebsten berichtet Martin über aktuelle Leaks und News rund um den Smarpthone Bereich.

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