Für Apple beginnt am 9. September 2026 ein neues Kapitel. Unter dem Titel „Surprise and shine“ lädt der Konzern zu seiner traditionellen Herbst-Keynote – doch diesmal steht nicht nur ein neues iPhone im Rampenlicht. Erstmals führt mit John Ternus ein neuer Vorstandschef durch die Präsentation, und er soll gleich in seiner zweiten Woche an der Spitze eine der riskantesten Produktneuheiten der iPhone-Geschichte verkaufen: ein faltbares Gerät mit einem Preis oberhalb von 2.000 Dollar.

Die Keynote startet hierzulande am Mittwoch um 19 Uhr und lässt sich wie gewohnt per Livestream auf Apples Webseite, über Apple TV oder auf YouTube verfolgen. Neben dem faltbaren iPhone stehen laut Berichten neue Pro-Modelle, eine überarbeitete Apple Watch und frische AirPods auf dem Programm. Was sich abzeichnet, wie belastbar die Erwartungen sind und was das für dich bedeutet, ordnen wir hier ein.

John Ternus: Der neue CEO und sein erster großer Auftritt

Die personelle Zäsur ist mindestens so bemerkenswert wie die Produkte. Tim Cook hat nach 15 Jahren an der Konzernspitze übergeben – an John Ternus, der bisher Apples Hardware-Sparte leitete. Genau in dieser Abteilung wurde das faltbare iPhone entwickelt. Laut einem Bericht der Financial Times, aufgegriffen von Golem.de, arbeitet Apple seit mindestens acht Jahren an dem neuen Design.

Cook überlässt seinem Nachfolger damit einen Auftritt mit hohem Einsatz. Ternus präsentiert seine erste Produktreihe als Vorstandschef des nach Marktwert zweitwertvollsten Unternehmens der Welt – und muss den Kunden gleich zwei Dinge schmackhaft machen, die es in zwei Jahrzehnten iPhone-Geschichte nie gab: einen faltbaren Bildschirm und ein Preisschild jenseits der 2.000-Dollar-Marke. Ob Ternus auch einen eigenen Stil in die Keynote-Regie einbringt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Der Druck, gleich zum Start zu liefern, ist beträchtlich.

Im Hintergrund steht ein wirtschaftlicher Zwang. Dem FT-Bericht zufolge muss Apple die Preise über die gesamte Gerätepalette hinweg anheben, um steigende Kosten aufzufangen. Das erklärt auch, warum ein derart teures Produkt ausgerechnet jetzt an den Start geht.

iPhone Ultra: Das erste faltbare Apple-Smartphone

Der spannendste Programmpunkt trägt den Namen iPhone Ultra und wäre Apples erstes Foldable. Laut t3n füllt dieses Modell den Platz in der Präsentation, den sonst die günstigeren Standardgeräte einnehmen. Denn die kommen diesmal später.

Analysten rechnen damit, dass das iPhone Ultra trotz des hohen Preises schnell vergriffen sein könnte. Der Grund ist allerdings nüchtern: Apple soll nur geringe Stückzahlen einplanen. Der Verkaufsstart erfolgt zudem nicht direkt parallel zu den Pro-Modellen, sondern etwas später – so verschafft sich der Konzern mehr Zeit für die Produktion. Die Veröffentlichung wird trotzdem noch für 2026 erwartet.

Bemerkenswert ist die Skepsis, die schon im Umfeld der Ankündigung mitschwingt. In begleitenden Berichten wird die Frage gestellt, ob ein faltbares iPhone überhaupt echte Alltagsprobleme löst oder eher ein Prestigeobjekt für eine kleine Zielgruppe bleibt. Die knappe Verfügbarkeit deutet darauf hin, dass Apple das erste Foldable selbst als Nischenprodukt und Technologievitrine begreift – nicht als Massenmodell.

iPhone 18 Pro und Pro Max: Die eigentlichen Zugpferde

Die größte Ankündigung nach Stückzahl dürfte dennoch die reguläre iPhone-Generation sein. Auf dem Event zeigt Apple laut den Berichten das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max. Wer auf ein Standardmodell oder die schlankere Air-Variante wartet, muss sich gedulden: Diese günstigeren Geräte plant Apple offenbar erst für das Frühjahr 2027.

Interessant für Preisbewusste ist ein Detail am Rande. Laut t3n sollen das iPhone 18 Pro und Pro Max bereits nach wenigen Monaten im Preis nachgeben. Wer nicht sofort zuschlagen muss, kann also mit etwas Geduld sparen – ein Muster, das sich bei Apple-Geräten regelmäßig beobachten lässt.

Parallel zur neuen Hardware startet iOS 27, das aktuell schon als Beta verfügbar ist. Mit dem Update kommt ein größeres Upgrade für Apple Intelligence. Allerdings landet die verbesserte KI nicht auf allen Geräten. Ältere Modelle erhalten laut den Berichten nur die klassischen Software-Neuerungen und müssen auf die neuen KI-Funktionen verzichten. Aus dem Umfeld heißt es zudem, dass eine ausdrucksstärkere Siri-Variante zunächst auf das iPhone 17 Pro und das Air-Modell beschränkt bleibt.

Apple Watch und AirPods 5: Die Begleiter

Neben den Smartphones plant Apple weitere Ankündigungen. Erwartet werden die Apple Watch Series 12 sowie ein neues Ultra-Modell. Beim Standardmodell soll Apple eine Keramikoption zurückbringen, die vor einigen Jahren als besondere Edition angeboten wurde. Für die Ultra-Uhr wird vor allem ein neuer Chip erwartet – größere Sprünge bleiben hier wohl aus.

Weiter kursieren Gerüchte, die über das aktuelle Event hinausweisen: von einem möglichen Wechsel zu einem runden Uhrendesign bis hin zu einem Fitnesstracker ohne Display, mit dem Apple Anbietern wie Whoop und Fitbit Konkurrenz machen könnte. Diese Pläne dürften aber eher der Zukunft angehören.

Zum Abschluss werden neue AirPods 5 erwartet. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um die Kopfhörer mit integrierter Kamera, die vor einiger Zeit durch ein geleaktes Werbevideo bekannt wurden – dieses Kameramodell soll erst 2027 folgen. Die AirPods 5 sollen stattdessen einen neuen Chip und womöglich zusätzliche Sensoren zur Gesundheitsmessung mitbringen.

MacBook Neo 2: Was sich bei Apples Einsteiger-Notebook ändern soll

Abseits des September-Events zeichnet sich schon der nächste Schritt bei den Macs ab. Apple arbeitet laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman an der zweiten Generation des MacBook Neo. Das Einsteiger-Notebook kam im Frühjahr 2026 auf den Markt, ein Nachfolger könnte bereits 2027 folgen – möglicherweise im März. Bloomberg rechnet mit mindestens drei größeren Neuerungen.

Macbook Neo: Was bei der zweiten Generation besser werden soll
Foto: t3n

Die wichtigste Änderung betrifft den Prozessor. Statt des A18 Pro aus dem iPhone 16 Pro von 2025 soll der A19 Pro aus dem iPhone 17 Pro zum Einsatz kommen. An der Zahl der Rechenkerne dürfte sich nichts ändern, sie arbeiten aber schneller. Entscheidender ist der Arbeitsspeicher: Der A18 Pro bringt standardmäßig acht Gigabyte LPDDR5X mit, der A19 Pro dagegen immer zwölf Gigabyte. Die zusätzlichen vier Gigabyte helfen spürbar im Alltag, weil das System seltener Daten auf die SSD auslagern muss. Beim ersten MacBook Neo kostet genau das Tempo – trotz schneller SSD. Auch speicherhungrige KI-Anwendungen profitieren.

Als dritte Neuerung gelten neue Farben. Das hätte gleich zwei Vorteile: Die Jahrgänge lassen sich leichter unterscheiden, und die jüngere Zielgruppe – das Neo ist auch als Schul- und Studiengerät gedacht – findet womöglich eher „ihre“ Farbe. Schon jetzt ist das MacBook Neo einer der buntesten Macs. Neben Silber gibt es Rosa, Zitrus und Indigo. Mehr Auswahl bietet aktuell nur der iMac mit sechs Farben.

Offen bleibt der Preis. Apple führte das günstigste Neo für knapp 700 Euro ein, hob es im Juni im Zuge einer allgemeinen Preiserhöhung aber auf 800 Euro an. Im Handel liegen die Preise weiterhin darunter. Vor dem neuen Neo erwartet Gurman weitere Mac-Modelle: neue iMacs mit M6-Chip, ein 14-Zoll-MacBook Pro mit M6 sowie ein MacBook Ultra mit Touchscreen. Im Laufe des kommenden Jahres soll auch das MacBook Air auf den M6 umsteigen.

Sicherheit: Wie macOS jetzt ClickFix-Angriffe abfängt

Während die Hardware-Gerüchte die Schlagzeilen dominieren, hat Apple im Hintergrund seinen Malware-Schutz ausgebaut. Vor wenigen Monaten erweiterte der Konzern die in macOS integrierten Schutzfunktionen. Mittlerweile prüft das System auch Terminalbefehle, die über die Zwischenablage eingefügt werden – und blockiert sie unter Umständen komplett. Hintergrund ist die zunehmende Verbreitung sogenannter ClickFix-Angriffe.

ClickFix-Angriff über Reddit: Apples Malware-Schutz greift ein
Foto: iFun.de

Bei dieser Methode werden Nutzer auf manipulierte Webseiten geführt, die vermeintliche Sicherheitsabfragen, Fehlermeldungen oder vorgetäuschte Anleitungen anzeigen. Ziel ist es, das Opfer zur Ausführung bestimmter Tastenkombinationen oder anderer riskanter Aktionen zu bewegen. Apple fängt deshalb bestimmte eingefügte Terminalbefehle mit einer Warnmeldung ab. Je nach Inhalt weist das System auf eine mögliche Gefahr hin oder verhindert die Ausführung ganz. Vollständig blockiert wird der Befehl, wenn macOS ihn eindeutig als Malware-Skript erkennt. Besteht nur ein Verdacht, kann der Nutzer nach der Warnung selbst entscheiden, ob er abbricht oder fortfährt.

Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie perfide solche Kampagnen inzwischen aufgebaut sind. Laut iFun.de beginnt ein aktueller Angriff mit einer gefälschten Anzeige für den Videodienst HBO Max. Erschwerend kommt hinzu, dass die Werbung als reguläre Einblendung auf dem Diskussionsportal Reddit erscheint und auf eine Webseite führt, die auf den ersten Blick echt wirkt. Nur die abweichende Schreibweise hbomaxx.com mit doppeltem X verrät die Fälschung. Dort findet sich die Anleitung, eine angeblich im Mac App Store verfügbare App über einen bereitgestellten Terminalbefehl zu installieren. Der Versuch, diesen Befehl auszuführen, wird von Apples Malware-Schutz unterbunden.

Der Fall macht deutlich: Man muss längst nicht mehr in zwielichtige Ecken des Internets abtauchen, um mit Schadsoftware konfrontiert zu werden. Schädliche Anzeigen erscheinen auf regulären, viel besuchten Plattformen.

Was bedeutet das für dich?

Wenn du mit einem Apple-Kauf liebäugelst oder dich schützen willst, helfen dir ein paar konkrete Überlegungen:

  • Auf Standardmodelle warten lohnt sich womöglich. Das reguläre iPhone 18 und die Air-Variante zeigt Apple laut Berichten erst im Frühjahr 2027. Wer kein Pro-Gerät braucht, sollte den Kauf nicht überstürzen.
  • Preisverfall einplanen. Berichte deuten an, dass iPhone 18 Pro und Pro Max schon nach wenigen Monaten günstiger werden. Mit etwas Geduld sparst du bares Geld.
  • Beim Foldable Erwartungen dämpfen. Das iPhone Ultra soll teuer und knapp verfügbar sein. Wer es unbedingt will, muss beim Verkaufsstart schnell sein – oder auf breitere Verfügbarkeit warten.
  • KI-Funktionen prüfen. Das große Apple-Intelligence-Upgrade in iOS 27 erreicht nicht jedes Gerät. Prüfe vor einem Update, ob dein Modell die neuen KI-Features überhaupt unterstützt.
  • Beim MacBook Neo auf den RAM achten. Falls du ein Einsteiger-Notebook planst, könnte die zweite Generation mit zwölf statt acht Gigabyte im Alltag spürbar flüssiger laufen.

Für deine Sicherheit gilt unabhängig von neuer Hardware:

  1. Füge niemals Terminalbefehle ein, deren Herkunft und Wirkung du nicht verstehst – auch dann nicht, wenn eine Webseite dich dazu auffordert.
  2. Prüfe URLs genau. Verdopplungen wie das doppelte X in hbomaxx.com sind ein klares Warnsignal.
  3. Installiere Apps nur aus dem Mac App Store oder von der offiziellen Entwicklerseite, nie über kopierte Befehle aus Werbeanzeigen.
  4. Nimm Warnmeldungen von macOS ernst. Wenn das System einen eingefügten Befehl blockiert oder anzweifelt, hat das meist einen guten Grund.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wann findet das Apple-Event statt und wie kann ich es verfolgen?

Die Keynote unter dem Titel „Surprise and shine“ läuft am 9. September 2026 und startet hierzulande um 19 Uhr. Verfolgen kannst du das Event per Livestream auf Apples Webseite, über Apple TV oder auf YouTube.

Was ist das iPhone Ultra?

Das iPhone Ultra wäre laut Berichten Apples erstes faltbares Smartphone. Das Design ist seit mindestens acht Jahren in Entwicklung, der Preis soll oberhalb von 2.000 Dollar liegen. Apple plant offenbar nur geringe Stückzahlen, der Verkaufsstart erfolgt später als bei den Pro-Modellen, aber noch im Jahr 2026.

Warum zeigt Apple das Standard-iPhone 18 nicht schon jetzt?

Berichten zufolge präsentiert Apple auf dem September-Event nur das iPhone 18 Pro und Pro Max. Das reguläre iPhone 18 und die Air-Variante sollen erst im Frühjahr 2027 folgen. Den frei gewordenen Platz in der Keynote füllt Apple mit dem faltbaren iPhone Ultra.

Bekommt mein älteres iPhone das neue Apple Intelligence?

Nicht zwingend. Mit iOS 27 kommt ein größeres Apple-Intelligence-Upgrade, das aber nicht auf allen Geräten landet. Ältere Modelle erhalten laut den Berichten nur die klassischen Software-Neuerungen und müssen auf die neuen KI-Funktionen verzichten. Eine ausdrucksstärkere Siri soll zunächst dem iPhone 17 Pro und dem Air-Modell vorbehalten bleiben.

Wie schützt mich macOS vor ClickFix-Angriffen?

macOS prüft inzwischen Terminalbefehle, die du über die Zwischenablage einfügst. Erkennt das System ein eindeutiges Malware-Skript, blockiert es die Ausführung komplett. Bei bloßem Verdacht erhältst du eine Warnung und kannst selbst entscheiden. Den besten Schutz bietet aber, überhaupt keine fremden Befehle aus Werbeanzeigen oder unbekannten Webseiten einzufügen.