Der September ist bei Apple traditionell der Monat der Neuvorstellungen, und 2026 fällt das Paket besonders breit aus. Auf dem Hardware-Event am 9. September zeigte der Konzern gleich zwei neue Smartwatches, eine überarbeitete Einsteiger-Generation der AirPods und die neuen iPhones. Parallel dazu steht der Software-Wechsel an: iOS 27 und die weiteren 27er-Betriebssysteme kommen am 14. September. Und im Hintergrund verschiebt Apple die Spielregeln für seine KI-Dienste – künftig soll intensive Nutzung von Apple Intelligence Geld kosten.

Die Ankündigungen hängen enger zusammen, als es auf den ersten Blick wirkt. Neue Sensoren brauchen einen neuen Chip, neue KI-Funktionen brauchen Serverleistung, und die verteuert sich gerade spürbar. Wer abschätzen will, welches Gerät oder welches Update sich lohnt, sollte die Details kennen. Der folgende Überblick fasst zusammen, was die Quellen zu Preisen, Terminen und Funktionen melden – und ordnet ein, was davon wirklich neu ist.

Apple Watch Series 12 und Ultra 4: neues Sensorsystem, alter Formfaktor

Die beiden neuen Uhren teilen sich das technische Fundament. Apple hat für Series 12 und Ultra 4 ein sogenanntes Health-Sensing-System entwickelt, das neue optische und elektrische Herzsensoren kombiniert. Angetrieben wird das Ganze vom S11-Chip, den Apple als seinen leistungsstärksten Wearable-Chip bezeichnet. Laut Apples Pressemitteilung soll die Kombination die genaueste Herzfrequenzmessung liefern, die derzeit in einem Wearable verfügbar sei – belegt durch eine interne Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern im Vergleich mit führenden Konkurrenzprodukten.

Konkret misst die Uhr die Herzfrequenz nun alle fünf Sekunden über den gesamten Tag. Größere, energieeffizientere grüne LEDs machen das möglich. Die Herzfrequenzvariabilität (HRV), ein Marker für Stress und Erholung, wird laut Apple bis zu 24-mal häufiger erfasst als bisher. Neu ist dabei die Unterscheidung zwischen Recovery-HRV für die tägliche Stress- und Regenerationsanalyse und einer Gesamt-HRV, die langfristige Gesundheitstrends abbildet. Eine neue Tages-Vitalwerte-Ansicht lässt zwischen nächtlichen und tagsüber erfassten Werten wechseln.

Readiness und Gesundheitsalter

Die auffälligste neue Funktion heißt Readiness. Sie bündelt Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalwerte und Schlafdaten zu einem täglichen Score von null bis zehn und liefert eine von vier Empfehlungen: Erholen, Ruhig angehen lassen, Bereit oder Volle Power. Der Wert aktualisiert sich im Tagesverlauf, berücksichtigt also etwa ein anstrengendes Workout. Entwickelt wurde der Algorithmus laut Apple mit Daten aus der Heart-and-Movement-Study, unter Einbeziehung von Sportwissenschaftlern und Ärzten.

Dazu kommt eine neu gestaltete Health-App auf dem iPhone, die laut Apple erst später im Jahr erscheint. Sie erhält einen Reiter Longevity mit einer Funktion namens Health Age, die ausgewählte Kennzahlen mit dem tatsächlichen Alter vergleicht. Wie t3n einordnet, ist vieles davon kein Alleinstellungsmerkmal: Einen Tagesform-Score und ein Gesundheitsalter erheben auch die Wearables von Garmin und Whoop. Bei der durchgehenderen Erfassung von Herzfrequenz und HRV zieht Apple im Grunde nach.

Akku, Design und Preise

Bei der Laufzeit trennen sich die Modelle. Die Series 12 bleibt bei bis zu 24 Stunden im typischen Alltag, bietet nun aber bis zu zehn Stunden bei Outdoor-Workouts – ein Plus von 25 Prozent. Eine 15-minütige Ladung soll bis zu zwölf Stunden zusätzliche Nutzung bringen. Die Ultra 4 legt deutlicher zu: bis zu 50 Stunden Alltagsnutzung, bis zu 84 Stunden im Stromsparmodus und bis zu 45 Stunden Outdoor-Tracking im Max-Extended-Workout-Modus. Eine Viertelstunde am Ladegerät bringt hier bis zu 18 Stunden.

Die Series 12 kommt in Gehäusegrößen von 42 und 46 mm, in Aluminium, Titan sowie neuen Keramik-Versionen in Perlweiß und Nachtblau. Die Aluminiummodelle setzen auf Ceramic Shield 2, das laut Apple 60 Prozent widerstandsfähiger ist als das bisherige Ion-X-Glas. Die Ultra 4 besteht laut Hersteller zu 100 Prozent aus recyceltem Titan und ist in Natur und Schwarz erhältlich. Preislich startet die Series 12 bei 449 Euro, die Ultra 4 bei 899 Euro. Beide lassen sich vorbestellen, der Verkauf beginnt am 18. September.

AirPods 5: Noise Cancelling zieht in die Basis

Bei den Kopfhörern ist die zentrale Neuerung leicht zusammengefasst: Aktives Noise Cancelling steckt jetzt schon im günstigeren Basismodell. Laut Apple entfernen die AirPods 5 bis zu 50 Prozent mehr Umgebungsgeräusche als die AirPods 4 mit ANC. Möglich machen das eine neue Akustikarchitektur mit mehreren Öffnungen und verbesserte computergestützte Audio-Algorithmen. Dazu kommen ein natürlicherer Transparenzmodus, Adaptive Audio zum automatischen Wechsel zwischen beiden Modi und eine Konversationserkennung, die die Medienlautstärke senkt, sobald man spricht.

Apple bietet die AirPods 5 in zwei Varianten an. Das Basismodell kostet 149 Euro – so viel wie einst der Einstiegspreis der AirPods 4, nun aber inklusive ANC. Für 169 Euro gibt es die Version mit kabellosem Ladecase, die zusätzlich die von den AirPods Pro bekannte Lautstärkesteuerung am Stiel per Wischgeste mitbringt (Volume Swipe), erstmals in dieser offenen Bauform. Golem merkt an, dass die Aufwertung des Basismodells die teurere Variante fast überflüssig mache.

Beim Akku hält das Einstiegsmodell mit aktiviertem ANC bis zu vier Stunden durch, zusammen mit dem Case bis zu 20 Stunden. Die Version mit Ladecase kommt auf bis zu fünf Stunden mit ANC und bis zu 22 Stunden mit Case. Beide erhalten einen verbesserten Staub- und Wasserschutz. Über Siri AI und iPhone lassen sich KI-Funktionen freihändig nutzen, dazu kommt die Live-Übersetzung, die nun im gesamten AirPods-Angebot verfügbar ist. In den USA startet das Basismodell bei 129 US-Dollar. Vorbestellungen laufen, der Verkauf beginnt ebenfalls am 18. September.

iOS 27 und die 27er-Familie: Termin steht, Design bleibt

Auf der Software-Seite hat Apple den Veröffentlichungstermin bestätigt. iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 Golden Gate, watchOS 27, tvOS 27 und visionOS 27 stehen laut iFun.de am Montag, dem 14. September, für kompatible Geräte bereit. Anders als im Vorjahr steht diesmal kein grundlegender Designwechsel an. Apple konzentriert sich auf Leistungsverbesserungen, Feinschliff und den weiteren Ausbau von Apple Intelligence.

iOS 27 bringt unter anderem neue KI-Werkzeuge zur Fotobearbeitung, überarbeitete Kinderschutzfunktionen und viele Detailverbesserungen. Safari kann Tabs automatisch nach Themen sortieren und Webseiten auf Änderungen überwachen. Auf dem Mac fällt der Schnitt tiefer: macOS 27 Golden Gate verabschiedet sich endgültig von Intel-Prozessoren und setzt Apple Silicon voraus. Betroffene Intel-Macs erhalten laut den Ankündigungen noch drei Jahre Sicherheitsupdates, aber keine neuen Funktionen mehr.

Wer bekommt die Updates – und wer nicht

Beim iPhone bleibt die Kompatibilität gegenüber iOS 26 unverändert. Wie t3n auflistet, läuft iOS 27 auf allen Geräten ab der iPhone-11-Serie einschließlich iPhone SE (2020 und 2022). Bei der Apple Watch fällt der Schnitt dagegen hart aus: watchOS 27 gibt es nur noch für Series 9, 10 und 11, Ultra 2 und Ultra 3 sowie die SE der dritten Generation. Sämtliche Modelle vor der Series 9 fallen heraus – ebenso die erste Apple Watch Ultra, die zum Start 2022 noch 999 Euro kostete und nach nur vier Jahren kein Update mehr erhält.

Bei den iPads fallen unter anderem die Pro-Modelle von 2018, das iPad Air der dritten, das iPad mini der fünften und das reguläre iPad der achten Generation aus dem Raster. Geräte mit Apples M-Chips bleiben durchweg kompatibel.

Siri AI: später und in der EU eingeschränkt

Die auffälligste Einschränkung betrifft die neue Siri-Generation. Siri AI wird als Beta mit iOS 27 zunächst nur auf Englisch bereitgestellt, weitere Sprachen wie Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch sollen im Oktober folgen. In der Europäischen Union will Apple Siri AI auf iPhone, iPad und Apple Watch vorerst gar nicht anbieten. Auf dem Mac und der Vision Pro soll die neue Assistenz dagegen auch hierzulande zur Verfügung stehen. Deutsch gehört zu den unterstützten Apple-Intelligence-Sprachen, doch die regionale Beschränkung bleibt der entscheidende Haken für Nutzer in Deutschland.

KI wird kostenpflichtig: Apple bestätigt Nutzungslimits

Eine der folgenreichsten Meldungen des Monats steht nicht im Rampenlicht der Keynote, sondern in einem Support-Dokument. Apple bestätigt darin erstmals ausdrücklich, dass besonders rechenintensive Funktionen von Apple Intelligence künftig Nutzungslimits unterliegen. Wer sein kostenloses Kontingent aufbraucht, muss entweder warten oder für erweiterten Zugriff bezahlen. Das berichtet iFun.de unter Berufung auf das Dokument.

Siri AI & Co.: Apple bestätigt kostenpflichtige Nutzungskontingente
Foto: iFun.de

Betroffen sind Funktionen, die nicht ausschließlich lokal auf dem Gerät laufen, sondern serverseitige Modelle nutzen. Apple nennt unter anderem Siri AI, Image Playground und die intelligenten Fotowerkzeuge Bereinigen, Verlängern und Räumliches Neuausrichten. Auch die in Kurzbefehlen verfügbaren Modelle AFM 3 Cloud und AFM 3 Cloud Pro fallen darunter, ebenso Drittanbieter-Apps, die Apples Foundation Models über Private Cloud Compute verwenden.

Wie großzügig die kostenlosen Kontingente ausfallen, lässt Apple offen. Die Limits können je nach Funktion, Komplexität einer Anfrage und aktueller Serverauslastung variieren. Ist die Grenze erreicht, wird die Funktion vorübergehend gesperrt und steht erst nach einer Wartezeit wieder bereit – auch deren Dauer nennt Apple nicht. Ganz überraschend kommt der Schritt nicht: Bereits im Juni hatte Apple bestätigt, dass bestimmte serverbasierte Funktionen täglichen Limits unterliegen und erweiterte Kontingente über die meisten iCloud+-Abos angeboten werden sollen. Ein erstes Beispiel für die Staffelung liefert die Home-App, in der KI-generierte Videozusammenfassungen je nach iCloud+-Tarif für unterschiedlich viele Kameras verfügbar sind. Apple verweist im Dokument auf die Softwareversionen des Jahres 2027 – spätestens dann dürfte der Konzern konkreter erklären müssen, wie groß die Freikontingente sind und was zusätzlicher Zugriff kostet.

Preise steigen, iPhone 18 fehlt: die Marktlage

Auffällig ist nicht nur, was Apple vorgestellt hat, sondern auch, was fehlt. Zusammen mit dem iPhone 18 Pro und Pro Max sowie dem faltbaren iPhone Duo präsentierte Apple erstmals seit Jahren kein Basismodell. Ein iPhone 18 gibt es zunächst nicht – wer ein Einsteiger-iPhone möchte, greift weiter zum iPhone 17 von 2025, allerdings zu gestiegenem Preis. Wie Golem in einer Analyse ausführt, dürfte das reguläre iPhone 18 erst im Frühjahr 2027 folgen.

Hinter dem Verzicht steckt Kalkül. Speicher und andere Chips sind im Preis deutlich gestiegen, was quer durch die Produktpalette zu Aufschlägen führt. Teurere Pro-Modelle werfen höhere Margen ab, weshalb es für Apple sinnvoll ist, knappe Bauteile dort einzusetzen. Golem verweist zudem auf Verkaufsdaten des Vorjahres: Zu Weihnachten 2025 war bei den großen US-Netzbetreibern nicht das Basismodell der Topseller, sondern das iPhone 17 Pro Max. Die Preiserhöhungen betreffen nicht nur die Neugeräte – laut heise online hat Apple auch die Preise älterer, weiterhin verfügbarer iPhones teils erheblich angehoben.

Was bedeutet das für dich?

Die Fülle an Neuheiten erschwert die Entscheidung. Diese Punkte helfen, das Relevante herauszufiltern:

  • Update planen: iOS 27 kommt am 14. September für alle iPhones ab der 11er-Serie. Ein Backup vor der Installation ist Pflicht, größere Updates werden meist in den Abendstunden ausgerollt.
  • Apple Watch prüfen: Besitzt du eine Series 8 oder älter, eine Ultra der ersten Generation oder eine Watch SE zweiter Generation, bekommst du watchOS 27 nicht mehr. Das ist beim Kauf einer neuen Uhr ein Argument.
  • AirPods abwägen: Willst du ANC, aber keine Silikonaufsätze im Ohr, sind die AirPods 5 ab 149 Euro die günstigste Option. Wer Lautstärke am Stiel und kabelloses Laden möchte, zahlt 20 Euro mehr.
  • KI-Nutzung im Blick behalten: Wer serverbasierte Funktionen wie Image Playground intensiv nutzt, sollte künftig auf Wartezeiten und mögliche Zusatzkosten achten. In der EU sind viele dieser Funktionen ohnehin eingeschränkt.
  • Beim iPhone-Kauf rechnen: Da das Basismodell fehlt und ältere Geräte teurer wurden, lohnt ein Preisvergleich – auch mit generalüberholten Modellen.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wann erscheint iOS 27 und welche iPhones bekommen es?

Der Rollout startet am 14. September 2026. iOS 27 läuft auf allen Geräten, die auch iOS 26 unterstützen – das reicht laut t3n von der iPhone-11-Serie über iPhone 12 bis 17 und Air bis hin zu iPhone SE 2020 und 2022. Die Installation erfolgt über Einstellungen, Allgemein, Softwareupdate.

Kostet die Nutzung von Apple Intelligence künftig Geld?

Teilweise ja. Apple hat bestätigt, dass rechenintensive, serverbasierte Funktionen wie Siri AI, Image Playground und bestimmte Fotowerkzeuge kostenlose Nutzungskontingente erhalten. Ist das Limit erreicht, folgt eine Wartezeit; wer nicht warten will, soll gegen Bezahlung erweiterten Zugriff erwerben können. Konkrete Preise oder Freikontingente hat Apple bislang nicht genannt.

Was unterscheidet die Apple Watch Series 12 von der Ultra 4?

Beide teilen das neue Health-Sensing-System und den S11-Chip samt Readiness-Funktion. Die Ultra 4 ist robuster, hat ein Titangehäuse und deutlich mehr Akku: bis zu 50 Stunden Alltag und 84 Stunden im Stromsparmodus gegenüber 24 Stunden bei der Series 12. Preislich liegen sie mit 899 gegenüber 449 Euro weit auseinander.

Lohnt sich das teurere AirPods-5-Modell?

Das hängt von deinen Prioritäten ab. Beide Modelle bieten das verbesserte ANC. Die 169-Euro-Version ergänzt kabelloses Laden, die Lautstärkesteuerung per Wischgeste am Stiel und eine etwas längere Akkulaufzeit von bis zu fünf statt vier Stunden mit ANC. Wer diese Extras nicht braucht, fährt mit dem 149-Euro-Modell gut.

Funktioniert Siri AI in Deutschland?

Nur eingeschränkt. Siri AI startet zunächst als englische Beta, deutsche Sprachunterstützung gehört zwar zu Apple Intelligence, doch in der EU bietet Apple die neue Siri-Generation auf iPhone, iPad und Apple Watch vorerst nicht an. Auf dem Mac und der Vision Pro soll sie dagegen auch hierzulande verfügbar sein.