Der quelloffene App-Store F-Droid bekommt das größte Update seiner Geschichte. Nach eigener Aussage des Entwicklerteams ist F-Droid 2.0 die umfangreichste Aktualisierung seit rund zehn Jahren. Die App wurde in weiten Teilen komplett neu programmiert – diesmal in der Programmiersprache Kotlin. Statt nur an der Oberfläche zu schrauben, haben die Macher unter der Haube aufgeräumt und gleichzeitig die Bedienung modernisiert.

Für alle, die auf ihrem Android-Gerät bewusst auf freie und quelloffene Software (FOSS) setzen, ist F-Droid seit Jahren die zentrale Anlaufstelle abseits des Google Play Store. Die Neuauflage fällt in eine Phase, in der das Thema Sideloading und alternative Bezugsquellen für Android-Apps ohnehin heftig diskutiert wird. Umso interessanter ist, was sich konkret ändert – und was das für den Alltag bedeutet. Die Informationen stammen laut Berichten von heise online und Golem.de vom Entwicklerteam selbst.

Was F-Droid überhaupt ist

F-Droid ist ein alternativer App-Store für Android, der sich ausschließlich auf freie und quelloffene Software konzentriert. Statt kommerzieller Apps mit Trackern und Werbung liegt der Fokus auf Anwendungen, deren Quellcode offenliegt und die von der Community geprüft werden können. Der Store spielt damit eine besondere Rolle für alle, die Wert auf Datenschutz, Transparenz und Unabhängigkeit von Googles Infrastruktur legen.

Genau in diesem Umfeld war die bisherige App allerdings in die Jahre gekommen. Die alte Oberfläche wirkte im Vergleich zu modernen Store-Apps verstaubt, die Navigation war umständlich, und die Codebasis erschwerte laut Team die Weiterentwicklung. Mit Version 2.0 soll sich das ändern – bei gleichzeitig erhaltener Grundausrichtung: Die neue App baut auf der alten auf, wurde in großen Teilen aber von Grund auf neu geschrieben.

Neues Design nach Material Design

Die auffälligste Neuerung dürfte das überarbeitete Aussehen sein. F-Droid 2.0 orientiert sich an Googles Material Design und setzt auf kleinere App-Logos. Auf den bislang veröffentlichten Screenshots wirkt die Oberfläche dadurch aufgeräumter und übersichtlicher als in der bisherigen Version. Wo früher große Kacheln viel Platz beanspruchten, passt jetzt mehr Inhalt auf den Bildschirm.

Auch das Menüdesign ist neu. Der frischere Look ist dabei mehr als Kosmetik: Er soll das Auffinden von Apps erleichtern und die App an das gewohnte Erscheinungsbild moderner Android-Anwendungen angleichen. Wer aus dem Play Store oder von anderen Store-Apps kommt, dürfte sich damit schneller zurechtfinden.

Schlankere Navigation: nur noch drei Bereiche

Ein zentraler Umbau betrifft die Navigationsleiste. Bislang verteilten sich die Funktionen auf fünf Einträge – künftig sind es nur noch drei:

  • Discover – zum Entdecken neuer Apps, inklusive der Kategorien
  • Search – die Suche mit erweiterten Funktionen
  • My Apps – ein direkter Überblick über alle installierten Anwendungen

Die reduzierte Navigation soll die Bedienung klarer machen. Funktionen, die vorher in der Leiste steckten, wandern an neue Orte: Die Umfeld-Funktion und die Einstellungen finden sich jetzt am oberen Bildrand. Die Kategorien sind in den Discover-Bereich gewandert. Über Discover sollen sich neue Apps insgesamt einfacher aufstöbern lassen.

Mehr Kategorien für gezieltes Suchen

Passend dazu hat das Team die Zahl der Kategorien nach eigenen Angaben deutlich erhöht. F-Droid 2.0 enthält zahlreiche spezialisierte Kategorien, mit denen sich ein bestimmter App-Typ gezielter finden lässt. Damit die Fülle nicht unübersichtlich wird, gibt es zusätzlich sogenannte Meta-Kategorien, die als übergeordnete Gruppierung dienen. So bleibt trotz feinerer Aufteilung eine grobe Struktur erhalten.

Bessere Suche und automatische Updates

Die Suche wurde ebenfalls aufgewertet. Statt nur nach App-Namen zu fahnden, lässt sich künftig auch nach Funktionen von Anwendungen suchen. Wer also eine bestimmte Fähigkeit braucht, aber den Namen der passenden App nicht kennt, hat bessere Chancen, fündig zu werden. Die Ergebnisse lassen sich zudem mit Filtern sortieren, in denen sich unerwünschte Aspekte gezielt ausschließen lassen.

Praktisch im Alltag ist eine weitere Änderung: Apps werden künftig automatisch aktualisiert. Die bisher übliche Pull-to-Refresh-Geste, mit der man die App-Liste manuell auffrischen musste, ist damit nicht mehr nötig. Das nähert F-Droid dem Komfort an, den man von größeren Stores kennt.

Sicherheitsfunktionen kehren zurück

Für Nutzer, denen bereits die Verwendung bestimmter Apps zur Gefahr werden könnte, hat das Team eine Reihe von Schutzmaßnahmen wieder integriert. Dazu zählen laut den Berichten:

  • Tor-Unterstützung für anonymisierte Verbindungen
  • ein Panic-Mode, der F-Droid als Taschenrechner-App tarnt

Solche Funktionen richten sich an Menschen in sensiblen Situationen, etwa in repressiven Umgebungen, in denen schon die installierte App auffällig sein könnte. Dass das Team diese Optionen wieder aufgreift, unterstreicht die Ausrichtung des Projekts auf Datenschutz und Sicherheit.

Gestrichen wurde dagegen die Möglichkeit, Apps auf Knopfdruck aus F-Droid heraus zu entfernen. Diese Funktion sei sehr aufwendig zu programmieren und nur für eine sehr kleine Nutzergruppe relevant gewesen, so die Begründung. Wer Apps löschen will, muss das damit über die üblichen Android-Wege erledigen.

Warum der Umstieg auf Kotlin zählt

Der Wechsel auf Kotlin ist mehr als eine technische Fußnote. Mit der Neuprogrammierung wollten die Entwickler eine Codebasis schaffen, die einfacher zu pflegen ist. Der Gedanke dahinter: Wenn weniger Aufwand in die reine Wartung fließt, bleiben mehr Ressourcen für neue Funktionen. Die aufgeräumte Grundlage soll also die Weiterentwicklung von F-Droid mittelfristig beschleunigen.

Für ein Community-getriebenes Open-Source-Projekt, das teils auf freiwillige Mitarbeit und Fördergelder angewiesen ist, ist dieser Punkt entscheidend. Eine moderne, wartbare Basis senkt die Einstiegshürde für neue Mitwirkende und macht das Projekt langfristig robuster.

Wann kommt das Update?

F-Droid 2.0 soll in den kommenden Wochen stufenweise verteilt werden. Ein gestaffelter Rollout ist üblich, um Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor die neue Version alle Nutzer erreicht. Ein exaktes Datum für die vollständige Verfügbarkeit nennen die Berichte nicht. Es kann also sein, dass die Aktualisierung nicht sofort auf jedem Gerät auftaucht.

Was bedeutet das für dich?

Wenn du F-Droid nutzt oder mit dem Gedanken spielst, auf freie Apps umzusteigen, bringt Version 2.0 spürbare Verbesserungen im Alltag. So gehst du am besten vor:

  1. Auf das Update warten: Da der Rollout stufenweise erfolgt, kann es einige Wochen dauern, bis 2.0 bei dir ankommt. Es lohnt sich, die App gelegentlich zu prüfen.
  2. Automatische Updates begrüßen: Nach dem Umstieg musst du App-Aktualisierungen nicht mehr manuell anstoßen – deine installierten Apps bleiben von selbst aktuell.
  3. Neue Suche ausprobieren: Nutze die Funktionssuche und die Filter, um gezielt Apps mit oder ohne bestimmte Eigenschaften zu finden.
  4. Sicherheitsoptionen prüfen: Wenn du besonderen Wert auf Anonymität legst, sieh dir Tor-Unterstützung und den Panic-Mode in den Einstellungen an.
  5. Neue Navigation einprägen: Einstellungen und die Umfeld-Funktion findest du künftig oben statt in der unteren Leiste – dort gibt es nur noch Discover, Search und My Apps.

Für Einsteiger senkt das aufgeräumte Design die Hürde, den Store überhaupt zu erkunden. Wer bislang wegen der etwas sperrigen Oberfläche zögerte, findet mit 2.0 einen deutlich zugänglicheren Zugang zu quelloffenen Android-Apps.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was ist neu an F-Droid 2.0?

Die App wurde weitgehend neu in Kotlin geschrieben und bekam ein an Material Design angelehntes Design mit kleineren Logos. Die Navigation schrumpft auf drei Bereiche (Discover, Search, My Apps), die Suche erlaubt jetzt auch das Suchen nach Funktionen, Apps aktualisieren sich automatisch, und es gibt deutlich mehr Kategorien.

Kostet F-Droid etwas?

F-Droid ist ein quelloffener App-Store, der sich auf freie und quelloffene Software konzentriert. Das Projekt wird von einer Community getragen und finanziert sich unter anderem über Fördergelder. Zu Kosten für Nutzer machen die vorliegenden Berichte keine Angaben, die auf ein kostenpflichtiges Angebot hindeuten.

Wann kann ich das Update installieren?

F-Droid 2.0 wird in den kommenden Wochen stufenweise ausgerollt. Ein festes Datum für die vollständige Verfügbarkeit ist nicht genannt. Es kann daher sein, dass die neue Version zeitversetzt auf deinem Gerät erscheint.

Welche Sicherheitsfunktionen bietet die neue Version?

Das Team hat mehrere Schutzmaßnahmen wieder aufgenommen, darunter die Unterstützung von Tor für anonymisierte Verbindungen und einen Panic-Mode, der F-Droid als Taschenrechner-App tarnt. Diese Funktionen richten sich vor allem an Nutzer in besonders sensiblen Situationen.

Gibt es Funktionen, die wegfallen?

Ja. Die Möglichkeit, Apps direkt per Knopfdruck aus F-Droid zu entfernen, wurde gestrichen. Laut Begründung war diese Funktion aufwendig umzusetzen und nur für eine sehr kleine Nutzergruppe relevant. Apps lassen sich weiterhin über die regulären Android-Funktionen deinstallieren.