Das iPhone 18 Pro ist erst seit wenigen Tagen im Handel, doch die Stimmung unter den ersten Käufern ist gemischt. In Foren und auf Reddit häufen sich Beschwerden über die Gesichtserkennung: Face ID arbeitet bei einem Teil der Geräte unzuverlässig, reagiert langsamer als gewohnt und bringt manche iPhones sogar zum Absturz. Angesichts eines Einstiegspreises von 1.449 Euro fällt die Enttäuschung entsprechend deutlich aus.
Auffällig ist, dass die Berichte nicht von einzelnen Ausreißern stammen, sondern sich zu einem Muster verdichten. Mehrere Fachmedien, darunter t3n und Golem, greifen die Schilderungen auf. Wir ordnen ein, was bislang bekannt ist, wo die technischen Ursachen liegen könnten und was das für dich bedeutet, falls du mit einem Kauf liebäugelst.
Was genau schiefläuft
Die Berichte lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Zum einen klagen Nutzer über eine spürbar schlechtere Erkennungsleistung. Vor allem in dunkler Umgebung gelinge das Entsperren nicht immer zuverlässig, und die Reaktionszeit falle länger aus als bei früheren iPhone-Modellen. Der Zugang zum Gerät wird dadurch ausgebremst. Manche Betroffene hoffen, dass sich das System mit der Zeit einspielt und die Erkennung besser wird. Andere Nutzer wiederum berichten von keinerlei Veränderung gegenüber ihren älteren iPhones.
Die zweite Kategorie wiegt deutlich schwerer. Hier stürzt das Betriebssystem nach einem gescheiterten Face-ID-Versuch komplett ab, das Smartphone friert ein und startet neu. Auffällig ist der Kontext: Das Entsperren des gesperrten Startbildschirms selbst läuft laut den Schilderungen einwandfrei. Zu Problemen kommt es dagegen, wenn Face ID eine geschützte App oder Funktion freigeben soll – etwa die Passwörter-App, private Tabs in Safari oder andere Anwendungen mit biometrischem Schutz.
„Nicht einmal 24 Stunden und mein 18 Pro Max stürzt schon ab“, zitiert t3n einen frustrierten Reddit-Nutzer. Dreimal habe der Absturz mit Face ID zu tun gehabt, ein weiteres Mal mit einer Zeitüberschreitung beim Laden der Apple Wallet. Eine andere Person berichtet, ihr Gerät habe sich seit dem Kauf bereits zweimal neu gestartet – einmal sogar mitten in einem Telefonat.

Warum die neue Face-ID-Technik im Verdacht steht
Ein zentraler Unterschied zu den Vorgängermodellen erklärt möglicherweise, warum ausgerechnet das iPhone 18 Pro betroffen ist. Apple hat die Face-ID-Hardware neu konstruiert und deutlich verkleinert. Die Infrarotkamera, die für die Gesichtserkennung zuständig ist, liegt beim neuen Modell hinter dem Display verborgen. Sichtbar bleibt das System nur noch als kleiner Bereich in der Statusleiste, nahe der Uhrzeit.
Eigentlich sollte diese unter dem Display verbaute Technik exakt so funktionieren wie die bekannte Notch- beziehungsweise Dynamic-Island-Lösung früherer Generationen. Genau das scheint aber nicht durchgängig der Fall zu sein. Ob die neue Bauweise selbst für die schwächere Erkennungsleistung in dunklen Räumen verantwortlich ist oder ob ein Softwarefehler dahintersteckt, lässt sich von außen nicht abschließend beurteilen. Der Verdacht liegt jedoch nahe, dass Hardware und Software hier nicht perfekt zusammenspielen.
Hardwaredefekt oder Softwarefehler?
Interessant ist die Reaktion des Apple-Supports. Nach den vorliegenden Berichten geht der technische Support zunächst von einem Hardwaredefekt aus und bietet betroffenen Kunden einen Gerätetausch an. Bei einigen Käufern wurde das iPhone 18 Pro daraufhin tatsächlich ersetzt. Das Problem: Teilweise trat derselbe Fehler auch beim Austauschgerät wieder auf.
Genau das nährt bei vielen Betroffenen den Verdacht, dass eher ein Softwarefehler als ein Defekt der einzelnen Geräte vorliegt. Als möglicher Auslöser wird ein Bug in iOS 27 gehandelt. Für diese These spricht auch, dass sich der Absturz gezielt provozieren lässt – dazu später mehr. Träte das Problem rein zufällig bei einzelnen defekten Geräten auf, ließe es sich kaum reproduzierbar herbeiführen.
Apple selbst hat sich zu dem Vorfall bislang nicht öffentlich geäußert. Nach Einschätzung von Golem ist eine offizielle Stellungnahme auch nicht zu erwarten. Sollte tatsächlich ein Softwareproblem vorliegen, dürfte sich das erst dann bestätigen, wenn ein iOS-Update mit einer entsprechenden Fehlerkorrektur erscheint.
Wie viele Geräte sind betroffen?
Das tatsächliche Ausmaß bleibt vorerst offen. Nicht alle iPhone-18-Pro-Modelle scheinen die Probleme zu zeigen – ein erheblicher Teil der Nutzer berichtet von völlig normalem Verhalten. Aus einzelnen, wenn auch zahlreichen Beschwerden in Online-Foren lässt sich keine belastbare Fehlerquote ableiten. Klar ist nur: Es handelt sich nicht um einen Einzelfall, sondern um ein wiederkehrendes Muster, das mehrere unabhängige Berichte umfasst.
Wer prüfen möchte, ob das eigene Gerät betroffen ist, kann den Absturz laut den kursierenden Anleitungen gezielt herbeiführen. Dazu bedeckst du bei einer Face-ID-Abfrage dein Gesicht mit der Hand, um beim ersten Versuch bewusst einen Authentifizierungsfehler zu erzeugen. Anschließend wählst du die Option, das Entsperren erneut mit Face ID zu versuchen. Tritt der Fehler auf, friert das Gerät ein und reagiert nicht mehr auf Berührungen. Nach einigen Sekunden startet es neu und kehrt zum Sperrbildschirm zurück.
Ein solcher Selbsttest ist zwar aufschlussreich, aber mit Vorsicht zu genießen: Ein absichtlich ausgelöster Neustart belastet das System und ist im Alltag kein wünschenswerter Zustand. Wer sein Gerät auf diese Weise prüft, sollte das nicht wiederholt tun.
Ein teures Gerät mit Anlaufschwierigkeiten
Die Face-ID-Diskussion trifft auf ein ohnehin sensibles Thema: den Preis. Apple hat die Kosten für das neue Modell spürbar angehoben. Das iPhone 18 Pro startet bei 1.449 Euro und liegt damit rund 150 Euro über dem Vorgänger. Das iPhone 18 Pro Max ist ab 1.599 Euro erhältlich. Bei diesen Beträgen fallen Kinderkrankheiten besonders ins Gewicht – die Erwartungshaltung ist entsprechend hoch.
Als einen wesentlichen Grund für die Preissteigerung nennt Apple die anhaltende Speicherkrise. Viele Chiphersteller haben ihre Produktion umgestellt, um die derzeit entstehenden KI-Rechenzentren mit Komponenten zu versorgen. Dadurch werden SSDs und Arbeitsspeicher für Computer, Laptops und Smartphones knapp und teurer. Apple ist davon nach eigenen Angaben massiv betroffen und gibt die gestiegenen Kosten nun an die Kundschaft weiter.
„Wir haben noch nie erlebt, dass die Preise für Komponenten so stark und so schnell gestiegen sind“, erklärte der Konzern gegenüber Reuters. Bislang habe man Kunden von diesen Steigerungen verschont, sei nun aber an einem Punkt angelangt, an dem die Preise für einige Produkte angehoben werden müssten. Betroffen sind nicht nur die iPhones: Auch das MacBook Air ist inzwischen spürbar teurer geworden.
Weitere Kritikpunkte rund um das iPhone 18 Pro
Neben der Gesichtserkennung sorgen weitere Aspekte des neuen Modells für Diskussionen. Bei der Speicherleistung zeigt sich laut Golem eine Schwäche der Topvariante: Beim Dauerschreiben fällt das iPhone 18 Pro Max mit 1 Terabyte drastisch ab, sobald der schnelle Cache erschöpft ist. Die Schreibrate sackt dann teilweise unter das Niveau günstiger Micro-SD-Karten. Im Alltag dürfte das für die meisten Nutzer selten spürbar sein, für datenintensive Aufnahmen kann es aber relevant werden.
Auch bei der Reparierbarkeit gibt es Kritik. Ein Teardown durch iFixit deckte nach übereinstimmenden Berichten Reparaturprobleme auf – die neue, unter dem Display verbaute Technik erschwert Reparaturen und macht das Gerät weniger zugänglich. Was Apple als Premium-Feature vermarktet, wird damit zum Nachteil, wenn tatsächlich etwas repariert werden muss.
Versandvorschriften zwingen zur Akku-Limitierung
Ein weiteres kurioses Detail betrifft den Akku. Wie heise online berichtet, zwingen Versandvorschriften Apple zu einer Akku-Limitierung beim iPhone 18 Pro Max. Solche Regelungen zur Ladung von Lithium-Akkus während des Transports betreffen die Auslieferung – ein technischer Hintergrund, der im Trubel um Face ID leicht untergeht, aber zeigt, wie viele Randbedingungen bei einem neuen Flaggschiff zusammenkommen.
Ein Stummel-Pencil, der es nicht ins Duo schaffte
Auch abseits der Pro-Modelle gibt Apple Einblicke in seine Produktplanung. Laut heise online plante Apple offenbar einen verkürzten Apple Pencil für ein faltbares iPhone-Gerät, um das Malen und Schreiben auf dem iPhone zu ermöglichen. Das zeigt, dass Apple parallel an neuen Formfaktoren und Eingabekonzepten arbeitet – auch wenn nicht jede Idee den Weg in ein fertiges Produkt findet.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du ein iPhone 18 Pro oder Pro Max besitzt oder mit dem Kauf liebäugelst, lohnt ein nüchterner Blick auf die Lage. Die Probleme sind real, betreffen aber nicht jedes Gerät, und eine Lösung per Software-Update ist durchaus möglich.
- Prüfe dein Gerät gezielt, aber sparsam: Du kannst den beschriebenen Selbsttest einmal durchführen, um zu sehen, ob dein iPhone betroffen ist. Wiederhole das nicht ständig, da jeder erzwungene Absturz das System belastet.
- Halte iOS aktuell: Sollte ein Softwarefehler vorliegen, wird die Korrektur mit hoher Wahrscheinlichkeit über ein iOS-Update kommen. Installiere Aktualisierungen zeitnah.
- Dokumentiere Abstürze: Notiere, in welcher Situation das Gerät neu startet – etwa beim Entsperren einer bestimmten App. Diese Angaben helfen dem Apple-Support bei der Einordnung.
- Wäge einen Umtausch ab: Da der Fehler teils auch bei Austauschgeräten auftrat, ist ein Tausch nicht garantiert die Lösung. Kläre mit dem Support, ob ein bekannter Softwarefehler vorliegt, bevor du das Gerät einschickst.
- Behalte die Rückgabefrist im Blick: Wenn dich die Probleme stark einschränken und keine Besserung in Sicht ist, kann eine Rückgabe innerhalb der Widerrufsfrist die pragmatischere Wahl sein.
- Denk über Alternativen nach: Das iPhone 17 Pro Max ist im Handel teils deutlich günstiger als das neue Modell und ohne die neue Face-ID-Bauweise. Wer nicht auf die aktuellste Generation angewiesen ist, spart hier spürbar.
Grundsätzlich gilt: Frühe Käufer eines brandneuen iPhone-Modells übernehmen immer ein gewisses Risiko, dass Kinderkrankheiten erst im breiten Einsatz sichtbar werden. Wer Wert auf ein rundes Erlebnis legt, fährt oft besser, wenn er die ersten Wochen nach dem Verkaufsstart abwartet.
Häufige Fragen
Welche iPhone-Modelle sind von den Face-ID-Problemen betroffen?
Die Berichte beziehen sich auf das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max. Beide Modelle nutzen die neue, kleinere Face-ID-Technik mit unter dem Display verborgener Infrarotkamera. Ältere iPhones mit der bekannten Bauweise sind nach den vorliegenden Informationen nicht betroffen. Innerhalb der neuen Pro-Reihe zeigt allerdings nicht jedes Gerät die Probleme.
Wann kommt der Absturz vor?
Laut den Schilderungen tritt der Absturz vor allem dann auf, wenn Face ID eine geschützte App oder Funktion freigeben soll – zum Beispiel die Passwörter-App, private Safari-Tabs oder Anwendungen mit biometrischem Schutz. Nach einem gescheiterten Versuch friert das Gerät ein und startet neu. Das reine Entsperren des Sperrbildschirms funktioniert dagegen den Berichten zufolge zuverlässig.
Handelt es sich um einen Hardware- oder Softwarefehler?
Das ist bislang nicht abschließend geklärt. Der Apple-Support geht zunächst von einem Hardwaredefekt aus und bietet einen Gerätetausch an. Weil der Fehler aber teilweise auch bei Austauschgeräten wieder auftrat, vermuten viele Betroffene einen Softwarefehler, möglicherweise in iOS 27. Bestätigen ließe sich das voraussichtlich erst durch ein iOS-Update mit einer Fehlerkorrektur.
Wie viel kostet das iPhone 18 Pro?
Das iPhone 18 Pro startet bei 1.449 Euro und liegt damit rund 150 Euro über dem Vorgänger. Das iPhone 18 Pro Max ist ab 1.599 Euro erhältlich. Als Grund für die Preissteigerung nennt Apple unter anderem die anhaltende Speicherkrise, durch die Arbeitsspeicher und SSDs knapper und teurer geworden sind.
Sollte ich mit dem Kauf noch warten?
Wenn dir ein reibungsloses Erlebnis wichtig ist, kann es sinnvoll sein, die ersten Wochen abzuwarten – idealerweise, bis Apple ein mögliches Software-Update ausgeliefert hat. Alternativ bietet sich das ältere iPhone 17 Pro Max an, das im Handel teils deutlich günstiger ist und die neue Face-ID-Bauweise nicht verwendet.






