Zwei Tage Ende Oktober, und das wiederkehrende Motiv lautet Geld: Apple bringt Touch ans MacBook Pro und ruft dafür Preise auf, die es so noch nicht gab. Google verdient mit seiner KI-Suche weniger als mit der klassischen Ergebnisliste und muss das an der Börse teuer bezahlen. Samsung fährt Rekordgewinne ein, weil Speicher so knapp und teuer ist wie selten - genau jene Knappheit, die wiederum Apples Preissprung mit erklärt. Alles hängt mit allem zusammen.

Dazu kommen die kleineren, aber praktisch relevanten Meldungen: Apple nimmt bei Rosetta eine umstrittene Entscheidung zurück, und eine Android-Schwachstelle lässt sich per SMS zum Absturz bringen. Der Reihe nach.

MacBook Pro mit Touch: Apple bricht ein eigenes Dogma

Jahrelang hat Apple erklärt, dass Touchscreens am Notebook ergonomisch nichts verloren haben. Mit dem neuen MacBook Pro mit OLED-Touchdisplay ist dieser Grundsatz Geschichte. Erstmals lässt sich ein Mac direkt über den Bildschirm bedienen - und Apple hat macOS 27 dafür angepasst, damit Maus, Trackpad und Finger nebeneinander funktionieren.

Das Grundprinzip ist eher behutsam als radikal. Die vertraute Mac-Oberfläche bleibt erhalten, einzelne Bedienelemente passen sich aber an die Eingabeart an. Kleine Schaltflächen trifft man mit dem Mauszeiger problemlos, ein Finger braucht mehr Fläche - entsprechend reagiert die Oberfläche. Bekannte Gesten sind dabei: durch Webseiten scrollen, mit zwei Fingern zoomen, Fenster per Doppeltipp in den Vollbildmodus schicken, Inhalte per Drag and Drop verschieben. Bestehende Apps reagieren grundsätzlich auf Berührungen, weil macOS entsprechende Eingaben automatisch als Mausklicks interpretiert. Entwickler müssen ihre Programme also nicht zwingend überarbeiten, können über neue Schnittstellen für Systemgesten aber tiefer gehen. Erste Beispiele liefert Apple selbst: Pixelmator Pro erlaubt Bildbearbeitung direkt am Display, Logic Pro bietet eine berührungsempfindliche Klaviatur samt Drum-Pads, Final Cut Pro das Verschieben von Clips per Touch.

Apple betont, man stehe „erst am Anfang". Das ist eine ehrliche Einordnung und zugleich ein Grund zur Vorsicht. Das neue MacBook Pro mit Touchdisplay kommt am 6. November in den Handel, der Aufpreis gegenüber den regulären M5-Pro-Modellen liegt bei mindestens 400 Euro. Ob das Zusammenspiel im Alltag überzeugt, wird sich erst zeigen müssen - auch, weil Apples letzter Anlauf in diese Richtung, die Touch Bar, bekanntlich kein Dauerbrenner wurde.

Die Preise: knapp 47 Prozent teurer als 2021

Mit dem Touchdisplay erreicht Apple ein neues Preisniveau. Die 14-Zoll-Version startet bei 3.299 Euro, das 16-Zoll-Modell bei 3.899 Euro. iFun hat die Preisentwicklung seit dem ersten M1 nachgezeichnet, und das Bild ist differenzierter, als die aktuellen Zahlen vermuten lassen. Bei den Einstiegsmodellen gab es durchaus Phasen sinkender Preise, bevor es wieder nach oben ging.

Deutlich wird der Sprung bei den leistungsstärkeren Pro-Modellen. Das 14-Zoll-MacBook-Pro mit Pro-Chip kostete 2021 noch 2.249 Euro, das 16-Zoll-Modell 2.749 Euro. Die neuen OLED-Varianten liegen bei 3.299 beziehungsweise 3.899 Euro - eine Steigerung von knapp 47 Prozent für das kleinere und rund 42 Prozent für das größere Gerät. Das ist deutlich mehr als die allgemeine Teuerung in Deutschland im selben Zeitraum.

Entscheidend ist aber die Ursache. Der Preisanstieg 2026 geht nur teilweise auf das OLED-Display zurück. Schon im Juni hob Apple die Preise wegen der Speicherknappheit und gestiegener Komponentenkosten an: Das im März vorgestellte 14-Zoll-MacBook-Pro mit M5 Pro verteuerte sich von 2.499 auf 2.899 Euro, das 16-Zoll-Modell von 2.999 auf 3.399 Euro. Für die OLED-Modelle kommen nochmals 400 beziehungsweise 500 Euro obendrauf. Gegenüber den März-Einführungspreisen ergibt das einen Gesamtaufschlag von 800 beziehungsweise 900 Euro. Gleichzeitig ist die Ausstattung gewachsen: Die aktuellen M5-Pro-Modelle starten mit mindestens 24 GB Arbeitsspeicher und 1 TB SSD, das erste M1-Pro-Modell bot 16 GB und 512 GB. Wer das Touchdisplay nicht braucht, findet bei Apple weiterhin günstigere Alternativen mit vergleichbarer Rechenleistung.

macOS 27.2: Apple nimmt den Rosetta-Rauswurf zurück

Eine Änderung, die im Trubel um die neue Hardware leicht untergeht, aber für viele Nutzer älterer Software wichtig ist: Apple entfernt mit macOS 27.2 die Übersetzungstechnologie Rosetta nicht mehr automatisch beim Update. Rosetta erlaubt es, Intel-Anwendungen auf Macs mit Apple-Prozessoren auszuführen. Mit dem ersten macOS 27 hatte Apple vorhandene Rosetta-Installationen entfernt, was betroffene Programme unbemerkt lahmlegte - ein Hinweis darauf wurde nicht immer ausgespielt.

Das Problem reicht über reine Software hinaus. In den Kommentaren berichten Leser, dass auch Druckertreiber betroffen sind und eigentlich funktionsfähige Geräte plötzlich den Dienst verweigerten. Die Korrektur beseitigt aber nur einen Teil des Problems. Wer bereits aktualisiert und Rosetta verloren hat, bekommt die Komponente nicht automatisch zurück, kann sie aber nachinstallieren. Vor allem bleibt der langfristige Kurs unverändert: Mit macOS 28 soll die allgemeine Unterstützung für Intel-Anwendungen enden, lediglich für bestimmte ältere Spiele plant Apple eine Ausnahme. In den Systemeinstellungen unter „Allgemein" und „Info" lässt sich prüfen, welche Programme noch auf Intel-Code setzen - ein sinnvoller Check, bevor man das nächste große Update einspielt.

Google: Die KI-Suche verdient weniger - und die Börse straft das ab

Googles Quartalszahlen waren an sich gut, doch zwei Dinge verdarben die Stimmung: hohe KI-Ausgaben und ein Werbegeschäft, das ausgerechnet durch die KI-Suche gedämpft wird. Wie t3n berichtet, räumte Chief Business Officer Philipp Schindler gegenüber Analysten ein, dass der KI-Modus im Vergleich zur herkömmlichen Suche weniger einbringt. Der Umsatz der Suchmaschinensparte stieg nur noch um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und blieb damit unter den Erwartungen - im Vorquartal lag das Plus noch bei 17 Prozent. Erstmals in der Konzerngeschichte machte das klassische Suchmaschinengeschäft weniger als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.

Die Reaktion war heftig. Die Google-Aktie stürzte nach Bekanntgabe der Zahlen an der Nasdaq um bis zu zwölf Prozent ab, der Börsenwert schrumpfte auf einen Schlag um rund 500 Milliarden US-Dollar. Googles Antwort lautet: mehr Werbung. Die Werbung im KI-Modus soll über die USA hinaus in weitere Länder wie Australien, Kanada, Kenia, Neuseeland oder Pakistan ausgerollt werden, später auch nach Brasilien, Mexiko und Großbritannien. In den USA plant Google sogenannte „multiturn ads", bei denen die Anzeigen wechseln, wenn sich die Fragen innerhalb einer Suchunterhaltung ändern. Schindlers Argument: Werbetreibende bräuchten noch Zeit, um die Vorteile der neuen Werbeform zu verstehen. Bis sich das in wieder stärker wachsenden Einnahmen niederschlägt, dürfte es allerdings dauern.

Samsung: Rekordgewinn, aber die Knappheit bleibt

Dass Hardware derzeit teuer ist, hat eine Ursache - und die lässt sich an Samsungs Bilanz ablesen. Der Konzern meldete für das dritte Quartal 2026 laut Golem als erstes Unternehmen weltweit mehr als 100 Billionen Won operativen Gewinn in einem Quartal, umgerechnet rund 67 Milliarden Euro. Treiber ist die Speichersparte: Sie machte mit rund 94,3 Milliarden Euro etwa 72 Prozent des Umsatzes aus und arbeitet mit einer operativen Marge von ebenfalls 72 Prozent. Der mittlere Verkaufspreis für RAM stieg um 20 Prozent.

Getragen wird das vom KI-Boom und der Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory. Samsung sichert einen großen Teil seiner Produktion über langfristige Lieferverträge ab; zehn solcher Verträge seien bereits geschlossen, zehn weitere in Verhandlung. Erwartet wird, dass zeitnah 60 bis 70 Prozent der Kapazität auf solche Verträge entfallen. Die kommende Generation HBM4e werde die Knappheit sogar noch verschärfen, weil die Chips größer sind und mehr Prozessschritte benötigen. Entsprechend rechnet Samsung bis mindestens 2028 mit einer angespannten Marktlage. Für Endkunden heißt das: Die Produktion verschiebt sich zu Server-RAM und HBM, Consumer-Speicher bleibt teuer. Die Investoren ließ der Rekord trotzdem kalt - der Konzern vertröstete sie bei der Frage nach Dividenden und Aktienrückkäufen auf Ende Januar 2027.

Android: SMS lässt Smartphones abstürzen

Aus dem Sicherheitsbereich ist eine Schwachstelle gemeldet, die heise online als „SMS des Todes" beschreibt: Über eine entsprechend präparierte Nachricht lassen sich Android-Smartphones zum Absturz bringen. Zu den technischen Details liegt im Quellenmaterial nur die Kernaussage vor - für Betroffene ist die praktische Konsequenz aber klar: Systemupdates zeitnah einspielen, sobald der Hersteller einen Patch bereitstellt.

Was das für dich bedeutet

  • MacBook Pro mit Touch nicht überstürzt kaufen. Apple selbst spricht von einem Anfang. Wer den Aufpreis von mindestens 400 Euro für das OLED-Touchdisplay nicht braucht, bekommt mit den regulären M5-Pro-Modellen dieselbe Rechenleistung günstiger.
  • Vor dem Update auf macOS 27 oder später die Intel-Apps prüfen. Unter „Einstellungen > Allgemein > Info" zeigt macOS, welche Programme noch Intel-Code nutzen. Das betrifft auch Druckertreiber und Hilfsprogramme. Spätestens mit macOS 28 endet die allgemeine Intel-Unterstützung.
  • Für Hardwarekäufe Geduld oder Zeitpunkt einplanen. Die Speicherknappheit treibt Preise quer durch die Branche nach oben und dürfte Samsung zufolge bis mindestens 2028 anhalten. Konfigurationen mit viel RAM und großer SSD sind davon besonders betroffen.
  • Android-Geräte aktuell halten. Die per SMS auslösbare Absturz-Schwachstelle unterstreicht, wie wichtig schnelle Systemupdates sind.
  • Bei KI-Abodiensten auf die Abrechnung achten. Plattformen wie Tripo.ai buchen laut Golem bei der ersten Nutzung direkt den vollen Jahresbeitrag ab. Vor der Anmeldung lohnt der Blick auf das Bezahlmodell.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wann kommt das MacBook Pro mit Touchdisplay und was kostet es?

Das neue MacBook Pro mit OLED-Touchdisplay ist ab dem 6. November 2026 erhältlich. Die 14-Zoll-Version startet bei 3.299 Euro, das 16-Zoll-Modell bei 3.899 Euro. Gegenüber den regulären M5-Pro-Modellen verlangt Apple einen Aufpreis von mindestens 400 Euro. Technisch setzen die OLED-Varianten auf dieselben M5-Pro- und M5-Max-Chips wie die Modelle ohne Touch.

Verliere ich beim Update meine Intel-Programme wegen Rosetta?

Mit macOS 27.2 entfernt Apple Rosetta beim Update nicht mehr automatisch - das war beim ersten macOS 27 noch der Fall und legte Intel-Software still. Wer bereits aktualisiert hat und Rosetta verloren hat, bekommt die Komponente nicht automatisch zurück, kann sie aber nachinstallieren. Unter macOS 27 bleibt Rosetta vollständig nutzbar. Erst mit macOS 28 endet die allgemeine Intel-Unterstützung, mit einer Ausnahme für bestimmte ältere Spiele.

Warum ist die Google-Aktie abgestürzt, obwohl die Zahlen gut waren?

Der Markt reagierte auf die schwächere Dynamik im Kerngeschäft. Die Suchsparte wuchs nur noch um zwölf Prozent statt wie im Vorquartal um 17 Prozent, weil der KI-Modus weniger Werbeeinnahmen bringt als die klassische Suche. Zusammen mit den hohen KI-Ausgaben und verfehlten Analystenzielen führte das zu einem Kurssturz von bis zu zwölf Prozent und einem Minus von rund 500 Milliarden US-Dollar beim Börsenwert.

Wie lange bleiben Speicher und damit Geräte teuer?

Samsung rechnet bis mindestens 2028 mit einer angespannten Marktlage. Grund ist die hohe Nachfrage durch den KI-Boom, insbesondere nach High-Bandwidth-Memory. Die kommende Generation HBM4e dürfte die Knappheit sogar noch verschärfen. Da Hersteller einen Großteil der Produktion in langfristige Verträge und in Server-Speicher lenken, bleibt für Consumer-Hardware weniger übrig - was die Preise oben hält.