Zwei Tage, eine klare Linie: Apple hat seine Mac-Strategie neu sortiert. Nach dem regulären MacBook Pro mit M6-Chip am 27. Oktober folgte einen Tag später das eigentliche Schwergewicht – das erste MacBook Pro mit OLED-Display und Touchscreen. Das ist mehr als ein Modellwechsel, denn Apple revidiert damit eine jahrelang verteidigte Haltung: Der Mac blieb bislang bewusst ohne Finger-Bedienung.

Daneben liefen zwei Entwicklungen, die weniger Schlagzeilen machten, aber für den Alltag relevant sind. Amazon baute sein Echo-Programm um und rückt Gesundheits- und Smart-Home-Funktionen in den Vordergrund. Und SAP zeigte, wie ein Großkonzern mit der Kostenfrage bei generativer KI umgeht. Der Rückblick sortiert, was in diesen 48 Stunden wirklich zählte.

Apples erstes Touch-MacBook: OLED, Dynamic Island und happige Preise

Am 28. Oktober 2026 präsentierte Apple das erste MacBook Pro mit Touchscreen und Tandem-OLED-Display. Die Bildschirmtechnik nennt Apple PROLED XDR. Dahinter stecken zwei übereinanderliegende, selbstleuchtende OLED-Schichten, die laut Hersteller eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits für HDR- und SDR-Inhalte sowie ein Kontrastverhältnis von 10.000.000:1 erreichen. Die Bildwiederholrate regelt ProMotion je nach Inhalt zwischen 10 und 120 Hertz. Neben dem P3-Farbraum unterstützt das Panel nun auch Adobe RGB und deckt nach Apples Angaben mehr als 80 Prozent von Rec. 2020 ab – ein Argument für Foto- und Videoprofis. Gegen Spiegelungen hilft eine neue Antireflexbeschichtung, optional gibt es Nanotexturglas.

Die auffälligste Neuerung ist aber der Touchscreen selbst. In macOS 27 lassen sich Webseiten per Wischgeste scrollen, Bilder mit zwei Fingern vergrößern und Fenster durch Berührung anordnen. Tastatur und Trackpad bleiben parallel nutzbar, ein überarbeitetes Scharnier soll den Bildschirm bei Berührungen stabilisieren. Damit bestehende Programme funktionieren, übersetzt macOS Berührungen in Mausklicks. Apple hat eigene Anwendungen wie Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro für die direkte Bedienung angepasst; auch Lightroom, DaVinci Resolve, Blender, Cinema 4D, ZBrush und Microsoft Office sollen entsprechende Funktionen erhalten, wobei ein Teil der angepassten Drittanbieter-Apps erst später im Jahr erscheint. Oberhalb des Displays zieht zudem die vom iPhone bekannte Dynamic Island ein – für Live-Aktivitäten, Musiksteuerung, Spotlight, Siri und eingehende AirDrop-Anfragen.

Bemerkenswert ist die Chipauswahl. Obwohl Apple tags zuvor das reguläre MacBook Pro mit M6 gezeigt hatte, setzen die neuen OLED-Varianten auf M5 Pro oder M5 Max. Sie bilden damit eine separate, höher positionierte Produktlinie. Maximal sind 128 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher und 16 TB SSD-Speicher möglich. Apple adressiert damit vor allem Videoproduzenten, Softwareentwickler, 3D-Anwender und Nutzer lokaler KI-Anwendungen – der M5 Max soll laut Apple große Sprachmodelle mit Hunderten Milliarden Parametern vollständig auf dem Gerät ausführen können.

Das Gehäuse wird leichter: Das 14-Zoll-Modell wiegt rund 1,38 Kilogramm und damit etwa 230 Gramm weniger als zuvor, die 16-Zoll-Version verliert rund 320 Gramm und kommt auf 1,82 Kilogramm. Apple verspricht bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit und 50 Prozent Ladung in etwa 30 Minuten. An Bord bleiben drei Thunderbolt-5-Buchsen, HDMI, SDXC-Kartenleser, MagSafe und Kopfhöreranschluss, dazu WLAN 7, Bluetooth 6, eine 12-MP-Center-Stage-Kamera und ein überarbeitetes Sechs-Lautsprecher-System. Ein 5G-Modem fehlt weiterhin.

Beim Preis langt Apple kräftig zu. Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro startet bei 3.299 Euro, die 16-Zoll-Version bei 3.899 Euro. Mit M5 Max liegen die Einstiegspreise bei 5.119 Euro (14 Zoll) und 5.599 Euro (16 Zoll). Die Spitzenkonfiguration – 16 Zoll, M5 Max mit 18 CPU- und 40 GPU-Kernen, 128 GB Arbeitsspeicher und 16 TB SSD – kostet laut Golem.de 16.099 Euro, und das sogar ohne entspiegeltes Nanotexturglas und ohne beiliegendes Netzteil. Vorbestellungen laufen, die Auslieferung beginnt am 6. November; voll ausgestattete Geräte sollen knapp eine Woche später folgen. Ob Touch sich im Arbeitsalltag durchsetzt, müssen Praxistests zeigen – fest steht, dass das MacBook Pro moderner, aber auch deutlich teurer wird.

MacBook Pro mit M6: die günstigere Basis einen Tag zuvor

Das OLED-Modell ist nicht das einzige neue MacBook Pro. Bereits am 27. Oktober stellte Apple das reguläre 14-Zoll-MacBook-Pro mit M6-Chip vor. Es verspricht mehr Grafik- und KI-Leistung sowie ebenfalls bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit und startet laut Golem.de bei 2.300 Euro. Auch dieses Gerät kommt am 6. November in den Handel.

Daraus ergibt sich eine interessante Zweiteilung im Portfolio: Unten steht das klassische MacBook Pro mit dem aktuellen M6-Chip, darüber die neue, teurere OLED-Touch-Linie mit den Vorgänger-Topchips M5 Pro und M5 Max. Wer die höchste Rechen- und Grafikleistung in der Pro- und Max-Klasse will, zahlt also nicht nur für OLED und Touch, sondern bekommt zugleich die ältere Chipgeneration – ein ungewöhnliches Nebeneinander, das die Produktlinien vor allem über Display und Gehäuse trennt statt über die reine Chipnummer.

Amazon baut das Echo-Programm um

Parallel zu Apples Mac-Show erneuerte Amazon sein Smart-Home-Angebot. Im Mittelpunkt steht laut Golem.de der Echo Time, ein smarter Wecker für den Nachttisch mit rundem 3,2-Zoll-Touchscreen und ohne Kamera. Für die kontaktlose Schlafanalyse nutzt Amazon eine Technik namens Omnisense: Sensoren erfassen Raumtemperatur und Anwesenheit, während Ultraschall Atmung und Bewegungen erkennen soll – ganz ohne Wearable. Auf Wunsch weckt das Gerät innerhalb von 10 bis 60 Minuten vor der eingestellten Zeit in einer erkannten Leichtschlafphase, simuliert morgens einen Sonnenaufgang und reduziert abends den Blauanteil des Displays. Die Schlaferfassung lässt sich in der Alexa-App auch komplett abschalten. Der Echo Time kostet 214,99 Euro, die technisch identische Kids-Version 224,99 Euro.

Der überarbeitete Echo Dot behält sein kugelförmiges Design, liefert laut Amazon aber klareren Klang und 50 Prozent mehr Bass. Wichtiger ist die neue Rolle: Der Lautsprecher unterstützt die Smart-Home-Protokolle Zigbee, Matter und Thread und könnte damit separate Bridges überflüssig machen. In Haushalten mit Eero-Mesh lässt er sich zudem als WLAN-Erweiterung nutzen. Preis: 104,99 Euro, die Kids-Edition 114,99 Euro. Bei Echo Time und Echo Dot ist Alexa+ während der Early-Access-Phase enthalten; danach bleibt der Dienst für Prime-Mitglieder kostenlos, andere zahlen 22,99 Euro im Monat.

Zwei weitere Geräte bleiben zunächst den USA vorbehalten. Der Echo Show 16 ersetzt den Show 15, bringt ein 16-Zoll-Display, ein Zehn-Treiber-Audiosystem, eine 13-MP-Weitwinkelkamera mit Gesichtserkennung und integriertes Fire TV. Dazu zeigte Amazon eine Vorschau auf Alexa Home Map, mit der sich Räume per Smartphone-Kamera in einen interaktiven 3D-Grundriss übertragen lassen. Der Alexa Photo Frame ist ein digitaler Bilderrahmen mit 10-Zoll-Touchscreen, der Fotos aus Amazon Photos bezieht, Screenshots und unscharfe Aufnahmen herausfiltert und sich per Sprache steuern lässt. Das Show 16 kostet in den USA 500 US-Dollar (570 mit Nanomatte-Beschichtung), der Bilderrahmen 200 beziehungsweise 230 US-Dollar. Deutsche Preise und Termine stehen für diese beiden Geräte noch aus.

SAP tauscht teure KI-Modelle gegen günstigere

Dass generative KI im Unternehmenseinsatz vor allem eine Kostenfrage ist, machte SAP deutlich. Finanzvorstand Dominik Asam sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Konzern ersetze besonders teure KI-Modelle durch günstigere Alternativen und erwarte dadurch in den kommenden zwei Jahren Einsparungen von zwei Milliarden Euro. Die Logik: Man wählt zunehmend das jeweils günstigste Modell, das eine Aufgabe in der geforderten Qualität erfüllt – ohne Einbußen bei der Leistung, wie Asam betonte.

Interessant ist das Abrechnungsmodell. SAP berechnet Kunden nicht einzelne Tokens, sondern erledigte Aufgaben – etwa pro bearbeiteter Rechnung, pro Klärungsfall oder über Paketabonnements. Ersetzt SAP intern ein Modell wie GPT-4 oder Claude Opus durch ein günstigeres, sinken die eigenen Rechenkosten, während der Kundenpreis stabil bleibt. Über den Generative AI Hub in der SAP Business Technology Platform greift der Konzern auf rund 70 Modelle zu, neben Microsoft Azure OpenAI auch auf Anthropic Claude und Google Gemini. Das Ziel formuliert SAP als gesunde Margen bei wachsendem Umfang, nicht als absolute Senkung der KI-Ausgaben. Zusätzlich spielt Herkunft eine Rolle: Staatliche Stellen und regulierte Branchen schließen laut Asam bestimmte Modelle wegen ihrer Herkunft aus, europäische Kunden fordern vermehrt lokale Lösungen.

Was das für dich bedeutet

  • Wer ein neues MacBook Pro will, hat jetzt zwei klar getrennte Wege. Reicht dir ein exzellentes Mini-LED-Display, bekommst du mit dem M6-Modell ab 2.300 Euro den aktuellsten Chip zum niedrigeren Preis. OLED, Touch und Dynamic Island gibt es nur in der Linie mit den älteren M5-Pro- und M5-Max-Chips – und ab 3.299 Euro aufwärts.
  • Touch ist ein Zusatz, kein Ersatz. Tastatur und Trackpad bleiben erhalten, und bestehende Apps werden über die Umwandlung von Berührung in Mausklicks bedienbar. Den vollen Nutzen bieten erst speziell angepasste Programme, von denen ein Teil erst später im Jahr kommt.
  • Rechne beim Topmodell die Zusatzkosten ein. Bei der teuersten Konfiguration liegt kein Netzteil bei, und selbst dort gibt es Standardglas statt der entspiegelnden Nanotextur. Wer das will, zahlt extra.
  • Beim Echo-Programm lohnt der Blick auf die Protokolle. Der neue Echo Dot mit Zigbee, Matter und Thread kann separate Bridges ersparen – relevant, wenn du dein Smart Home gerade aufbaust oder konsolidierst.
  • Prüfe die Datenschutz-Optionen des Echo Time. Die Ultraschall-Schlafanalyse arbeitet ohne Wearable, lässt sich aber in der Alexa-App vollständig deaktivieren. Alexa+ kostet nach dem Early Access für Nicht-Prime-Mitglieder 22,99 Euro im Monat.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich die beiden neuen MacBook-Pro-Linien?

Das am 27. Oktober gezeigte 14-Zoll-MacBook-Pro nutzt den aktuellen M6-Chip, ein Mini-LED-Display ohne Touch und startet bei 2.300 Euro. Die am 28. Oktober vorgestellte OLED-Touch-Linie setzt dagegen auf das PROLED-XDR-Display mit Tandem-OLED, Touchscreen und Dynamic Island, verwendet aber die vorherigen Topchips M5 Pro und M5 Max. Sie ist höher positioniert und beginnt bei 3.299 Euro.

Wann sind die Touch-Modelle lieferbar und was kosten sie?

Vorbestellungen laufen seit dem 28. Oktober, die Auslieferung beginnt am 6. November. Voll ausgestattete Konfigurationen sollen laut Golem.de rund eine Woche später folgen. Die Einstiegspreise liegen bei 3.299 Euro (14 Zoll, M5 Pro) und 3.899 Euro (16 Zoll, M5 Pro) sowie 5.119 Euro und 5.599 Euro mit M5 Max. Das Spitzenmodell mit 128 GB Arbeitsspeicher und 16 TB SSD kostet 16.099 Euro.

Wie funktioniert die Schlaferkennung des Amazon Echo Time?

Der Wecker nutzt eine Technik namens Omnisense. Sensoren erfassen Raumtemperatur und Anwesenheit, während Ultraschall Atmung und Bewegungen erkennt – ein Wearable ist nicht nötig. Auf Wunsch weckt das Gerät innerhalb von 10 bis 60 Minuten vor der eingestellten Zeit in einer erkannten Leichtschlafphase. Die Schlaferfassung lässt sich in der Alexa-App komplett abschalten.

Warum ersetzt SAP teure KI-Modelle durch günstigere?

SAP wählt für jede Aufgabe das jeweils günstigste Modell, das die geforderte Qualität liefert, und will so in zwei Jahren zwei Milliarden Euro einsparen. Da SAP Kunden nach erledigten Aufgaben statt nach Tokens abrechnet, senken günstigere Modelle die internen Rechenkosten, ohne dass sich der Kundenpreis ändert. Erklärtes Ziel sind gesunde Margen bei steigendem Nutzungsumfang.