Rund um die Gamescom 2026 in Köln verdichten sich bei Samsung gleich mehrere Ankündigungen zu einem größeren Bild: schnellerer mobiler Speicher, ein ausgebautes Gaming-Ökosystem und ein neuer Baustein für die digitale Wallet. Parallel dazu landen bereits Testgeräte wie die Galaxy Watch 9 in den Redaktionen. Wer sich für Samsung-Hardware interessiert, bekommt in diesen Tagen also eine ganze Palette an Neuigkeiten – von der Profi-SSD bis zum Autoschlüssel im Smartphone.
Wir sortieren, was Samsung Ende August 2026 vorgestellt hat, welche Zahlen dahinterstehen und was davon im Alltag tatsächlich zählt. Der Schwerpunkt liegt auf den frisch angekündigten Produkten – und auf der Einordnung, für wen sie sich lohnen.
Portable SSDs P9 und P7: USB4 verdoppelt das Tempo
Den technisch interessantesten Sprung macht Samsung beim mobilen Speicher. Die neue P-Serie mit den Modellen P9 und P7 wechselt auf USB4 Gen 3×2 mit 40 Gbps und zieht damit spürbar an der bisherigen Generation vorbei. Laut Samsung erreicht die P9 sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 4.000 MB/s und Schreibraten von bis zu 3.800 MB/s. Zum Vergleich: Die bisherige T9 mit 4 TB kam über USB 3.2 Gen 2×2 auf rund 2.000 MB/s. Das Tempo verdoppelt sich also grob.
Bemerkenswert ist auch die Kapazität: Die P9 mit 8 TB bezeichnet Samsung als weltweit erste USB4-PSSD mit 8 TB, die 4.000 MB/s unterstützt. Für diese Variante gab es Anfang des Jahres einen CES 2026 Innovation Award. Damit richtet sich die P9 klar an anspruchsvolle Anwender – etwa Kreative, die große RAW-Dateien und ultrahochauflösende Videos direkt auf das Laufwerk aufnehmen. Samsung nennt konkret die Unterstützung von 12K-Direktaufnahmen für professionelle Produktionsworkflows.

Die P7 zielt dagegen eher auf den Alltag. Auch sie nutzt USB4, ist aber breiter auf Kompatibilität ausgelegt und arbeitet laut Samsung mit Desktop-PCs, Laptops, Smartphones, Spielekonsolen und Kameras zusammen. Robustheit spielt hier eine größere Rolle: Die P7 hat Falltests aus bis zu zwei Metern Höhe sowie Stoß- und Vibrationstests durchlaufen. Im Nichtbetrieb soll sie Stöße bis 1.500 G aushalten und ist für Betriebstemperaturen von 0 bis 60 Grad Celsius spezifiziert – Werte, die für unterwegs, Outdoor-Einsätze und Reisen gedacht sind.
Design, Preise und Verfügbarkeit
Optisch trennt Samsung die beiden Modelle klar. Die P9 setzt auf eine metallische Anmutung mit kantigem, dunklem Design, die P7 führt die runderen Formen und die monochrome Farbgebung der bekannten T7 fort. Beide Laufwerke messen 90 × 65 × 8,3 Millimeter, wiegen 96 beziehungsweise 98 Gramm, bieten AES-256-Bit-Hardwareverschlüsselung, laufen mit der Samsung-Magician-Software und kommen mit fünf Jahren eingeschränkter Garantie.
Die P-Serie erscheint in Kapazitäten von 1 TB, 2 TB, 4 TB und 8 TB. Die weltweite Markteinführung startet am 31. August 2026 mit den 1-TB- und 2-TB-Varianten; die größeren Modelle mit 4 TB und 8 TB folgen im weiteren Jahresverlauf. Bei den Preisen bewegt sich Samsung im gehobenen Segment: Die P9 kostet als 1-TB-Version 392,99 Euro und mit 2 TB 744,99 Euro. Die P7 startet bei 288,99 Euro (1 TB) und liegt mit 2 TB bei 549,99 Euro. Die tatsächlich verfügbaren Kapazitäten können je nach Markt variieren.
Gamescom 2026: Samsungs größter Messestand bisher
Rund um die SSD-Premiere baut Samsung auf der Gamescom einen umfangreichen Auftritt auf. Unter dem Motto #PlaySamsung bespielt der Hersteller in Halle 9 (Stand B020) eine Fläche von 1.090 Quadratmetern – nach eigenen Angaben zehn Quadratmeter mehr als im Vorjahr und damit der bisher größte Gamescom-Stand des Unternehmens. Die Messe selbst läuft vom 26. bis 30. August 2026 in Köln.
Der Stand ist in vier Bereiche unterteilt. In der Odyssey Zone stehen die Gaming-Monitore im Mittelpunkt, darunter der Odyssey G8 als einer der weltweit ersten 6K-Gaming-Monitore, der Odyssey OLED G8 mit 4K-Auflösung und bis zu 240 Hz sowie der brillenlose 3D-Monitor Odyssey 3D. Spielbar sind darauf AAA-Titel wie Call of Duty: Modern Warfare 4, Crimson Desert und Cyberpunk 2077. Ergänzt wird das durch die auf Gaming ausgelegte SSD 9100 Pro und ein JBL-Quantum-950-Headset.
Die Galaxy Zone dreht sich um mobiles Spielen. Samsung zeigt hier das Galaxy Z Fold8 Ultra und das Galaxy S26 Ultra, beide mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy, dazu die Galaxy Buds4 Pro mit eigenem Gaming-Modus. Interessant ist die Technik Neural Frame Fusion: Sie generiert per KI Pixel und Bilder in Echtzeit, um das Spielerlebnis flüssiger zu halten und zugleich die Energieeffizienz bei der Grafikverarbeitung zu erhöhen. In der Gaming Hub Zone demonstriert Samsung Cloud-Gaming über kompatible TVs und Monitore – ohne Download und ohne separate Konsole. Die vierte, die T1 Zone, entsteht in Kooperation mit dem E-Sport-Team T1; Besucher können dort unter anderem das Setup des bekannten League-of-Legends-Spielers "Faker" ausprobieren.
Neben den Zonen kündigt Samsung an, auf der Bühne des Messestands am 27. August alle Odyssey-Monitore für das Modelljahr 2027 vorzustellen und neue portable SSDs zu launchen. Wettbewerbe wie das Finale des #PlayGalaxy Cups in PUBG Mobile (27. und 28. August) runden das Programm ab. Wer nicht nach Köln kommt, soll ebenfalls profitieren: In 22 Ländern legt Samsung im Zuge der Gamescom Sonderangebote auf, wobei Zeiträume und Konditionen regional unterschiedlich ausfallen.
Samsung Wallet: Der digitale VW-Schlüssel kommt aufs Galaxy
Abseits des Gaming-Themas erweitert Samsung die Funktionen seiner Wallet. Gemeinsam mit Volkswagen bringt der Hersteller den digitalen Autoschlüssel für ausgewählte vollelektrische Modelle. Mit einem kompatiblen Galaxy-Smartphone lassen sich passende Fahrzeuge ab sofort ver- und entriegeln, starten und der Schlüssel bei Bedarf teilen – gespeichert wird der Schlüssel direkt auf dem Gerät in Samsung Wallet.
Unterstützt werden zum Start der ID. Polo, ID. Cross, ID.3 Neo, ID.4, ID.5, ID.7 sowie der ID. Buzz. Voraussetzung auf Fahrzeugseite ist die ID. Software 6.0.1; der Rollout erfolgt in Europa. Auf der Smartphone-Seite ist die Liste der kompatiblen Geräte lang und reicht von der Galaxy-S20-Serie bis zu aktuellen S26-Modellen sowie diversen Z-Fold- und Z-Flip-Generationen.

Freihändig oder per Auflegen – und wie es abgesichert ist
Der Schlüssel beherrscht mehrere Zugangsarten. Über Ultra-Wideband (UWB) ist ein freihändiger Zugang möglich, sodass sich das Fahrzeug öffnen lässt, ohne das Smartphone aus der Tasche zu nehmen. Alternativ funktioniert das Entriegeln und Starten per NFC, also durch Auflegen des Geräts. Zusätzlich lässt sich per Remote Key Entry der Kofferraum öffnen. UWB steht dabei nur auf ausgewählten Modellen bereit, NFC hingegen breiter über die S- und Z-Reihen sowie einige A-Modelle.
Beim Thema Sicherheit verweist Samsung auf seine Plattform Knox. Der Schlüssel soll die Zertifizierung EAL6+ erfüllen, die unter anderem Schutz vor Seitenkanalangriffen nachweist. Nutzer können den Schlüssel an Personen ihres Vertrauens weitergeben, individuelle Berechtigungen vergeben und den Zugang jederzeit wieder entziehen – praktisch, wenn mehrere Fahrer im Spiel sind oder ein Zugang nur kurzfristig gelten soll. Geht das Smartphone verloren, lässt sich der Schlüssel über Samsung Find aus der Ferne sperren oder entfernen. Die Freigabe selbst erfolgt per Biometrie oder PIN. Die UWB-Funktion beruht auf den Standards des Car Connectivity Consortium, was die Interoperabilität über Herstellergrenzen hinweg begünstigt.
Galaxy Watch 9 im Test: solide Wear-OS-Uhr mit einer Schwäche
Wer über neue Samsung-Hardware nachdenkt, schaut oft auch auf die Wearables. Die Fachredaktion von heise online hat die Galaxy Watch 9 getestet und kommt zu einem zwiespältigen Ergebnis: Die Smartwatch mit Wear OS überzeugt insgesamt, muss sich aber eine kurze Akkulaufzeit ankreiden lassen. Das ist ein bekanntes Muster bei vielen Wear-OS-Uhren und ein Punkt, den man vor dem Kauf realistisch einplanen sollte – tägliches Laden gehört bei dieser Geräteklasse oft zum Alltag.
Für alle, die mehr Ausdauer und robustere Sensorik suchen, positioniert Samsung die Galaxy Watch Ultra 2 als stärkstes Modell. Sie misst 47 Millimeter, ist auf Fitness- und Gesundheitsdaten ausgelegt und soll laut Herstellerangaben selbst bei Tauchgängen funktionieren. An Bord sind Herzfrequenzmessung, Schlafanalyse, EKG-Funktion sowie eine Notfallerkennung, die im Ernstfall Hilfe rufen kann.
Galaxy S26 Ultra: das Topmodell im Überblick
Das Galaxy S26 Ultra taucht in mehreren dieser Meldungen als Referenzgerät auf – sowohl auf dem Gamescom-Stand als auch in aktuellen Tarifangeboten. Angetrieben wird es vom Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy. Das 6,9 Zoll große Dynamic-AMOLED-2X-Display löst mit QHD+ (3.120 × 1.440 Pixel) auf, arbeitet mit bis zu 120 Hz und erreicht eine Spitzenhelligkeit von 2.600 Nits. Eine Besonderheit ist das Privacy Display, das den Blickwinkel einschränkt, damit Sitznachbarn nicht mitlesen.
Der Akku fasst 5.000 mAh und soll bei Videowiedergabe bis zu 31 Stunden durchhalten. Zur Ausstattung gehören 12 GB Arbeitsspeicher, 256 GB interner Speicher und der S Pen. Das rückseitige Kamerasystem kombiniert eine 200-MP-Hauptkamera, eine 50-MP-Ultraweitwinkelkamera sowie zwei Telekameras mit 50 und 10 MP; vorn sitzt eine 12-MP-Kamera. KI-Funktionen erlauben unter anderem eine textgesteuerte Bildbearbeitung.
Als Beispiel für die Vermarktung: Golem verweist in einem gekennzeichneten Sponsored Post auf ein o2-Bundle, bei dem das Galaxy S26 Ultra zusammen mit der Galaxy Watch Ultra 2 für 1 Euro Anzahlung plus Tarif zu haben ist. Solche Angebote sind Werbung und sollten immer über die gesamte Laufzeit gerechnet werden – hier 36 Monate mit monatlichen Kosten und Versandgebühr. Der Gerätepreis steckt also im Tarif.
Was bedeutet das für dich?
Die Ankündigungen richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Damit du schnell einordnen kannst, was für dich relevant ist:
- Kreative und Power-User: Die P9 lohnt sich vor allem, wenn dein Rechner tatsächlich USB4 oder Thunderbolt mit 40 Gbps bietet. Nur dann kommen die bis zu 4.000 MB/s wirklich an. An älteren USB-3.2-Ports bleibt viel Potenzial ungenutzt.
- Gelegenheitsnutzer: Für Backups, Fotoarchive und Datentransfer im Alltag reicht die günstigere und robustere P7 in der Regel aus. Der Aufpreis zur P9 rechnet sich nur bei sehr großen Dateien und passender Schnittstelle.
- VW-Fahrer mit Galaxy: Prüfe zuerst, ob dein Fahrzeug die ID. Software 6.0.1 hat und dein Smartphone in Samsungs Kompatibilitätsliste steht. Für freihändigen Zugang brauchst du zusätzlich ein Gerät mit UWB-Unterstützung.
- Smartwatch-Interessierte: Rechne bei der Galaxy Watch 9 mit häufigem Laden. Wenn dir Ausdauer wichtiger ist als der Formfaktor, ist ein Blick auf ausdauerndere Modelle sinnvoll.
- Schnäppchenjäger: Tarif-Bundles wie das S26-Ultra-Angebot immer über die volle Laufzeit durchrechnen und Anzahlung, Versand und monatliche Raten zusammenzählen, bevor du zuschlägst.
Häufige Fragen
Wann sind die Portable SSDs P9 und P7 erhältlich?
Die weltweite Markteinführung startet am 31. August 2026, zunächst mit den Varianten mit 1 TB und 2 TB. Die größeren Modelle mit 4 TB und 8 TB folgen im weiteren Verlauf des Jahres 2026. Die tatsächlich angebotenen Kapazitäten können sich je nach Markt unterscheiden.
Brauche ich einen USB4-Anschluss, um die volle Geschwindigkeit zu nutzen?
Die P-Serie ist auf USB4 Gen 3×2 mit 40 Gbps ausgelegt. Die genannten bis zu 4.000 MB/s lesend und 3.800 MB/s schreibend erreichst du nur an einem entsprechend schnellen Anschluss. An langsameren USB-Ports funktioniert die SSD zwar weiterhin, das Tempo fällt dann aber geringer aus.
Welche Volkswagen-Modelle unterstützen den digitalen Schlüssel in Samsung Wallet?
Samsung nennt den ID. Polo, ID. Cross, ID.3 Neo, ID.4, ID.5, ID.7 und den ID. Buzz, sofern sie entsprechend ausgestattet sind und die ID. Software 6.0.1 nutzen. Der Rollout läuft in Europa. Zusätzlich muss dein Galaxy-Smartphone in Samsungs Kompatibilitätsliste stehen.
Was passiert mit dem digitalen Autoschlüssel, wenn ich mein Smartphone verliere?
Der Schlüssel wird in Samsung Wallet gespeichert und über Samsung Knox abgesichert, das die Zertifizierung EAL6+ erfüllt. Geht das Gerät verloren oder wird es gestohlen, lässt sich der Schlüssel über Samsung Find aus der Ferne sperren oder entfernen. Jede Nutzung erfordert zudem eine Freigabe per Biometrie oder PIN.
Lohnt sich die Galaxy Watch 9 trotz kurzer Akkulaufzeit?
Im Test von heise online gilt die Galaxy Watch 9 als gute Wear-OS-Smartwatch, deren größte Schwäche die kurze Akkulaufzeit ist. Wenn dich tägliches oder fast tägliches Laden nicht stört und du das Wear-OS-Ökosystem schätzt, ist sie eine solide Wahl. Suchst du mehr Ausdauer, solltest du Alternativen mit längerer Laufzeit prüfen.




