Eine gute Playlist reiht nicht einfach nur Songs aneinander. Sie erzeugt eine Stimmung, verrät eine Haltung, erzählt eine Geschichte. Genau an diesem Gedanken setzt Spotify mit einer neuen Funktion an, die seit dem 17. August 2026 ausgerollt wird: Playlist Notes. Damit lassen sich Gedanken und Kontext direkt in eine Playlist schreiben \u2013 an einzelne Titel geheftet, sichtbar für alle, die die Liste sehen.

Bislang hatte Spotify Playlist-Erstellern vor allem gestalterische Werkzeuge an die Hand gegeben: eigenes Cover-Artwork, Beschreibungen und Optionen, um die \u00dcberg\u00e4nge zwischen Tracks anzupassen. Die Notizen gehen einen Schritt weiter, weil sie den Kontext direkt neben die Musik stellen. Spotify beschreibt die Funktion als Weiterentwicklung eines Konzepts, das intern User Notes hie\u00df. Zwei Gruppen profitieren davon: das weltweite Redaktionsteam, das seine Auswahl auf gro\u00dfen Playlists erkl\u00e4rt, und normale Nutzer, die eigene Listen mit persönlichen Anmerkungen anreichern.

Was Playlist Notes konkret sind

Der Kern der Funktion ist simpel: An jeden Titel in einer Playlist lässt sich eine kurze Notiz heften. Bei den kuratierten Listen von Spotify \u00fcbernimmt das die Redaktion, bei privaten oder gemeinschaftlich gepflegten Listen kannst du es selbst tun. Wer eine Playlist ansehen darf, sieht auch die dazugeh\u00f6rigen Notizen.

Spotify nennt drei typische Anwendungsf\u00e4lle f\u00fcr die redaktionellen Notizen: Die Kuratoren erkl\u00e4ren, warum ein Track wichtig ist, was ihn kulturell relevant macht oder weshalb er ausgerechnet in diese Playlist geh\u00f6rt. Damit r\u00fcckt die Auswahl aus der Anonymit\u00e4t. Statt einer scheinbar automatisch generierten Songliste bekommst du eine kurze Begr\u00fcndung mit auf den Weg \u2013 verfasst von einer echten Person aus dem Team.

Ein praktisches Detail: Die Notizen erscheinen nicht nur in der Playlist selbst, sondern auch in der Wiedergabeansicht \u201eNow Playing\u201c. Selbst wenn du einen Song au\u00dferhalb der urspr\u00fcnglichen Playlist h\u00f6rst, kann dir die dazugeh\u00f6rige Notiz angezeigt werden. Der Kontext reist also mit dem Titel mit.

Spotify Gets More Personal With Playlist Notes
Foto: Spotify Newsroom

Blick hinter die Auswahl: Editor Notes und Editor Profiles

Der f\u00fcr Spotify auff\u00e4lligste Teil ist die redaktionelle Seite. Die Playlist-Redakteure teilen \u00fcber die Notizen ihre \u00dcberlegungen, und zus\u00e4tzlich f\u00fchrt Spotify sogenannte Editor Profiles ein. Diese Profile zeigen die Lieblingstracks und -alben eines Redakteurs sowie die Playlists, an denen er mitarbeitet. So bekommen die Menschen hinter den gro\u00dfen Listen ein Gesicht.

Zum Start findest du die Editor-Notizen in sechs prominenten Playlists: Today\u2019s Top Hits, RapCaviar, Hot Country, All New Pop, mint und Fresh Finds Hip-Hop. Das sind teils millionenfach abonnierte Aush\u00e4ngeschilder der Plattform. Um die Notizen zu \u00f6ffnen, tippst du oben in einer teilnehmenden Playlist auf Notes. Ein Tipp auf den Namen eines Redakteurs neben einer Notiz oder oben in der Playlist f\u00fchrt dich zum jeweiligen Editor Profile.

Diese Personalisierung passt zu einer breiteren Bewegung bei Spotify: Das Unternehmen k\u00fcndigte parallel eine Reihe namens Meet the Curators an, bei der New Music Friday einen pers\u00f6nlicheren Anstrich durch redaktionsgef\u00fchrte Videos bekommt. Die Richtung ist erkennbar \u2013 weg von der rein algorithmischen Fassade, hin zu sichtbaren, benennbaren Kuratoren.

Eigene Notizen zu deinen Playlists

Die Redaktion ist nicht allein mit ihren Geschichten. Auf dem Smartphone kannst du eigene Notizen zu Titeln, Podcast-Episoden und H\u00f6rb\u00fcchern hinzuf\u00fcgen, die du in deine Playlists aufgenommen hast. Spotify skizziert dabei mehrere Ideen: eine Erinnerung festhalten, eine Empfehlung teilen oder erkl\u00e4ren, warum ein bestimmter Titel es in die Liste geschafft hat.

Wichtig zu wissen: Diese Notizen sind nicht privat im engeren Sinn. Jeder, der deine Playlist sehen kann, sieht auch deine Anmerkungen. Und dein Name steht dabei \u2013 er verlinkt auf dein Profil. Wer eine Playlist \u00f6ffentlich teilt oder gemeinschaftlich pflegt, sollte das im Kopf behalten, bevor er sehr pers\u00f6nliche Gedanken hinterl\u00e4sst.

So f\u00fcgst du eine Notiz hinzu

  1. \u00d6ffne eine Playlist, die dir geh\u00f6rt oder an der du mitarbeitest.
  2. Tippe auf die drei Punkte (\u2026) neben einem Titel, einer Podcast-Episode oder einem H\u00f6rbuch, das du der Playlist hinzugef\u00fcgt hast.
  3. W\u00e4hle Add note beziehungsweise Notiz hinzuf\u00fcgen.
  4. Gib deinen Text ein und tippe auf Save beziehungsweise Speichern.

Wie alles, was auf Spotify geteilt wird, m\u00fcssen auch Playlist Notes den Plattformregeln und Nutzungsbedingungen von Spotify folgen. Beleidigende oder regelwidrige Inhalte sind also nicht gedeckt, nur weil sie in einer Notiz statt in einem Kommentar stehen.

Wo und ab wann die Funktion verf\u00fcgbar ist

Bei der Verf\u00fcgbarkeit trennt Spotify sauber zwischen den beiden Varianten \u2013 und genau hier ist der Blick auf die Details wichtig, gerade f\u00fcr Nutzer in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz.

Die redaktionellen Playlist Notes und die Editor Profiles rollen zun\u00e4chst nur in sechs englischsprachigen M\u00e4rkten aus: den USA, Kanada, dem Vereinigten K\u00f6nigreich, Irland, Australien und Neuseeland. Vorausgesetzt sind ein Alter ab 16 Jahren; sowohl Free- als auch Premium-Kunden bekommen die Funktion. Der deutschsprachige Raum ist bei den Editor-Notizen zum Start also noch nicht dabei.

Anders sieht es bei den selbst erstellten Notizen aus: Playlist Notes auf nutzergepflegten Playlists werden auf iOS und Android in mehr als 100 M\u00e4rkten weltweit ausgerollt. Spotify weist ausdr\u00fccklich darauf hin, dass sich die Verf\u00fcgbarkeit von jener der Editor-Notizen unterscheiden kann. F\u00fcr die meisten privaten Playlist-Bastler d\u00fcrfte die eigene Notizfunktion daher deutlich fr\u00fcher greifbar sein als die redaktionellen Kommentare.

Wie bei Spotify \u00fcblich handelt es sich um einen gestaffelten Rollout. Das bedeutet: Auch wenn dein Markt genannt ist, kann es sein, dass die Funktion nicht sofort auf deinem Konto erscheint. Spotify empfiehlt, die App zu aktualisieren, um neue Features zu erhalten, sobald sie freigeschaltet werden.

Einordnung: Warum Spotify die Kuratoren sichtbar macht

Die Notizen erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem Musik-Streaming zunehmend als algorithmisch getriebenes System wahrgenommen wird. Empfehlungen, automatische Mixe, generierte Radios \u2013 vieles l\u00e4uft im Hintergrund, ohne dass klar wird, wer oder was hinter einer Auswahl steht. Playlist Notes wirken diesem Eindruck entgegen, indem sie eine menschliche Stimme sichtbar machen.

Das ist mehr als Kosmetik. Gro\u00dfe redaktionelle Playlists wie RapCaviar oder Today\u2019s Top Hits haben erheblichen Einfluss darauf, welche Songs Reichweite bekommen. Wenn ein Redakteur nun erkl\u00e4rt, warum ein Titel aufgenommen wurde, entsteht ein St\u00fcck Transparenz \u00fcber Entscheidungen, die sonst im Verborgenen bleiben. Die Editor Profiles verst\u00e4rken das, weil sie den einzelnen Kuratoren einen wiedererkennbaren Geschmack und eine Handschrift zuschreiben.

F\u00fcr Nutzer wiederum verschiebt sich die Playlist von einem reinen Abspielobjekt hin zu einem sozialen Raum. Eine gemeinsam gepflegte Liste mit Notizen funktioniert fast wie ein geteiltes Tagebuch: Warum steht dieser Song hier, welche Erinnerung h\u00e4ngt daran, wer hat ihn empfohlen. Das Feature l\u00e4dt dazu ein, Playlists st\u00e4rker als Ausdruck von Pers\u00f6nlichkeit zu behandeln \u2013 ein Muster, das Spotify seit Jahren mit Formaten wie dem Jahresr\u00fcckblick Wrapped oder der stimmungsbasierten daylist pflegt.

Grenzen und offene Fragen

So charmant die Idee ist, ein paar Einschr\u00e4nkungen sind aus dem Quellenmaterial klar ableitbar. Erstens ist die Sichtbarkeit der eigenen Notizen an die Sichtbarkeit der Playlist gekoppelt. Wer \u00f6ffentliche oder kollaborative Listen bespielt, teilt seine Anmerkungen mitsamt Namen und Profil-Link. Das ist praktisch f\u00fcr Empfehlungen, aber weniger geeignet f\u00fcr rein pers\u00f6nliche Gedanken.

Zweitens ist die redaktionelle Variante bislang stark begrenzt \u2013 sechs M\u00e4rkte, sechs Playlists, Mindestalter 16. Der deutschsprachige Raum muss auf die Editor-Notizen also vorerst verzichten. Ob und wann eine Ausweitung folgt, geht aus dem Material nicht hervor.

Drittens gelten die Plattformregeln auch f\u00fcr Notizen. Bei kollaborativen Playlists mit vielen Beteiligten ist damit gerechnet, dass Spotify moderierend eingreifen kann, wenn Inhalte gegen die Nutzungsbedingungen versto\u00dfen. Wie streng das in der Praxis gehandhabt wird, bleibt abzuwarten.

Was bedeutet das f\u00fcr dich?

Wenn du Spotify auf dem Smartphone nutzt, kannst du von der Notizfunktion recht direkt profitieren \u2013 vor allem beim Kuratieren eigener Listen. Konkret:

  • App aktualisieren: Halte die Spotify-App auf iOS oder Android auf dem neuesten Stand, damit die Funktion erscheint, sobald sie f\u00fcr dein Konto freigeschaltet ist.
  • Eigene Playlists aufwerten: Nutze Notizen, um Empfehlungen zu begr\u00fcnden oder Erinnerungen festzuhalten \u2013 etwa in einer geteilten Party- oder Reise-Playlist.
  • Sichtbarkeit bedenken: Bevor du sehr pers\u00f6nliche Gedanken notierst, pr\u00fcfe, ob die Playlist \u00f6ffentlich oder kollaborativ ist. Deine Notizen sind f\u00fcr alle sichtbar, die die Liste sehen, inklusive deines Namens.
  • Kollaborative Listen abstimmen: In gemeinschaftlichen Playlists lohnt sich eine kurze Absprache, wer welche Notizen setzt, damit die Liste nicht un\u00fcbersichtlich wird.
  • Auf den Rollout warten: Wenn du in Deutschland, \u00d6sterreich oder der Schweiz bist, wirst du die eigenen Notizen wahrscheinlich fr\u00fcher sehen als die redaktionellen Editor-Notizen, die zun\u00e4chst nur in sechs englischsprachigen M\u00e4rkten starten.

Der Nutzen liegt vor allem im Kontext: Eine Playlist mit Notizen erz\u00e4hlt mehr als eine bloße Songliste. Wer regelm\u00e4\u00dfig Musik f\u00fcr Freunde oder Familie zusammenstellt, bekommt ein Werkzeug, um die Auswahl greifbarer zu machen.

H\u00e4ufige Fragen

Sind meine eigenen Playlist Notes privat?

Nein. Jeder, der deine Playlist ansehen kann, sieht auch deine Notizen. Dein Name wird dabei angezeigt und verlinkt auf dein Profil. Wie \u00f6ffentlich eine Notiz ist, h\u00e4ngt also davon ab, wie \u00f6ffentlich die zugeh\u00f6rige Playlist ist.

Kann ich Playlist Notes in Deutschland nutzen?

Die eigenen Notizen auf selbst erstellten oder kollaborativen Playlists rollen auf iOS und Android in mehr als 100 M\u00e4rkten weltweit aus, sodass sie voraussichtlich auch im deutschsprachigen Raum verf\u00fcgbar werden. Die redaktionellen Editor-Notizen starten dagegen zun\u00e4chst nur in den USA, Kanada, dem Vereinigten K\u00f6nigreich, Irland, Australien und Neuseeland.

Zu welchen Inhalten kann ich eine Notiz hinzuf\u00fcgen?

Auf dem Smartphone kannst du Notizen zu Titeln, Podcast-Episoden und H\u00f6rb\u00fcchern hinzuf\u00fcgen, die du selbst in eine deiner Playlists aufgenommen hast. \u00d6ffne dazu die drei Punkte neben dem Eintrag, w\u00e4hle die Option zum Hinzuf\u00fcgen einer Notiz, tippe den Text ein und speichere.

Was sind Editor Profiles?

Editor Profiles sind Profilseiten der Spotify-Redakteure, die gro\u00dfe Playlists kuratieren. Sie zeigen die Lieblingstracks und -alben eines Redakteurs sowie die Playlists, an denen er mitarbeitet. Du erreichst sie, indem du auf den Namen eines Redakteurs neben einer Notiz oder oben in einer teilnehmenden Playlist tippst.

Brauche ich Spotify Premium f\u00fcr die Funktion?

Nein. Die redaktionellen Playlist Notes und Editor Profiles werden laut Spotify sowohl an Free- als auch an Premium-Nutzer ab 16 Jahren ausgerollt. Voraussetzung ist eine aktuelle App-Version und ein unterst\u00fctzter Markt.