YourPhone.exe ist kein Virus. Der Prozess gehört zu Microsofts App für die Handy-Verbindung und läuft im Hintergrund, damit Anrufe, Nachrichten und Fotos vom Smartphone auf dem PC ankommen. Wer ihn nicht braucht, schaltet ihn gefahrlos ab – Windows nimmt keinen Schaden.
Eine Sache vorweg: Wenn du heute den Task-Manager öffnest, findest du den Namen wahrscheinlich gar nicht mehr. Microsoft hat die App in Smartphone-Link umbenannt und den Prozess gleich mit – er heißt jetzt PhoneExperienceHost.exe. Gemeint ist dasselbe.
Das Wichtigste in Kürze
| Alter Name | YourPhone.exe |
| Heutiger Name | PhoneExperienceHost.exe |
| Gehört zu | Smartphone-Link (früher „Ihr Smartphone“) |
| Hersteller | Microsoft |
| Gefährlich? | nein, sofern der Speicherort stimmt |
| Abschaltbar? | ja, ohne Folgen für Windows |
| Normale Auslastung | unter 1 % CPU im Leerlauf |
| Kommt nach Updates zurück? | gelegentlich ja |
So prüfst du, ob der Prozess echt ist
Das ist die Frage hinter der Suche – und die Antwort gilt für jeden verdächtigen Prozess, nicht nur für diesen. Schadsoftware tarnt sich gern mit Namen bekannter Systemdateien.
- Task-Manager öffnen mit Strg + Umschalt + Esc.
- Den Prozess suchen, rechte Maustaste, Dateipfad öffnen.
- Der Explorer springt an den Speicherort. Bei der echten Datei liegt er unter
C:\Program Files\WindowsApps\, der Ordnername enthält Microsoft.YourPhone. - Rechte Maustaste auf die Datei → Eigenschaften → Reiter Digitale Signaturen. Dort muss Microsoft Corporation stehen.
Wann du misstrauisch werden solltest: Liegt die Datei in Downloads, Temp, auf dem Desktop oder direkt unter C:\Windows\, stimmt etwas nicht. Fehlt der Reiter „Digitale Signaturen“ ganz, ebenfalls. Dann die Datei nicht einfach löschen, sondern einen vollständigen Suchlauf mit dem Windows-Defender starten – über Windows-Sicherheit → Viren- und Bedrohungsschutz → Scanoptionen → Vollständige Überprüfung.
Was der Prozess eigentlich tut
Smartphone-Link verbindet Handy und PC. Je nach Gerät kann die App:
- SMS auf dem Rechner anzeigen und beantworten
- Anrufe über den PC annehmen und führen
- Handy-Benachrichtigungen auf den Desktop spiegeln
- Fotos vom Handy ohne Kabel öffnen
- bei vielen Samsung-Geräten Handy-Apps in einem Fenster laufen lassen
Damit das ohne Verzögerung klappt, wartet der Prozess dauerhaft im Hintergrund. Im Leerlauf braucht er dafür wenig – wer gar kein Handy verbunden hat, lässt allerdings etwas mitlaufen, das nichts tut.
Wenn er zu viel Leistung zieht
Zeigt der Task-Manager dauerhaft hohe Werte, ist das kein Normalzustand. Meist hakt die Verbindung zum Handy, und der Prozess versucht es endlos erneut. In dieser Reihenfolge vorgehen:
- App neu starten. Smartphone-Link schließen und wieder öffnen – oft reicht das schon.
- App reparieren. Einstellungen → Apps → Installierte Apps, bei Smartphone-Link auf die drei Punkte → Erweiterte Optionen → Reparieren. Daten bleiben erhalten.
- Zurücksetzen. An derselben Stelle Zurücksetzen. Danach musst du das Handy neu koppeln, dafür ist der Fehler meist weg.
- Bluetooth prüfen. Ein Gerät, das ständig ein- und ausbucht, hält den Prozess in Bewegung. Testweise Bluetooth abschalten und beobachten.
- Abschalten. Bringt nichts davon etwas und du nutzt die Funktion ohnehin nicht, geht es weiter unten.
Abschalten unter Windows 11
Den Autostart abzuschalten reicht – die App bleibt bei Bedarf startbar:
- Task-Manager öffnen (Strg + Umschalt + Esc).
- Zum Reiter Autostart-Apps wechseln.
- Smartphone-Link suchen, rechte Maustaste, Deaktivieren.
Damit sie auch im laufenden Betrieb nichts mehr tut:
- Einstellungen → Apps → Installierte Apps.
- Bei Smartphone-Link auf die drei Punkte → Erweiterte Optionen.
- Unter Hintergrund-App-Berechtigungen auf Nie stellen.
Abschalten unter Windows 10
- Einstellungen → Datenschutz → in der linken Spalte ganz unten Hintergrund-Apps.
- In der Liste Ihr Smartphone beziehungsweise Smartphone-Link suchen und den Schalter umlegen.
- Zusätzlich im Task-Manager unter Autostart deaktivieren.
Den Prozess nur im Task-Manager zu beenden, bringt wenig: Nach dem nächsten Neustart läuft er wieder.
Ganz entfernen
Wer die App gar nicht will, deinstalliert sie über Einstellungen → Apps. Lässt sich die Schaltfläche nicht anklicken, geht es über die PowerShell als Administrator:
Get-AppxPackage Microsoft.YourPhone | Remove-AppxPackage
Zurückholen lässt sie sich jederzeit über den Microsoft Store. Andere Windows-Funktionen hängen nicht davon ab.
Nach größeren Updates kann sie zurückkommen. Funktionsupdates spielen entfernte Systemapps gelegentlich neu ein. Wer das dauerhaft vermeiden will, sollte statt der Deinstallation die Hintergrund-Berechtigung auf „Nie“ stellen und den Autostart abschalten – diese Einstellungen überstehen Updates in der Regel.
Alternativen zu Smartphone-Link
Wer die Funktion grundsätzlich will, aber nicht Microsofts Lösung, hat Auswahl:
- KDE Connect – quelloffen und kostenlos, läuft auf Windows, Linux, macOS, Android und iOS. Die Kopplung passiert direkt im heimischen Netz, ohne Konto und ohne Cloud. Kann Benachrichtigungen, Dateien, Zwischenablage und Mediensteuerung. Die iOS-Fassung ist deutlich eingeschränkter als die für Android.
- Intel Unison – wurde 2025 eingestellt und ist keine Option mehr, taucht aber in älteren Empfehlungslisten noch auf.
- Hersteller-Lösungen – Samsung, Huawei und andere bringen eigene Programme mit, die auf den eigenen Geräten oft mehr können als Smartphone-Link.
Für die meisten bleibt Smartphone-Link trotzdem die einfachste Wahl, weil es bereits installiert ist und mit Android besonders gut zusammenarbeitet.
Und mit dem iPhone?
Smartphone-Link unterstützt inzwischen auch iPhones, allerdings eingeschränkt: Anrufe, Nachrichten und Kontakte funktionieren, Fotos und das Spiegeln von Apps bleiben Android-Geräten vorbehalten. Das liegt an iOS, nicht an Microsoft.
Zum Thema Windows 10: Der reguläre Support ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Über das ESU-Programm gibt es für Privatleute weiterhin kostenlos Sicherheitsupdates – nach einer Verlängerung bis zum 12. Oktober 2027. Voraussetzung sind Version 22H2 und die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto. Wer das nicht eingerichtet hat, bekommt seit Oktober 2025 keine Sicherheitsupdates mehr, und das wiegt deutlich schwerer als jeder Hintergrundprozess.
Wenn etwas nicht klappt
- Der Prozess taucht im Task-Manager nicht auf: Er läuft nur, wenn die App aktiv oder ein Handy gekoppelt ist. Unter „Details“ steht er als PhoneExperienceHost.exe.
- Deinstallieren ist ausgegraut: Dann über die PowerShell, siehe oben.
- Nach dem Abschalten kommen keine Benachrichtigungen mehr: So ist es gedacht. Für den gelegentlichen Gebrauch reicht es, nur den Autostart zu deaktivieren und die App bei Bedarf zu öffnen.
- Die App findet das Handy nicht: Beide Geräte müssen im selben WLAN sein und mit demselben Microsoft-Konto angemeldet. Häufigster Fehler sind zwei verschiedene Konten.
- Nach einem Update ist alles wieder an: Autostart und Hintergrund-Berechtigung erneut prüfen.
Häufige Fragen
Ist YourPhone.exe ein Virus?
Nein, sofern die Datei im WindowsApps-Ordner liegt und von Microsoft signiert ist. Beides prüfst du in einer Minute über den Task-Manager.
Warum finde ich den Prozess nicht mehr?
Weil er inzwischen PhoneExperienceHost.exe heißt. Die App dahinter wurde von „Ihr Smartphone“ in „Smartphone-Link“ umbenannt.
Wie viel Leistung ist normal?
Im Leerlauf praktisch nichts, unter einem Prozent. Kurze Ausschläge beim Koppeln oder Übertragen sind normal. Dauerhaft hohe Werte deuten auf ein Verbindungsproblem hin.
Passiert etwas, wenn ich ihn abschalte?
Nur die Handy-Funktionen fallen weg. Windows selbst läuft unverändert weiter.
Kann ich ihn dauerhaft loswerden?
Deinstallieren geht, nach großen Updates kann die App aber zurückkommen. Verlässlicher ist es, Autostart und Hintergrund-Berechtigung abzuschalten.
Sammelt Smartphone-Link Daten?
Die Verbindung läuft über dein Microsoft-Konto, Inhalte werden zwischen den Geräten übertragen. Wer das nicht möchte, ist mit einer Lösung wie KDE Connect besser bedient, die ohne Konto direkt im heimischen Netz arbeitet.
Gibt es das auch für Linux oder Mac?
Smartphone-Link nicht, es ist an Windows gebunden. KDE Connect läuft dagegen auf allen gängigen Systemen.




