Für die allermeisten reichen 144 Hz. Der Sprung von 60 auf 144 Hz ist gewaltig, der von 144 auf 240 dagegen klein – spürbar, aber kein Vergleich. In Messungen zu Wettkampfspielen liegt der Gewinn bei der Treffergenauigkeit im Bereich von ein bis zweieinhalb Prozent. Wer nicht ambitioniert spielt, merkt im Alltag praktisch nichts davon.

Wichtiger als die Wahl zwischen 144 und 240 ist 2026 eine andere Frage: welche Panel-Technik im Monitor steckt. Ein OLED mit 144 Hz zeigt bewegte Bilder schärfer als ein LCD mit 240 Hz. Warum das so ist und wann sich die höhere Zahl trotzdem lohnt, steht hier.

144 Hz gegen 240 Hz

144 Hz240 Hz
Bild alle …6,9 ms4,2 ms
Nötige Bildrate144 fps240 fps
Spürbar gegenüber 60 Hzenormenorm
Spürbar gegenüber 144 Hzgering
Anforderung an den Rechnermittelhoch, oft CPU-begrenzt
Sinnvoll fürfast alleWettkampfspiele
Preisaufschlagspürbar

Was die Bildwiederholrate wirklich sagt

Die Angabe in Hertz beschreibt, wie oft der Monitor das Bild pro Sekunde neu aufbauen kann. 144 Hz heißt: bis zu 144 Mal, also alle 6,9 Millisekunden. Bei 240 Hz sind es alle 4,2 Millisekunden.

Der entscheidende Zusatz steht selten dabei: Der Monitor kann nur zeigen, was der Rechner liefert. Ein 240-Hz-Bildschirm an einem PC, der im Spiel 90 Bilder pro Sekunde schafft, sieht aus wie ein 90-Hz-Bildschirm. Die Hertzzahl ist eine Obergrenze, keine Zusage.

Balkenvergleich der Zeit zwischen zwei Bildern: 60 Hz 16,7 ms, 144 Hz 6,9 ms, 240 Hz 4,2 ms, 360 Hz 2,8 ms, 480 Hz 2,1 ms
Der erste Sprung ist der große. Danach wird jeder weitere kleiner. Grafik: TechPill.de

Wie groß der Unterschied wirklich ist

Der Sprung von 60 auf 144 Hz fällt sofort auf – schon beim Bewegen des Mauszeigers auf dem Desktop. Von 144 auf 240 ist es deutlich weniger.

  • In schnellen Wettkampfspielen ist der Unterschied messbar. Untersuchungen zu Titeln wie Counter-Strike oder Valorant zeigen Verbesserungen bei der Treffergenauigkeit von etwa 1,5 bis 2,5 Prozent. Auf Turnierniveau ist das relevant.
  • In Einzelspieler-Titeln, Strategiespielen und beim Arbeiten nehmen die meisten den Unterschied kaum wahr – zumal dort ohnehin selten 240 Bilder pro Sekunde anliegen.

Eine ehrliche Einordnung: Wenn du 60 Hz gewohnt bist, wird dich 144 Hz begeistern. Wenn du 144 Hz gewohnt bist, wirst du 240 Hz mögen, aber nicht vermissen.

Der Punkt, der 2026 mehr zählt: die Reaktionszeit

Hier hat sich seit ein paar Jahren das Entscheidende verschoben. Neben der Frage, wie oft ein Bild aufgebaut wird, steht die Frage, wie schnell ein einzelner Bildpunkt seine Farbe wechselt. Ist er zu langsam, verschmieren bewegte Kanten – unabhängig davon, wie hoch die Hertzzahl ist.

  • OLED schaltet in etwa 0,03 Millisekunden. Bewegungsunschärfe verschwindet praktisch vollständig.
  • Gute IPS-Panels liegen bei etwa einer Millisekunde – also rund dreißigmal langsamer.
  • VA-Panels haben oft mehr Kontrast, aber sichtbare Nachzieheffekte bei dunklen Bildinhalten.

Die praktische Folge: Ein OLED mit 144 Hz wirkt in Bewegung schärfer als ein LCD mit 240 Hz. Wer die Wahl zwischen „mehr Hertz" und „besseres Panel" hat und nicht auf Turnierniveau spielt, fährt mit dem besseren Panel fast immer besser.

Schafft dein Rechner überhaupt 240 Bilder?

Das ist die Frage, die vor dem Monitorkauf steht – und sie wird meist falsch gestellt. Die Grafikkarte ist bei hohen Bildraten oft gar nicht der Engpass.

Wer für mehr Bilder die Detailstufe senkt, entlastet die Grafikkarte – und stößt dann an den Prozessor. Genau das passiert bei Wettkampfspielen regelmäßig: Die Einstellungen sind niedrig, die Grafikkarte langweilt sich, und trotzdem bleibt die Bildrate bei 180 hängen. Dann hilft keine neue Grafikkarte.

  • 1080p in Wettkampfspielen: 240 Bilder sind mit aktueller Mittelklasse machbar, sofern der Prozessor mitspielt.
  • 1440p in Wettkampfspielen: deutlich anspruchsvoller, aber möglich.
  • 1440p in aufwendigen Spielen: 240 Bilder sind unrealistisch. Hier bringt der 240-Hz-Monitor nichts.
  • 4K: Für hohe Bildraten braucht es Oberklasse-Hardware – und selbst dann nur in genügsamen Titeln.

Bevor du einen 240-Hz-Monitor kaufst, schau in deinen Spielen nach, welche Bildraten tatsächlich anliegen. Bleibt die Anzeige unter 144, ist die Hardware der bessere Ort für das Geld.

Anschluss und Bandbreite

Hohe Bildraten brauchen Übertragungskapazität. Zwei Regeln reichen aus:

  • DisplayPort ist am PC die erste Wahl. Er liefert an Monitoren durchweg mehr als HDMI und beherrscht die Bildsynchronisation zuverlässiger.
  • Bei HDMI muss es 2.1 sein, sobald hohe Auflösung und hohe Bildrate zusammenkommen. Ältere Versionen zwingen den Monitor zu Kompromissen – oft, ohne dass eine Meldung erscheint.

Wichtig ist außerdem das mitgelieferte Kabel: Beim Monitor liegt manchmal ein Kabel bei, das die volle Bildrate gar nicht überträgt. Wenn im Menü die 240 Hz fehlen, ist das ein guter erster Verdacht.

Die häufigste Falle überhaupt: Windows stellt neue Monitore oft auf 60 Hz ein und behält das bei. Prüf nach dem Anschließen unter Einstellungen → System → Bildschirm → Erweiterte Anzeige, welche Bildwiederholfrequenz eingestellt ist, und stell sie von Hand auf den Höchstwert. Es gibt erstaunlich viele 144-Hz-Monitore, die jahrelang mit 60 Hz laufen.

Was sonst noch zur Auswahl steht

Die Frage „144 oder 240" stammt aus einer Zeit, in der das die beiden Optionen waren. Inzwischen reicht die Spanne von 120 bis 500 Hz, einzelne Modelle gehen darüber hinaus.

Als Einordnung für 2026: 240 Hz bei 1440p hat sich als gehobener Standard etabliert. Für den ambitionierten Wettkampfbereich werden 360 Hz und mehr empfohlen. Alles darüber ist derzeit vor allem ein Datenblatt-Wettrennen – die Bildrate dafür zu liefern, schafft kaum ein Rechner.

Für wen sich was lohnt

Du kommst von 60 Hz – nimm 144 Hz. Der Unterschied ist gewaltig, der Aufpreis gering.

Du spielst gelegentlich, arbeitest viel am Rechner – 144 Hz, und das gesparte Geld in Auflösung, Panel oder Größe stecken.

Du spielst Wettkampfspiele ernsthaft – 240 Hz, sofern dein Rechner die Bilder liefert.

Du willst das beste Bild – OLED mit 144 oder 240 Hz. Die Bewegungsschärfe schlägt jede zusätzliche Hertzzahl auf LCD.

Du spielst am Fernseher oder auf der Konsole – die Frage stellt sich nicht: Konsolen liefern 120 Bilder pro Sekunde, mehr ist nicht vorgesehen.

Was oft übersehen wird

  • Auflösung gegen Bildrate. Beides gleichzeitig zu steigern, kostet überproportional Leistung. Wer sich entscheiden muss: Beim Arbeiten gewinnt die Auflösung, bei Wettkampfspielen die Bildrate.
  • Bildsynchronisation. Ohne sie entstehen Bildrisse, sobald die Bildrate schwankt. Praktisch jeder aktuelle Gaming-Monitor beherrscht sie – prüfen solltest du, dass sie im Treiber auch eingeschaltet ist.
  • Einbrennen bei OLED. Bei dauerhaft stehenden Bildelementen wie Taskleisten ein Thema. Aktuelle Modelle haben Schutzmechanismen, und die Hersteller geben inzwischen Garantien darauf – wer den Monitor acht Stunden täglich mit derselben Software nutzt, sollte es trotzdem einkalkulieren.
  • Die Helligkeit. OLED-Monitore sind bei großflächig hellen Inhalten dunkler als gute LCDs. In einem sonnigen Raum kann das den Ausschlag geben.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Sieht man den Unterschied zwischen 144 und 240 Hz?

Ja, aber deutlich weniger als zwischen 60 und 144. In schnellen Spielen ist er spürbar, beim Arbeiten kaum.

Brauche ich 240 fps für einen 240-Hz-Monitor?

Um ihn auszureizen, ja. Er funktioniert auch mit weniger, zeigt dann aber entsprechend weniger Bilder – der Vorteil gegenüber 144 Hz verschwindet.

Was bringt mehr: höhere Bildrate oder besseres Panel?

Für die meisten das Panel. Ein OLED mit 144 Hz stellt Bewegungen schärfer dar als ein LCD mit 240 Hz.

Lohnt sich 240 Hz zum Arbeiten?

Nein. Für Text, Tabellen und Videokonferenzen bringt schon 144 Hz nur mehr Laufruhe, 240 Hz gar nichts mehr. Investiere lieber in Auflösung und Bildschirmgröße.

Warum zeigt mein neuer Monitor nur 60 Hz?

Weil Windows ihn so eingestellt hat. Unter Einstellungen → System → Bildschirm → Erweiterte Anzeige lässt sich das ändern. Zweite mögliche Ursache ist ein Kabel, das die Bandbreite nicht liefert.

Ist DisplayPort besser als HDMI?

Am PC-Monitor ja, in aller Regel. HDMI ist die richtige Wahl an Fernseher und Konsole.

Sind 360 oder 500 Hz sinnvoll?

Nur im ambitionierten Wettkampfbereich, und auch dort nur, wenn Prozessor und Grafikkarte diese Bildraten wirklich liefern. Für alle anderen ist es Zahlenwerbung.

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