Apple hat seinen Herbst-Fahrplan konkretisiert: Ab Samstag, dem 12. September, lässt sich das iPhone 18 Pro samt der größeren Max-Variante vorbestellen. Der reguläre Verkauf startet knapp eine Woche später. Parallel dazu sorgt ein zweites Gerät für deutlich mehr Gesprächsstoff – das iPhone Duo, Apples erstes faltbares Smartphone, das der Konzern bereits am 9. September vorgestellt hat.
Damit rücken zwei sehr unterschiedliche Geräteklassen gleichzeitig ins Rampenlicht. Auf der einen Seite steht das klassische Pro-Modell mit neuer Kamera, neuem Chip und frischer Software. Auf der anderen ein Formfaktor, den Apple lange gemieden hat und mit dem Cupertino nun in einen Markt einsteigt, den Samsung seit 2019 prägt. Wir ordnen ein, was die Quellen zu beiden Geräten melden – und wo Skepsis angebracht ist.
iPhone 18 Pro: Vorbestellung, Farben und Termine
Laut Apples Newsroom beginnt die Vorbestellung für iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max am 12. September um 5 Uhr pazifischer Zeit – online über apple.com und in der Apple-Store-App. In den Handel kommen beide Modelle weltweit ab Freitag, dem 18. September. Wer lieber ein anderes Gerät aus der Herbst-Runde möchte: Apple Watch Series 12, Apple Watch Ultra 4, AirPods 5 sowie Mac mini und Mac Studio sind bereits jetzt vorbestellbar, wobei die beiden Macs erst am 22. September in die Läden kommen.
Farblich bietet Apple das iPhone 18 Pro in vier Varianten an: Schwarz, Silber, Glacier und einem neuen Burgunderton. Das Burgunder-Finish ersetzt damit die auffälligste Neuerung in der Farbpalette und dürfte zum sichtbaren Erkennungsmerkmal der Generation werden.
Kamera, Chip und Akku: Was das Pro-Modell antreibt
Herzstück der Neuvorstellung ist die Kamera. Apple verbaut eine 48-MP-Fusion-Hauptkamera mit variabler Blende, die Schärfentiefe und Belichtung automatisch anpasst. Diese verstellbare Blende ist der eigentliche Wendepunkt: Sie erlaubt eine gestalterische Kontrolle, die bei früheren iPhones so nicht möglich war. Ergänzt wird das durch überarbeitete Fotografische Stile mit neuen Reglern für Textur und Körnung sowie durch sogenannte Pro-Steuerungen, mit denen sich die Kamera-App auf die am häufigsten genutzten Einstellungen zuschneiden lässt. Cinematic-Effekte lassen sich zudem nachträglich auf Videos anwenden, die mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen wurden.
Unter der Hülle arbeitet der neue A20 Pro, den Apple als Motor für KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät positioniert. Damit die Leistung auch unter Dauerlast stabil bleibt, kommt eine neue Generation der Vapor Chamber zum Einsatz – laut heise die zweite Ausbaustufe dieser Dampfkammer-Kühlung. Sie soll die höchste dauerhaft abrufbare Rechenleistung ermöglichen, die Apple bislang in einem iPhone erreicht hat.
Beim Akku verspricht Apple spürbare Zuwächse. Die überarbeiteten Batteriedesigns nutzen laut Hersteller die Effizienz des neuen Chips, wobei das iPhone 18 Pro Max den größten Laufzeitsprung markieren soll, den es je bei einem iPhone gab. Bemerkenswert für den europäischen Markt: Nach Angaben von heise bleibt Apple beim Verzicht auf einen eSIM-Zwang, das Pro-Modell lässt sich also weiterhin mit physischer SIM nutzen.
iOS 27 und die neue Siri
Die Software liefert Apple mit iOS 27 und der nächsten Generation von Apple Intelligence aus. Kernstück ist eine komplett neue Siri, die Apple als deutlich persönlicher, fähiger und gesprächsorientierter beschreibt. Der Assistent soll persönlichen Kontext verstehen, auf breites Weltwissen zugreifen und Bildschirminhalte erfassen, um im richtigen Moment zu helfen. Wichtig zur Einordnung: Diese neue Siri rollt zunächst als Beta aus – der volle Funktionsumfang steht also nicht vom ersten Tag an bereit.
Jenseits der KI beschreibt Apple iOS 27 als breites Bündel an Verbesserungen, das das iPhone reaktionsschneller, verlässlicher und einfacher bedienbar machen soll. Datenschutz und Sicherheit stellt der Konzern dabei wie üblich in den Vordergrund, was gerade bei einer kontextsensiblen Assistenzfunktion mehr als ein Marketingversprechen sein muss.
Apple Watch und AirPods: Der Rest der Herbst-Runde
Neben dem iPhone hat Apple die Wearables aufgefrischt. Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 setzen auf ein neues Health-Sensing-System und den S11-Chip. Apple wirbt mit der genauesten Herzfrequenzmessung in einem Wearable, häufigeren Messungen von Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität sowie einem neuen Readiness-Score, der Aufschluss über die Tagesform geben soll.
Bei der Laufzeit nennt Apple bis zu 24 Stunden Alltagsnutzung für die Series 12; 15 Minuten Laden sollen bis zu 12 zusätzliche Stunden bringen. Die Ultra 4 zielt auf Ausdauer: bis zu 45 Stunden Aktivitätstracking im Freien und über zwei Tage – bis zu 50 Stunden – im normalen Betrieb. Mit watchOS 27 kommt Siri AI auf beide Uhren, dazu sollen später im Jahr Audio-Intelligence-Funktionen folgen, die etwa wichtige Gesprächsmomente festhalten. Ergänzt wird die Runde durch die AirPods 5.
Das iPhone Duo: Apples erster Faltversuch
Der eigentliche Bruch mit der Tradition ist das iPhone Duo. Nach Jahren, in denen Apple dem Faltdisplay-Trend fernblieb, präsentierte der Konzern auf der Keynote am 9. September sein erstes Foldable. Das Gerät kombiniert ein großes, klappbares Innendisplay mit einem kleineren Außenbildschirm – ein Formfaktor, der laut Golem ziemlich genau dem des Samsung Galaxy Z Fold 8 entspricht. Beide Hersteller haben aus dem bisherigen Marktverlauf offenbar ähnliche Schlüsse gezogen.
Zur Hardware meldet heise, dass Apple beim iPhone Duo dichter baut als beim Galaxy Z Fold 8 und dem Gerät ein IP-Rating gegen Wasser und Staub verpasst. Ersten Berichten zufolge soll die Falz im aufgeklappten Zustand kaum spürbar sein – ein Punkt, an dem sich Foldables traditionell messen lassen müssen. Wie robust das Scharnier im Dauerbetrieb ist, wird sich allerdings erst über längere Nutzung zeigen; das lässt sich aus den vorliegenden Ankündigungen nicht ableiten.
Beim Bedienkonzept setzt Apple auf Split View: Das große Innendisplay kann zwei Apps nebeneinander anzeigen, zwei Fenster derselben App öffnen und App-Paare speichern, die sich später per Fingertipp aufrufen lassen. Ziel ist ein Gerät, das Konzentration und Arbeitsfluss nicht durch ständiges Wechseln unterbricht. Auffällig ist außerdem der Verzicht auf Face ID: Statt Gesichtserkennung nutzt das iPhone Duo einen Fingerabdrucksensor.
Déjà-vu mit dem Surface Duo
Genau dieses Konzept löst bei manchen Beobachtern ein Déjà-vu aus. Wie t3n herausarbeitet, erinnert das iPhone Duo an Microsofts Surface Duo, das bereits 2020 auf den Markt kam – nicht nur wegen des ähnlichen Namens. Die Unterschiede bei den Displays sind allerdings entscheidend: Das Surface Duo hatte zwei separate Innenbildschirme, die sich dank eines 360-Grad-Scharniers nach außen klappen ließen. Das iPhone Duo setzt dagegen auf ein durchgängiges Innendisplay.
Interessant ist die Argumentation dahinter. Laut Windows Latest, zitiert von t3n, stützte Microsoft seine Zwei-Bildschirm-Vision 2020 auf Forschung zur kognitiven Belastung, die entsteht, wenn Nutzer ständig zwischen Apps springen. Apple greift mit der Split-View-Vision im Kern eine ähnliche Begründung auf – ein Ansatz, den das Surface Duo also schon vor Jahren bot. Auch der Fingerabdrucksensor statt Gesichtserkennung findet in Microsofts Gerät eine Parallele. Ein Unterschied bleibt bei den Kameras: Das Surface Duo hatte drei Rückkameras, das iPhone Duo hat zwei.

Beim Preis wird der Vergleich unbequem. Das iPhone Duo mit 256 Gigabyte Speicher kostet 2.299 Euro. Microsoft verlangte 2020 für die erste Surface-Duo-Version 1.399 Dollar – inflationsbereinigt heute grob 1.600 bis 1.700 Euro und damit deutlich weniger als Apples Foldable. Kein Wunder, dass die Vorstellung in sozialen Netzwerken eine Welle an Memes ausgelöst hat. Sogar Samsung meldete sich spöttisch zu Wort und spielte darauf an, dass Apple mit dem Fold-Formfaktor auf bereits Bekanntes setze.
Mehr als eine Randnotiz? Chancen des Foldable-Marktes
Trotz aller Häme steckt hinter dem iPhone Duo ein realistisches Kalkül. Foldables gelten vielen weiterhin als teuer und mechanisch heikel, doch das Interesse wächst schubweise. Golem verweist auf Google-Trends-Daten seit 2019, die rund um jede Ankündigung Aufmerksamkeitsspitzen zeigen – die aber ebenso schnell wieder abflachen. Neu ist, dass der Passport-artige Fold-Formfaktor das Interesse an den größeren Modellen zuletzt spürbar gesteigert hat, weil er alltagstauglicher wirkt als die kompakten Flip-Klapphandys.
Hinzu kommt Apples Ausgangslage: eine große, loyale Nutzerbasis, die teils ausschließlich Apple-Produkte einsetzt und lange auf ein Falt-iPhone gewartet hat. Erste Daten deuten laut Golem darauf hin, dass das Falt-iPhone in der Spitze mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als jedes andere Foldable zuvor. Aufmerksamkeit ist jedoch nicht dasselbe wie Kaufbereitschaft – und der hohe Einstiegspreis bleibt die entscheidende Hürde. Ob Apple mit dem Duo den Formfaktor tatsächlich aus der Nische holt, wird sich erst an den Verkaufszahlen zeigen.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du über ein Upgrade nachdenkst, hilft es, die beiden Geräte klar zu trennen: Das iPhone 18 Pro ist die sichere, ausgereifte Wahl, das iPhone Duo eine teure Wette auf einen neuen Formfaktor.
- Pro-Modell im Blick: Willst du das iPhone 18 Pro oder Pro Max, kannst du ab dem 12. September vorbestellen; der Marktstart ist der 18. September. Bei starker Nachfrage lohnt es sich, direkt am Morgen des Vorbestellstarts zuzuschlagen.
- Kamera als Kaufgrund prüfen: Die variable Blende und die neuen Textur- und Körnungsregler richten sich vor allem an alle, die viel und bewusst fotografieren. Reine Gelegenheitsknipser profitieren weniger stark.
- Neue Siri nüchtern einordnen: Die überarbeitete Siri startet als Beta. Erwarte nicht, dass alle KI-Funktionen zum Verkaufsstart vollständig verfügbar sind.
- Trade-in nutzen: Apple bietet für Altgeräte ab dem iPhone 13 nach eigenen Angaben Gutschriften zwischen 175 und 885 US-Dollar. Prüfe den Restwert deines aktuellen iPhones, bevor du bestellst – die genauen Beträge variieren je nach Modell und Zustand.
- Beim Duo abwarten: 2.299 Euro sind eine Ansage. Wer nicht zwingend Early Adopter sein will, sollte unabhängige Langzeiterfahrungen zu Scharnier, Falz und Software abwarten, bevor er investiert.
Häufige Fragen
Wann kann ich das iPhone 18 Pro kaufen?
Die Vorbestellung startet am 12. September um 5 Uhr pazifischer Zeit über apple.com und die Apple-Store-App. In den Handel kommen iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max weltweit ab Freitag, dem 18. September. Apple Watch Series 12, Apple Watch Ultra 4 und AirPods 5 sind bereits vorbestellbar und ebenfalls ab dem 18. September erhältlich.
Was unterscheidet das iPhone 18 Pro vom iPhone Duo?
Das iPhone 18 Pro ist ein klassisches Smartphone mit neuer 48-MP-Kamera, variabler Blende, A20-Pro-Chip und iOS 27. Das iPhone Duo ist Apples erstes Foldable mit klappbarem Innendisplay und kleinerem Außenbildschirm, Fingerabdrucksensor statt Face ID und einem Split-View-Konzept für zwei Apps nebeneinander. Preislich liegt das Duo mit 2.299 Euro für 256 GB deutlich höher.
Warum wird das iPhone Duo mit dem Surface Duo verglichen?
Beide Geräte teilen sich Namen und ein Zwei-Bildschirm-Konzept, das Multitasking und paralleles Arbeiten in den Mittelpunkt stellt. Microsoft brachte das Surface Duo bereits 2020 und begründete es mit Forschung zur kognitiven Belastung beim App-Wechseln – eine Argumentation, die Apples Split-View-Vision ähnelt. Technisch unterscheiden sie sich aber: Das Surface Duo hatte zwei getrennte Displays, das iPhone Duo nutzt ein durchgängiges faltbares Panel.
Muss ich beim iPhone 18 Pro auf eine eSIM umsteigen?
Nach Angaben von heise verzichtet Apple beim iPhone 18 Pro und Pro Max weiterhin auf einen eSIM-Zwang. Du kannst das Gerät also nach wie vor mit physischer SIM-Karte nutzen. Das ist besonders für Nutzer relevant, die häufig SIM-Karten tauschen oder in Regionen unterwegs sind, in denen eSIM noch nicht flächendeckend unterstützt wird.
Wie viel bringt Apple Trade In beim Neukauf?
Apple nennt für die Inzahlungnahme eines iPhone 13 oder neuer eine Gutschrift zwischen 175 und 885 US-Dollar, die sich sofort auf den Kaufpreis oder die Monatsraten anrechnen lässt. Über ausgewählte Mobilfunkpartner sind in den USA je nach Aktion höhere Beträge möglich. Die konkrete Summe hängt vom Modell und Zustand deines Altgeräts ab.






