Faltbare Smartphones galten lange als Nischenprodukt – zu teuer, zu empfindlich, mit einer sichtbaren Falte im Display. Samsung will diese Vorbehalte 2026 mit gleich drei neuen Modellen aus dem Weg räumen. Das Galaxy Z Fold8 Ultra, das Galaxy Z Fold8 und das Galaxy Z Flip8 teilen sich dieselbe Bauform-Idee, verfolgen aber jeweils einen eigenen Schwerpunkt. Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die von Samsung veröffentlichten Daten; ein eigener Praxistest liegt der Redaktion nicht vor.

Interessant ist vor allem die Dreiteilung des Sortiments. Statt eines einzelnen Fold-Flaggschiffs stellt Samsung dem klassischen Buch-Foldable ein Ultra-Modell zur Seite und ergänzt das Line-up nach unten mit dem klappbaren Flip. Wer sich für ein Foldable interessiert, muss also nicht mehr zwischen wenigen Kompromissen wählen, sondern kann Format und Ausrichtung gezielt aussuchen.

Drei Formate, drei Zielgruppen

Die Grundidee hinter dem Trio ist schnell erklärt. Das Z Fold8 Ultra richtet sich an alle, die möglichst viel Produktivität aus einem Smartphone holen wollen. Das Z Fold8 stellt Inhalte in den Mittelpunkt – Serien, Filme, E-Books, Social Media. Und das Z Flip8 setzt auf Kompaktheit und einen individuell gestaltbaren Auftritt. Damit deckt Samsung drei sehr unterschiedliche Nutzungsmuster ab, ohne dass sich die Geräte gegenseitig überflüssig machen.

Gemeinsam ist allen drei Modellen die technische Basis: Sie laufen mit Android 17 und Samsungs Oberfläche One UI 9, funken über Wi-Fi 7 und sind nach IP48 zertifiziert. Diese Zertifizierung bedeutet Schutz gegen feste Fremdkörper ab einem Millimeter Größe sowie zeitweiliges Untertauchen in Süßwasser – laut Samsung bei 1,5 Metern Wassertiefe für bis zu 30 Minuten. Wichtig zu wissen: Salzwasser, Chlorwasser aus dem Pool, Seifenlauge oder erhitzte Flüssigkeiten sind davon ausdrücklich ausgenommen.

Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra, Galaxy Z Fold8 und Galaxy Z Flip8: Welches Foldable passt zu dir?
Foto: t3n

Wie alltagstauglich sind die Foldables 2026?

Die naheliegendste Frage bei jedem Foldable lautet: Hält ein Scharnier, das täglich mehrfach auf- und zugeklappt wird, dauerhaft durch? Samsung gibt an, dass alle drei Modelle aus Advanced Armor Aluminum gefertigt und auf hunderttausende Faltbewegungen ausgelegt sind. Eine konkrete Zahl nennt der Hersteller in diesem Zusammenhang zwar nicht, verweist aber auf die entsprechende Auslegung der Mechanik.

Auch die berüchtigte Falte im Display soll deutlich zurückgetreten sein. Ältere Fold-Generationen zeigten an der Knickstelle eine sicht- und fühlbare Vertiefung. Laut Samsung ist dieser Effekt bei der aktuellen Z-Serie das Ergebnis jahrelanger Entwicklung und beim Lesen, Streamen oder Arbeiten kaum noch wahrnehmbar. Ob das im Alltag tatsächlich so nahtlos wirkt, lässt sich seriös erst am Gerät beurteilen – die Aussage stammt vom Hersteller selbst.

Galaxy Z Fold8 Ultra: das Produktivitäts-Flaggschiff

Das Z Fold8 Ultra ist nach Samsungs Angaben das dünnste Galaxy Z Fold, das das Unternehmen je gebaut hat. Aufgeklappt spannt sich ein 8,0-Zoll-Hauptdisplay auf, das genug Platz für zwei nebeneinander laufende Apps bietet – etwa ein Browser-Fenster für die Recherche neben einem Chat. Auf der Außenseite sitzt ein 6,5-Zoll-Display, das das Gerät auch im zusammengeklappten Zustand wie ein normales Smartphone nutzbar macht.

Für die Rechenleistung sorgt der Snapdragon 8 Elite Gen 5, den Samsung sowohl für Multitasking als auch für Galaxy AI, Gaming und die Foto- sowie Videobearbeitung heranzieht. Beim Thema KI hebt Samsung die Funktion Now Nudge hervor: Sie soll passende nächste Schritte vorschlagen, beispielsweise einen im Chat erwähnten Termin direkt in den Kalender übernehmen. Dafür ist allerdings eine Anmeldung mit einem Samsung-Account nötig, und die Funktion arbeitet nur mit bestimmten Messaging-Apps wie Samsung Messages oder Google Messages zusammen.

Die Kamera ist das zweite große Argument dieses Modells. Die 200-Megapixel-Hauptkamera mit F1.7-Blende nimmt Videos in 8K auf. Beim Akku setzt Samsung auf 5.000 mAh mit 45-Watt-Schnellladen – wobei der passende Ladeadapter separat gekauft werden muss. Als Videolaufzeit gibt der Hersteller bis zu 27 Stunden an. Mit rund 215 Gramm ist das Ultra allerdings auch das schwerste der drei Geräte.

Für wen lohnt sich das Ultra?

Das Z Fold8 Ultra ist der Kandidat für alle, die ihr Smartphone als mobiles Arbeitsgerät begreifen. Wer viel unterwegs schreibt, recherchiert, mehrere Apps parallel nutzt und dazu eine hochauflösende Kamera schätzt, findet hier das umfangreichste Paket im Line-up. Der Preis für diese Ausstattung ist das höhere Gewicht.

Galaxy Z Fold8: das Content-Foldable

Das reguläre Z Fold8 verfolgt ein anderes Ziel. Es rückt Inhalte in den Vordergrund und bringt dafür ein neues Display-Format mit. Das 5,5-Zoll-Frontdisplay im 16:10-Format ist breiter als bei klassischen Smartphones und laut Samsung besonders für Social Media und Kurzvideos gedacht. Aufgeklappt entfaltet sich ein 7,6-Zoll-Display im 4:3-Format, das für Serien, Filme und E-Books ausgelegt ist.

Der Reiz liegt im Wechsel zwischen beiden Modi: Zusammengeklappt bleibt das Gerät handlich und passt in die Hosentasche, aufgeklappt bietet es spürbar mehr Fläche für längere Inhalte. Für die Kamera setzt Samsung hier auf ein Doppel aus zwei 50-Megapixel-Sensoren, ebenfalls mit 8K-Videoaufnahme. Angetrieben wird auch das Z Fold8 vom Snapdragon 8 Elite Gen 5.

Der Akku fasst 4.800 mAh und soll bis zu 26 Stunden Videowiedergabe schaffen; geladen wird ebenfalls mit bis zu 45 Watt. Mit rund 201 Gramm liegt das Modell zwischen Ultra und Flip. Wer den größeren Fold-Formfaktor mag, aber weder das Maximal-Kamerasystem noch das absolute Spitzendisplay des Ultra braucht, findet hier den ausgewogeneren Kompromiss.

Galaxy Z Flip8: kompakt und persönlich

Das Z Flip8 folgt der klassischen Klapp-Bauform und ist mit 180 Gramm das leichteste Modell der Serie. Zusammengeklappt misst es 85,7 × 75,4 × 13,1 Millimeter und verschwindet damit problemlos in kleineren Taschen. Auf der Außenseite sitzt das 4,1-Zoll-FlexWindow, das sich mit Widgets und Designs individuell anpassen lässt – hier liegt der Fokus auf Personalisierung.

Interessant ist der FlexCam-Modus der 50-Megapixel-Kamera. Er nutzt das teilweise aufgeklappte Gerät als eigenen Standfuß, sodass sich freihändig Fotos und Videos aufnehmen lassen. Der Flex-Modus funktioniert dabei in einem Winkelbereich von 75 bis 115 Grad. Für Aufnahmen bei wenig Licht verweist Samsung auf Nightography Video, während Galaxy AI Helligkeit und Bildrauschen im Hintergrund automatisch optimieren soll.

Ein Detail unterscheidet das Flip8 technisch von den beiden Fold-Modellen: Statt des Snapdragon-Chips arbeitet hier ein Exynos 2600. Der Akku ist mit 4.300 mAh der kleinste im Trio, soll dank der kompakten Bauweise aber bis zu 31 Stunden Videowiedergabe erreichen – der höchste Wert der Serie. Geladen wird mit 25 Watt und damit langsamer als bei den Fold-Modellen.

Die technischen Eckdaten nebeneinander

Die von Samsung genannten Kerndaten zeigen die Abstufung deutlich. Beim Hauptdisplay reicht die Spanne von 8,0 Zoll (Ultra) über 7,6 Zoll (Fold8) bis 6,9 Zoll (Flip8, zusammengesetzt aus Innendisplay). Die Außendisplays messen 6,5 Zoll, 5,5 Zoll und 4,1 Zoll.

  • Kamera: Z Fold8 Ultra mit 200 MP (F1.7, 8K), Z Fold8 mit zwei 50-MP-Sensoren (8K), Z Flip8 mit 50-MP-FlexCam.
  • Prozessor: Snapdragon 8 Elite Gen 5 in beiden Fold-Modellen, Exynos 2600 im Flip8.
  • Akku und Laufzeit: 5.000 mAh (bis zu 27 Std. Video), 4.800 mAh (bis zu 26 Std.), 4.300 mAh (bis zu 31 Std.).
  • Laden: 45 W bei beiden Folds, 25 W beim Flip8.
  • Gewicht: rund 215 g, 201 g und 180 g.

Zu beachten ist, dass sich die mAh-Angaben auf den typischen Wert unter Laborbedingungen beziehen. Die nach der Norm IEC 61960 ermittelte Mindestkapazität fällt laut Samsung geringer aus, und die reale Laufzeit hängt von Netz, Nutzung und weiteren Faktoren ab.

Galaxy AI: was der Haken bedeutet

Samsung bewirbt bei allen drei Geräten die KI-Funktionen unter dem Dach von Galaxy AI. In der Praxis sind daran einige Bedingungen geknüpft, die man kennen sollte. Viele Features setzen eine Internetverbindung sowie einen Samsung-Account oder ein Google-Konto voraus. In Deutschland ist Galaxy AI zudem erst ab 16 Jahren nutzbar, und Samsung behält sich ausdrücklich vor, einzelne Funktionen künftig kostenpflichtig zu machen.

Bei der generativen Bildbearbeitung gibt es weitere Einschränkungen: Sie benötigt eine Internetverbindung und einen angemeldeten Samsung-Account, das Ergebnis wird auf bis zu 12 Megapixel verkleinert, und beim Speichern legt das System ein sichtbares Wasserzeichen über das Bild, das die KI-Bearbeitung kenntlich macht. Die Genauigkeit der Ergebnisse garantiert Samsung nicht. Wer sich stark auf diese Funktionen verlässt, sollte diese Rahmenbedingungen einkalkulieren.

Was bedeutet das für dich?

Die Dreiteilung macht die Kaufentscheidung tatsächlich einfacher, weil jedes Modell einen klaren Zweck hat. Die folgenden Punkte helfen bei der Einordnung:

  1. Ordne dein Nutzungsprofil ein. Willst du unterwegs produktiv arbeiten und mehrere Apps parallel nutzen, führt der Weg zum Z Fold8 Ultra. Steht Entertainment im Vordergrund, ist das Z Fold8 die stimmigere Wahl. Suchst du ein kompaktes Gerät mit Persönlichkeit, ist das Flip8 der Kandidat.
  2. Achte auf das Gewicht. Zwischen dem Ultra (rund 215 g) und dem Flip8 (rund 180 g) liegen spürbare 35 Gramm. Wer sein Smartphone viel in der Hand hält, sollte das mitdenken.
  3. Rechne beim Laden mit, dass der 45-Watt-Adapter der Fold-Modelle separat erworben werden muss. Das Flip8 lädt ohnehin nur mit 25 Watt.
  4. Prüfe die KI-Voraussetzungen. Galaxy AI braucht Konten und Internet, ist in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben und kann später Geld kosten. Kaufe kein Gerät allein wegen der KI-Versprechen.
  5. Sei bei der Wasserfestigkeit vorsichtig. IP48 schützt vor Süßwasser, nicht vor Pool- oder Salzwasser. Für den Alltag reicht das, ein Tauchbegleiter ist keines der Modelle.

Grundsätzlich gilt: Alle Angaben stammen aus Samsungs eigener Kommunikation. Wie sich Displayfalte, Scharnierhaltbarkeit und Akkulaufzeit im echten Alltag schlagen, zeigt sich erst mit unabhängigen Tests über einen längeren Zeitraum.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Z Fold8 Ultra und Z Fold8?

Das Z Fold8 Ultra ist auf mobiles Arbeiten, Multitasking, hohe Leistung und ein umfangreiches Kamerasystem mit 200-MP-Sensor ausgerichtet. Es hat mit 8,0 Zoll das größere Hauptdisplay und ist laut Samsung das dünnste Fold des Herstellers. Das Z Fold8 setzt dagegen auf ein neues Display-Format für Inhalte: ein breites 5,5-Zoll-Frontdisplay im 16:10-Format für Social Media und ein 7,6-Zoll-Innendisplay im 4:3-Format für Filme und E-Books. Seine Kamera besteht aus zwei 50-MP-Sensoren.

Kann ich die Geräte auch zugeklappt bedienen?

Ja. Bei Z Fold8 Ultra und Z Fold8 eignen sich die Außendisplays für Nachrichten, Navigation, Social Media und kurze Videos, ohne dass du das Gerät aufklappen musst. Für mehr Platz lässt sich das große Innendisplay nutzen. Beim Z Flip8 zeigt das 4,1-Zoll-FlexWindow Widgets, Benachrichtigungen und weitere Informationen im geschlossenen Zustand.

Wie wasserfest sind die neuen Foldables?

Alle drei Modelle sind nach IP48 zertifiziert. Das schützt vor festen Fremdkörpern ab einem Millimeter und vor zeitweiligem Untertauchen in Süßwasser – nach Samsungs Angaben bei 1,5 Metern Tiefe für bis zu 30 Minuten. Salzwasser, chlorhaltiges Poolwasser, Seifenlauge, alkoholhaltige Lösungen und erhitzte Flüssigkeiten sind ausdrücklich nicht abgedeckt. Alle Abdeckungen müssen dafür vollständig geschlossen sein.

Welches Modell hat die längste Akkulaufzeit?

Bei der reinen Videowiedergabe nennt Samsung für das Z Flip8 mit bis zu 31 Stunden den höchsten Wert, obwohl es mit 4.300 mAh den kleinsten Akku hat – der kompaktere Formfaktor und das kleinere Display wirken sich hier aus. Das Z Fold8 Ultra kommt auf bis zu 27 Stunden (5.000 mAh), das Z Fold8 auf bis zu 26 Stunden (4.800 mAh). Diese Werte gelten unter Laborbedingungen und weichen im Alltag ab.

Welche Software läuft auf den Geräten?

Alle drei Foldables kommen mit Android 17 und Samsungs Oberfläche One UI 9. Zusätzlich unterstützen sie Wi-Fi 7. Die KI-Funktionen laufen unter Galaxy AI, das in Deutschland ab 16 Jahren verfügbar ist und für einige Features ein Samsung- oder Google-Konto sowie eine Internetverbindung voraussetzt.