Analyse

iPhone-Akku tauschen: Kosten, Ablauf und wann es sich lohnt

Apple verlangt je nach Modell 79 bis 149 Euro. Die vollständige Preisliste für 32 Modelle, warum Selbermachen teurer ist als der Service, was iOS nach einem Fremdakku anzeigt – und wie du am verbleibenden Update-Zeitraum ablesen kannst, ob sich der Tausch überhaupt rechnet.

Veröffentlicht 16. Februar 2026Von Martin FrostAktualisiert 13. September 202616 Min. Lesezeit
iPhone-Akku tauschen: Kosten, Ablauf und wann es sich lohnt

Das Wichtigste in Kürze

  • Apple verlangt je nach Modell zwischen 79 und 149 Euro. Die vollständige Liste steht weiter unten, aktuell für 32 Modelle.
  • Selbst tauschen ist teurer, nicht günstiger: Das Ersatzteil kostet genau so viel wie der komplette Service, dazu kommt der Werkzeugverleih.
  • Die Anzeige des Batteriezustands verschwindet nach einem Fremdakku nicht. Das behaupten viele Ratgeber, seit iOS 15.2 stimmt es nicht mehr.
  • Ob sich der Tausch lohnt, hängt weniger am Preis als daran, wie lange dein Modell noch Updates bekommt. Beides zusammen zeigt der Check gleich hier.

Die Frage kommt meistens an einem Punkt, an dem das iPhone noch völlig in Ordnung ist. Es läuft, es ist schnell genug, die Kamera reicht. Nur hält es eben keinen Tag mehr durch, und irgendwann trägt man die Powerbank überall mit.

Dann steht die Rechnung an: rund hundert Euro für einen neuen Akku, oder tausend für ein neues Gerät. Diese Seite beantwortet den ersten Teil mit Apples eigenen Preisen und den zweiten mit der Frage, die dabei fast immer vergessen wird — wie lange das Gerät überhaupt noch Sicherheitsupdates bekommt.

Akku-Check

Was kostet der Tausch – und lohnt er sich?

Wähle dein Modell. Der Preis ist Apples offizielle Schätzung außerhalb der Garantie, Stand 13. September 2026. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie lange das Gerät noch Updates bekommt.

Ist es wirklich der Akku?

Bevor du Geld ausgibst, lohnt eine Gegenprobe. Kurze Laufzeit hat mehrere mögliche Ursachen, und nur eine davon kostet hundert Euro.

Fing es direkt nach einem Update an? Dann ist es oft nicht der Akku. iOS baut nach einer neuen Version tagelang Suchindizes neu auf und lädt Fotos neu durch. Gib dem Gerät drei bis vier Tage, bevor du urteilst.

Ist der Prozentwert gefallen oder nur das Gefühl? Die maximale Kapazität steht schwarz auf weiß in den Einstellungen. Liegt sie bei 92 Prozent, ist der Akku nicht das Problem, auch wenn es sich so anfühlt.

Zieht eine einzelne App auffällig viel? Unter Batterie steht die Nutzung der letzten 24 Stunden und der letzten zehn Tage, aufgeschlüsselt nach App. Eine einzelne Anwendung mit unverhältnismäßigem Anteil ist ein Softwareproblem, kein Hardwareproblem.

Wird das Gerät dabei warm? Ein warmes iPhone im Leerlauf deutet auf einen Prozess hin, der dauerhaft läuft. Auch das löst kein neuer Akku.

Die ausführliche Fehlersuche dazu steht im Ratgeber zum schnell leeren iPhone-Akku nach dem Update. Erst wenn dort nichts hilft und die Kapazität tatsächlich niedrig ist, ist der Tausch die richtige Antwort.

Was Apple verlangt

Apple staffelt den Batterieservice in fünf Preisstufen. Grob gilt: je neuer und je größer das Gerät, desto teurer. Die Pro-Max-Modelle liegen oben, die SE-Reihe unten.

Fünf Preisstufen für den Batterieservice bei Apple, von 79 Euro für die SE-Modelle bis 149 Euro für das iPhone 18 Pro, mit allen zugeordneten Modellen
Die vollständige Preisliste, wie Apple sie für Deutschland angibt. Alle Angaben gelten außerhalb der Garantie und ohne Versandkosten.

Zwei Dinge stehen nicht in dieser Liste. Erstens kommt Versand dazu, wenn du das Gerät einschickst statt es in einen Store zu bringen. Zweitens ist es eine Schätzung: Apple prüft das Gerät und legt die endgültige Gebühr danach fest. Findet sich dabei ein zweiter Schaden, etwa ein Riss im Rückglas, wird es teurer.

Die vollständige Preisliste

Alle Modelle, für die Apple derzeit einen Batterieservice anbietet, mit dem jeweiligen Preis und dem Jahr, bis zu dem Sicherheitsupdates zu erwarten sind. Die zweite Spalte allein sagt wenig — erst zusammen mit der dritten ergibt sie eine Entscheidung.

ModellBei AppleUpdates bis etwa
iPhone Air135 €2034
iPhone 18 Pro Max149 €
iPhone 18 Pro149 €
iPhone 17 Pro Max135 €2034
iPhone 17 Pro135 €2034
iPhone 17109 €2034
iPhone 17e109 €
iPhone 16 Pro Max135 €2033
iPhone 16 Pro135 €2033
iPhone 16 Plus109 €2033
iPhone 16109 €2033
iPhone 16e109 €2034
iPhone 15 Pro Max109 €2032
iPhone 15 Pro109 €2032
iPhone 15 Plus109 €2032
iPhone 15109 €2032
iPhone 14 Pro Max109 €2031
iPhone 14 Pro109 €2031
iPhone 14 Plus109 €2031
iPhone 14109 €2031
iPhone 13 Pro Max99 €2030
iPhone 13 Pro99 €2030
iPhone 1399 €2030
iPhone 13 mini99 €2030
iPhone 12 Pro Max99 €2029
iPhone 12 Pro99 €2029
iPhone 1299 €2029
iPhone 12 mini99 €2029
iPhone 1199 €2028
iPhone XR99 €2027
iPhone SE (3. Generation)79 €2031
iPhone SE (2. Generation)79 €2029

Preise laut Apple Support Deutschland, Stand 13. September 2026, außerhalb der Garantie und ohne Versand. Beim iPhone 18 und dem 17e liegt noch keine Update-Prognose vor.

Ab wann ein Tausch überhaupt fällig ist

Die Marke, an der sich alles orientiert, sind 80 Prozent maximale Kapazität. Darunter gilt eine Batterie bei Apple als verbraucht. Das heißt nicht, dass das iPhone dann unbrauchbar wäre — es heißt, dass eine volle Ladung nur noch vier Fünftel dessen liefert, was sie im Neuzustand geliefert hat.

Die Zahl findest du unter Einstellungen › Batterie › Batteriezustand & Ladevorgang. Dort steht die maximale Kapazität in Prozent, darunter die Angabe zur Höchstleistungsfähigkeit.

Was „Höchstleistungsfähigkeit“ bedeutet

Unter der Prozentzahl steht ein zweiter Abschnitt, den kaum jemand liest. Er ist wichtiger als die Kapazität, wenn es um das Verhalten im Alltag geht.

Ein gealterter Akku kann kurze Leistungsspitzen nicht mehr sauber liefern. Fordert das System mehr, als die Zelle hergibt, bricht die Spannung ein und das iPhone schaltet sich schlagartig ab — bei 30 Prozent Anzeige genauso wie bei 5. Um das zu verhindern, drosselt iOS bei Bedarf die Spitzenleistung.

Steht dort, das Gerät unterstütze die normale Höchstleistung, ist alles in Ordnung. Erscheint stattdessen der Hinweis auf eine angewandte Leistungsverwaltung, wurde bereits gedrosselt — meist nach genau so einem unerwarteten Abschalten.

500 oder 1.000 Ladezyklen: der Unterschied, der zählt

Hier hat sich etwas geändert, das viele noch nicht mitbekommen haben. Apple gibt an, dass Batterien der Modelle iPhone 14 und älter unter idealen Bedingungen nach 500 vollständigen Ladezyklen noch 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität haben. Ab dem iPhone 15 sind es 1.000 Ladezyklen.

Das ist eine Verdopplung. Wer sein Gerät täglich einmal vollständig leerfährt, erreicht die 80-Prozent-Marke bei einem älteren Modell rechnerisch nach etwa anderthalb Jahren, bei einem iPhone 15 oder neuer erst nach gut drei.

Ein Ladezyklus ist dabei nicht dasselbe wie einmal anstecken. Er ist voll, wenn insgesamt eine Menge verbraucht wurde, die 100 Prozent der Kapazität entspricht. Zweimal von 100 auf 50 Prozent ergibt also einen Zyklus, nicht zwei.

Wann Apple kostenlos tauscht

Die einjährige Herstellergarantie deckt eine defekte Batterie ab. Der Unterschied zu einer verbrauchten ist entscheidend: Normale Alterung ist kein Defekt. Wer nach zehn Monaten bei 88 Prozent liegt, bekommt keinen kostenlosen Tausch, weil das dem erwarteten Verlauf entspricht.

Anders sieht es aus, wenn die Kapazität ungewöhnlich schnell fällt oder das Gerät sich abschaltet, obwohl Ladung da ist. Das kann ein Defekt sein, und dafür ist die Garantie da.

Mit AppleCare+ gilt eine eigene Regel: Dort ist der Tausch abgedeckt, sobald die Kapazität unter 80 Prozent gefallen ist. Das ist der praktische Unterschied zwischen Garantie und Versicherung — die eine deckt Fehler ab, die andere auch Verschleiß.

Wie der Tausch bei Apple abläuft

Drei Wege führen zum Ziel, und sie unterscheiden sich vor allem in der Dauer.

Im Apple Store. Termin über die Support-App oder die Webseite, Gerät hinbringen. In vielen Fällen ist der Tausch am selben Tag erledigt, manchmal binnen zwei Stunden. Das ist der schnellste Weg, setzt aber einen Store in erreichbarer Nähe voraus.

Beim autorisierten Servicepartner. Dieselben Originalteile, dieselbe Garantie auf die Reparatur, oft kürzere Wartezeiten auf einen Termin. Die Preise können leicht abweichen, weil die Betriebe ihre Gebühren selbst festlegen dürfen.

Per Versand. Apple schickt eine Verpackung, du gibst das Gerät ab. Dauert in der Regel einige Werktage, dazu kommen Versandkosten. Sinnvoll, wenn kein Store in der Nähe ist.

In allen drei Fällen prüft Apple das Gerät zuerst. Findet sich ein weiterer Schaden, bekommst du einen neuen Kostenvoranschlag, bevor gearbeitet wird.

Selbst tauschen: die Rechnung, die selten jemand aufmacht

Apple betreibt in Deutschland einen Laden für Selbstreparaturen. Dort bekommst du dasselbe Originalteil, dieselben Werkzeuge und die Anleitung. Das klingt nach der günstigen Lösung. Es ist die teurere.

Kostenaufstellung der Selbstreparatur beim iPhone 13: Ersatzteil 99 Euro, Gutschrift 47,52 Euro, Werkzeugverleih 54,74 Euro, Kleinteile 5 Euro, Summe 111,22 Euro gegenüber 99 Euro bei Apple
Gerechnet mit Apples eigenen Preisen für das iPhone 13. Beim iPhone 16 sieht es genauso aus: 116,42 Euro selbst gegenüber 109 Euro im Service.

Der Grund steckt in einer Zahl, die man zweimal lesen muss. Das Ersatzteil allein kostet beim iPhone 13 99 Euro — und der komplette Service bei Apple kostet ebenfalls 99 Euro. Die Arbeit ist also rechnerisch gratis.

Schickst du den alten Akku zurück, bekommst du 47,52 Euro gutgeschrieben. Damit landet das Teil bei knapp 52 Euro. Dann aber kommt der Werkzeugkoffer: 54,74 Euro für sieben Tage Leihe, und dieser Betrag ist bei jedem Modell gleich. Zusammen mit Klebeband und Schrauben landest du bei rund 111 Euro.

Selbstreparatur lohnt sich damit nur unter zwei Bedingungen: Du hast das Werkzeug bereits, oder du reparierst mehrere Geräte in derselben Woche. Für den einmaligen Tausch am eigenen iPhone ist es der umständlichere und teurere Weg.

Die freie Werkstatt

Bleibt der dritte Weg, und er ist der einzige, bei dem sich wirklich sparen lässt. Freie Werkstätten verlangen für ältere Modelle deutlich weniger als Apple, häufig ab etwa 50 bis 70 Euro. Bei neueren Geräten schrumpft der Abstand.

Drei Fragen solltest du vorher klären. Ob ein Originalteil verbaut wird oder ein Nachbau, wie lange die Werkstatt auf ihre Arbeit Gewähr leistet, und ob sie zu Apples Netz unabhängiger Reparaturbetriebe gehört. Diese Betriebe bekommen Originalteile direkt von Apple, was den entscheidenden Unterschied macht.

Ob tatsächlich ein Originalteil verbaut wurde, lässt sich hinterher nur am geöffneten Gerät ablesen – auf der Zelle selbst. Die Unterschiede sind allerdings deutlich, wenn man weiß, worauf zu achten ist.

Gegenüberstellung der Beschriftung eines Original-Apple-Akkus und eines Nachbaus mit fünf Unterscheidungsmerkmalen
Nachbauten übernehmen Apples Warntext fast wörtlich, verraten sich aber an anderer Stelle. Das deutlichste Merkmal ist die Angabe in Milliamperestunden – Apple druckt ausschließlich Wattstunden auf.

Der Satz „Authorized Service Provider Only“ steht übrigens auf beiden. Auf einem Nicht-Apple-Teil ist er schlicht mitkopiert und bedeutet nichts.

Was iOS nach einem Fremdakku anzeigt

Hier hält sich hartnäckig eine veraltete Behauptung: Nach einem Tausch außerhalb von Apple verschwinde die Anzeige des Batteriezustands. Das war einmal so. Seit iOS 15.2 ist es das nicht mehr.

Vier Auswirkungen eines Nicht-Original-Akkus: Hinweis unbekanntes Teil, Warnung zur Batterie, Batteriezustand bleibt sichtbar, übrige Funktionen unberührt
Was tatsächlich passiert, wenn kein Originalteil verbaut wurde. Die Hinweise bleiben dauerhaft stehen, die Funktionen des Geräts sind davon nicht betroffen.

Was bleibt, sind zwei Hinweise. Unter Einstellungen › Allgemein › Info erscheint der Eintrag „Unbekanntes Teil“. Und in den Batterieeinstellungen steht der Satz, es habe nicht verifiziert werden können, dass dieses iPhone über eine Originalbatterie von Apple verfügt. Apple weist zusätzlich darauf hin, dass die Angaben zum Batteriezustand dann möglicherweise nicht stimmen.

Diese Teile- und Servicehistorie gibt es ab dem iPhone XR und XS. Bei älteren Geräten erscheint überhaupt kein Hinweis. Und ab dem iPhone 15 mit iOS 18 unterscheidet Apple zusätzlich, ob ein Teil neu oder gebraucht war.

Praktisch heißt das: Ein Fremdakku ist kein Weltuntergang, aber er hinterlässt eine Spur. Beim Weiterverkauf sieht das jeder, der nachsieht — und das drückt den Preis.

Woran du eine schlechte Werkstatt erkennst

Der Preisunterschied zwischen freien Anbietern ist groß, und billig ist nicht immer schlecht. Vier Anzeichen sprechen trotzdem gegen einen Betrieb.

Keine Angabe zur Herkunft des Teils. Seriöse Werkstätten sagen von sich aus, ob sie Originalteile, zertifizierte Nachbauten oder Billigware verbauen. Wer ausweicht, verbaut vermutlich Letzteres.

Keine Gewährleistung auf die Arbeit. Sechs bis zwölf Monate sind üblich. Wer gar nichts zusagt, rechnet mit Rückläufern.

Sofortpreis ohne Blick aufs Gerät. Ein Festpreis ist in Ordnung, aber der Zustand sollte vorher geprüft werden. Sonst kommen Nachforderungen.

Die Aufforderung, vorher alles zu löschen. Für einen Akkutausch ist das nicht nötig. Wer darauf besteht, will Spuren vermeiden oder arbeitet unsauber.

Die Modelle, die Updates bekommen, aber keinen Akkuservice mehr

Beim Abgleich von Apples Preisliste mit den Update-Zeiträumen fällt eine Lücke auf, über die sonst niemand spricht. Mehrere Modelle bekommen noch iOS-Updates, tauchen in Apples Liste für den Batterieservice aber nicht mehr auf. Dazu gehören das iPhone 11 Pro und das 11 Pro Max.

Der Grund ist Apples Einstufung als Vintage-Produkt, die etwa fünf Jahre nach dem Verkaufsende greift. Software wird weiter geliefert, offizielle Ersatzteile aber nicht mehr überall.

Für dich heißt das: Bei diesen Geräten führt der Weg zwangsläufig in eine freie Werkstatt. Wie lange dein Modell überhaupt noch versorgt wird, steht ausführlich im Überblick dazu, wie lange ein iPhone Updates bekommt.

Wenn es dringend wird: der aufgeblähte Akku

Es gibt einen Fall, in dem der Tausch keine Rechenaufgabe mehr ist, sondern eine Sicherheitsfrage. Wölbt sich die Rückseite, lässt sich das Gerät nicht mehr flach hinlegen oder hebt sich das Display an einer Kante an, bläht sich die Zelle auf.

Dann gilt: nicht weiter laden, nicht darauf drücken, nicht selbst öffnen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass beschädigte Lithium-Akkus sich im schlimmsten Fall selbst entzünden können, und rät ausdrücklich davon ab, sie weiterzuverwenden oder zu öffnen.

Die gute Nachricht: Ein aufgeblähter Akku beschädigt in den meisten Fällen nur sich selbst und das Gehäuse. Die Daten bleiben erhalten, und der Tausch kostet dasselbe wie sonst.

Die Wasserdichtigkeit nach dem Tausch

Ein Punkt, den weder Apple noch die meisten Werkstätten von sich aus ansprechen: Jedes iPhone ab dem Modell 7 ist gegen Spritzwasser geschützt, und dieser Schutz hängt an Dichtungen, die beim Öffnen zerstört werden.

Wird das Gerät fachgerecht wieder verschlossen, kommt eine neue Klebedichtung hinein. Apple und die autorisierten Betriebe machen das standardmäßig, und die Preise für das entsprechende Klebeband stehen sogar im Selbstreparatur-Laden. Bei freien Werkstätten solltest du danach fragen.

Auch dann gilt: Der ursprüngliche Wert ist eine Prüfstandsangabe für Neugeräte. Apple weist selbst darauf hin, dass der Schutz durch normale Abnutzung nachlässt. Nach einer Öffnung solltest du dein iPhone deshalb nicht mehr als geschützt betrachten, selbst wenn sauber gearbeitet wurde.

Das ist kein Argument gegen den Tausch — nur eines dafür, das Gerät danach nicht mehr mit unter die Dusche zu nehmen.

Tauschen oder neu kaufen?

Die Rechnung ist einfacher, als sie wirkt. Setze die Kosten des Tauschs ins Verhältnis zu den Jahren, die das Gerät noch Sicherheitsupdates bekommt.

LageSinnvoll ist
Noch drei Jahre oder mehr Updates, Gerät sonst in OrdnungTauschen. Rund 100 Euro für drei weitere Jahre sind konkurrenzlos günstig.
Noch etwa ein Jahr UpdatesGrenzfall. Als Überbrückung vertretbar, als Dauerlösung nicht.
Keine Updates mehrNicht tauschen. Ein Gerät ohne Sicherheitsupdates wird durch einen neuen Akku nicht sicherer.
Zusätzlich Display- oder GehäuseschadenGesamtkosten prüfen. Zwei Reparaturen zusammen erreichen schnell den Gebrauchtwert.

Ein Gedanke, der oft fehlt: Ein getauschter Akku erhöht auch den Wiederverkaufswert. Wer das Gerät danach abgibt, bekommt einen Teil der Kosten zurück.

Beim Gebrauchtkauf zuerst nachsehen

Wer ein gebrauchtes iPhone kauft, sollte drei Zahlen kennen, bevor Geld fließt. Alle drei stehen im Gerät und sind in zwei Minuten geprüft.

Die maximale Kapazität unter Batteriezustand. Unter 85 Prozent solltest du einen Akkutausch einkalkulieren und vom Preis abziehen.

Die Teile- und Servicehistorie unter Einstellungen › Allgemein › Info. Steht dort „Unbekanntes Teil“, wurde bereits repariert, und zwar nicht mit Originalteilen.

Die Höchstleistungsfähigkeit. Ein Hinweis auf angewandte Leistungsverwaltung bedeutet, dass sich das Gerät schon einmal unerwartet abgeschaltet hat.

Ein Verkäufer, der das Gerät vorher zurücksetzt und dir keine Zeit für diesen Blick lässt, ist ein Warnzeichen. Wie du ein Gerät selbst sauber übergibst, steht im Ratgeber zum Verkauf eines alten iPhones.

Was den Akku wirklich altern lässt

Drei Faktoren bestimmen, wie schnell die Kapazität fällt. Alle drei lassen sich beeinflussen.

Hitze. Der mit Abstand größte Einfluss. Ein iPhone, das im Sommer auf dem Armaturenbrett liegt oder beim Laden unter der Bettdecke steckt, altert messbar schneller. Nimm die Hülle ab, wenn das Gerät beim Laden warm wird.

Dauerhaft volle Ladung. Eine Zelle, die ständig bei 100 Prozent gehalten wird, altert schneller als eine, die sich zwischen 20 und 80 bewegt. Genau dafür gibt es das optimierte Laden und die Ladebegrenzung auf 80 Prozent in den Einstellungen.

Tiefentladung. Regelmäßig auf null zu fahren belastet die Zelle zusätzlich. Gelegentlich schadet es nicht, täglich schon.

Was dagegen nichts bringt: Apps, die den Akku „kalibrieren“ oder „reparieren“ wollen. Sie haben keinen Zugriff auf die Ladeelektronik. Mehr dazu steht im Ratgeber zu fragwürdigen Warnungen und Aufräum-Apps.

Was sich im Februar 2027 ändert

Die EU-Batterieverordnung verlangt ab dem 18. Februar 2027, dass in Geräte eingebaute Batterien von Endnutzern entfernt und ersetzt werden können. Ausnahmen gibt es für Smartwatches und einige andere Produktgruppen, Smartphones gehören nicht dazu.

Was das praktisch bedeutet, ist noch offen. Die Verordnung schreibt keine bestimmte Bauweise vor, sondern ein Ergebnis. Hersteller müssen außerdem Ersatzteile innerhalb von fünf Werktagen liefern können, und diese Pflicht gilt nicht für Geräte, die vor diesem Datum auf den Markt kamen.

Für ein iPhone, das du heute besitzt, ändert sich also zunächst nichts. Interessant wird es bei den Modellen, die ab 2027 erscheinen.

Vor dem Termin

Vier Dinge ersparen Ärger, egal wo du tauschen lässt.

Sichere das Gerät. Bei einem Akkutausch bleiben die Daten normalerweise erhalten, aber normalerweise ist keine Zusage. Ein aktuelles Backup kostet zehn Minuten.

Notiere den aktuellen Wert. Mach einen Screenshot vom Batteriezustand. So kannst du hinterher prüfen, ob wirklich getauscht wurde.

Kläre die Ortungssperre. Manche Werkstätten verlangen, dass „Wo ist?“ deaktiviert wird. Das ist üblich und kein Warnsignal — schalte es aber erst im Betrieb ab, nicht vorher.

Frage nach dem alten Akku. Bei Apple bleibt er dort und wird recycelt. In freien Werkstätten kannst du ihn dir zeigen lassen, was eine einfache Kontrolle ist.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was kostet ein iPhone-Akkutausch bei Apple?

Zwischen 79 und 149 Euro, je nach Modell. Die SE-Reihe liegt bei 79 Euro, iPhone 11 bis 13 bei 99 Euro, iPhone 14 bis 17 bei 109 Euro, die Pro-Max-Modelle und das iPhone Air bei 135 Euro, das iPhone 18 Pro bei 149 Euro. Die vollständige Liste steht oben.

Ab welchem Batteriezustand sollte ich tauschen?

Apple sieht 80 Prozent als Grenze, unterhalb derer die Batterie als verbraucht gilt. Zwingend ist das nicht. Entscheidend ist, ob die Laufzeit dich im Alltag stört.

Ist es günstiger, den Akku selbst zu tauschen?

Nein. Das Originalteil kostet genau so viel wie der komplette Service bei Apple, und der Werkzeugverleih schlägt mit 54,74 Euro zusätzlich zu Buche. Beim iPhone 13 landest du bei rund 111 Euro gegenüber 99 Euro im Service.

Verschwindet die Batteriezustand-Anzeige nach einem Fremdakku?

Nein, das war bei älteren iOS-Versionen so. Heute bleibt die Anzeige, es erscheint aber der Hinweis „Unbekanntes Teil“ und eine Warnung, dass die Originalität nicht verifiziert werden konnte. Apple weist darauf hin, dass die angezeigten Werte dann ungenau sein können.

Wie viele Ladezyklen hält ein iPhone-Akku?

Beim iPhone 14 und älter sind 500 vollständige Zyklen bis zur 80-Prozent-Marke vorgesehen, ab dem iPhone 15 sind es 1.000. Ein Zyklus entspricht dem Verbrauch einer vollen Kapazität, nicht einem einzelnen Ladevorgang.

Tauscht Apple den Akku kostenlos?

Innerhalb der einjährigen Garantie nur bei einem Defekt, nicht bei normaler Alterung. Mit AppleCare+ ist der Tausch abgedeckt, sobald die Kapazität unter 80 Prozent liegt.

Mein Modell steht nicht in Apples Preisliste. Was jetzt?

Dann führt Apple es als Vintage- oder obsoletes Produkt und bietet keinen offiziellen Batterieservice mehr an. Das betrifft auch Geräte, die noch iOS-Updates bekommen, etwa das iPhone 11 Pro. Ein Tausch ist dann nur in einer freien Werkstatt möglich.

Bleiben meine Daten beim Akkutausch erhalten?

In aller Regel ja, der Speicher wird nicht angetastet. Verlass dich trotzdem nicht darauf und lege vorher ein Backup an.

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Über den Autor

MF
Martin Frost

Martin Frost ist Gründer und Herausgeber von TechPill. Er schreibt über Smartphones, Apps, digitale Dienste und verständliche Lösungen für den Technik-Alltag.

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